Buch: Keine Kinder sind auch keine Lösung



Familien haben es nicht leicht im Leben. Immerhin gibt es eine Vielzahl von Problemen, vor die sie gestellt werden, selbst wenn die Kinder noch klein sind. Doch auch in späteren Jahren ist das Leben nicht immer einfach. Da ist hilfreich, wenn man Ratgeber an der Seite hat, die einen durch das Leben geleiten. Nina Katrin Strasser hat ein Buch geschrieben, welches die Probleme an der Stelle anpackt, die für Eltern und künftige Eltern von Bedeutung sind.

Eine Einleitung

Zitat Anfang „Warum wir ein Problem haben, wenn Kinder ein Problem sind.“ Schließlich sind Kinder nicht nur anstrengend, sondern auch wunderbar. Für unsere Gesellschaft sind Kinder unerlässlich. Schließlich klappt ohne Nachwuchs gar nichts. Deutlich wird dies an der Rente ebenso wie beim Blick auf zukünftige Arbeitskräfte. Es scheint so, als wenn auf allen Seiten Verständnis für dieses Thema da ist. Und doch finden Familien auf ihrem Weg so viele Steine. Diese sind durch das Recht ebenso zu spüren wie die Politik und die Arbeitgeber.

Nina Straßner ist Fachanwältin für Arbeitsrecht. In Ihrem Buch zeigt sie die Welt von Firmenzentralen, Gerichtssälen und Wohnzimmern. Schnell ist zu erkennen, wo es Probleme gibt. Zum einen ist da das unfaire Steuerrecht. Entweder fehlen die Chancen oder es gibt befristete Verträge. Es gibt vieles, was besser gestaltet werden könnte und was laut der Autorin geändert werden müsste.

Der tiefere Blick in die Geschichte

Nach einer Reihe von Widmungen beginnt der Prolog mit Gedanken zum Biergarten, indem sie an einem lauen Sommerabend sitzt. Der kleine Karl sowie Freundinnen und Freunde sind in ihrer Nähe. Durch einen Hut vor der Sonne geschützt, genießt sie den Abend und spürt ein bisschen das Feeling des Marlboro Mannes ins sich. Nach dem langen Bürotag möchte sie noch etwas vom Abend haben – allerdings ohne Büro. Nach dem Versand einiger Selfies bleibt festzustellen, das alle Mitglieder der Familie zufrieden. Da spricht sie ein Mann an und fragt, was mit den Frauen von heute los sei. Während des Gespräches macht der Mann sich so richtig Luft, dass sogar Klara ihr Handy verschämt auf die Seite legt. Der Mann steigert sich immer weiter in seine Rede hinein. Da sind selbst das Home Office oder das Rufen von Diskriminierung ein Thema. Zwischenzeitlich stellt Nina Strasser fest, das der Tag doch anstrengend war. Doch geht der Redeschwall des Mannes unvermindert weiter und zerstört die angenehme Stimmung, die die Autorin in sich trägt.

Nach dem Prolog beginnt die Geschichte richtig. Deutschland ist schön, wie der Blick aus dem Autofenster zeigt. Im Moment zeigt er wollige Schafe und wogende Birken, während die Kinder auf dem Rücksitz schlafen. Ihre Gedanken gehen zum letzten Urlaub zurück. Sie stellt sich den Strand mit Palmen vor. Dabei hält sie gerade einen 1.200 Seiten Roman in den Händen und erhält Schirmchen-Cocktails. Unterbrochen wird sie durch den hauseigenen Fitnesstrainer, der wieder mit seinen Überredungskünsten auffällig wird. Schließlich gibt es doch da einen Thai-Chi-Kurs, in dem noch Plätze frei sind. Allerdings ist der Tagtraum viel schneller beendet als gedacht. Es war eine ohrenbetäubender Jubelschrei zu vernehmen. Schließlich haben die Kinder ein goldenes M entdeckt.

In einem weiteren Kapitel beschäftigt sich die Autorin mit dem Internet. Dieses ist Löser und Auslöser von so vielen Problemen. Sie schildert dabei, wie es ihr erging, als sie eine Woche ohne Smartphone auskommen musste. Das Smartphone war ihr gestohlen worden. Fast hätte ihr Mann schon zur einer ADHS-Sprechstunde beim Kinderarzt gebracht. Dabei fällt ihr Blick kurz auf die Zeit zurück, als die VHS-Kassette noch das Leben geprägt hat.

Mehr zur Autorin

Tätig ist Nina Katrin Strasser  als Rechtsanwältin, Mediatorin sowie als Fachanwältin für das Arbeitsrecht. Manchmal würde sie gern im Gerichtssaal „F*uck you very much“ rufen. Stattdessen darf sie sich nur mit einem „Diese Auffassung entbehrt jeglicher Grundlage“ zufrieden geben. Aus diesem Grund gibt es dieses Buch. Zudem schreibt sie den Blog Jura Mama sowie die Kolumne „Mom“ für die Zeitschrift Brigitte. Dabei zeigt sie klug und witzig die Lücken von Realität von Recht auf. Eltern und künftige Eltern erhalten durch sie die notwenige Unterstützung und viel Wissen.

Fazit

Man muss nicht unbedingt ein Kind haben, um zu erkennen, das wertvolle und richtige Passagen in dem Buch enthalten sind. Es hat einen recht guten informativen Charakter, wobei man an einigen Stellen schmunzelt und sich selbst wiedererkennt. Dies lässt sich gut an der Geschichte mit dem gestohlenen Smartphone erkennen. Jedem, dem schon mal ein Smartphone gestohlen wurde, besonders wenn er selbständig ist, weiß, dass das fast einem „Weltuntergang“ gleichkommt. Zudem verbindet sich das mit diesem Gefühl des sozialen Abgeschnitten sein. Immerhin gibt es keinen Zugriff auf die Daten wie auch Termine. Leicht scheint die Zeit gerade einmal stehen geblieben zu sein.

Im Buch nimmt die Autorin ausführlich Stellung zum Internet. Manch einer mag vielleicht auch schon an dem Punkt angekommen sein, an dem er die guten und die schlechten Seiten vom Internet entdeckt hat. Dies gilt auch für Nina Katrin Strasser, die die negativen Seiten auch kennt. Der virtuelle Raum hat eben nicht nur Vorteile, wenn es darum geht, Neues zu entdecken. Deutlich wird allerdings auch, dass Dinge, die früher als normal gelten, heute kritisch hinterfragt werden. Mitunter ist man sogar nicht davor gefeit, Dinge über sich zu erfahren, die man selber noch nicht wusste. Daher fordert das Internet heute eine stärkere Wachsamkeit. In ihrem Buch widmet sich die Autorin außerdem Geschichten wie dem Gleichberechtigungsgesetz.

Insgesamt ist das Buch sehr interessant mit einer Prise Humor geschrieben, weil es aufzeigt, dass die Welt doch noch etwas anders ist – selbst für Familien. Nicht jedem werden einzelne Passage bekannt vorkommen. Doch wird mancher auch die Passagen wie bei der Smartphone-Geschichte schmunzelnd aufnehmen. Außerdem gibt es eine Reihe von hilfreichen Tipps. Mit dieser Mischung ist das Buch als gelungen anzusehen. (Marina Teuscher)

Abgelegt unter Aktuelle Erscheinungen

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