Neuer Ratgeber „Medikamente im Test“ – Stiftung Warentest hat 9000 Arzneimittel geprüft und mit Ampelfarben bewertet



Medikamente im TestWohl kaum jemand von uns hat nicht im Leben mindestens ein Medikament eingenommen. Weil es hierbei um unser höchstes Gut, die Gesundheit, geht, ist es wichtig zu wissen, was man da zu sich nimmt und welche auch negativen Auswirkungen daraus entstehen können. Jeder Medikamentenpackung liegen lange Beipackzettel zu vielen Risiken und Nebenwirkungen bei, die im Notfall aber oft nicht viel helfen und meist nicht gelesen werden. Viel nützlicher ist dagegen der neue Ratgeber der Stiftung Warentest „Medikamente im Test“, in dem etwa 9000 Arzneimittel objektiv geprüft und mit Ampelfarben bewertet sind. Er bildet die ideale Ergänzung zu den rechtlich vorgeschriebenen, aber oft wenig informativen Beipackzetteln. Dieses Buch erfüllt somit die Forderung nach informierten Patienten, die über Belange ihrer Gesundheit mitentscheiden sollen, wie es das Gesetz fordert. Gemeinsam mit dem Arzt oder Apotheker kann der Patient über die beste Behandlung entscheiden. Das nützliche Buch bietet Bewertungen von Medikamenten aus über 100 Anwendungsgebieten, darunter Haut, Augen, Ohren, Atemwege, Magen, Darm, Leber, Niere, Harnwege, Stoffwechsel, Herz und Kreislauf, Nervensystem, Bewegungssystem sowie allergische Erkrankungen, Schmerzen, Entzündungen und Infektionen bis zu Alkohol- und Nikotinabhängigkeit.

Dabei wird jedes vorgestellte Medikament auf Basis von wissenschaftlichen Gutachten individuell bewertet, wobei die Urteile begründet werden und auf einen Blick an einer ampelähnlichen Farbskala die Bewertungsstufe von „geeignet“ bis „wenig geeignet“ zu erkennen ist. Kurz wird über Wirkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten aufgeklärt. Besondere Hinweise wenden sich an Kinder und Jugendliche, Schwangere und stillende Mütter oder Ältere, die oft multimorbid sind und viele Medikamente einnehmen. Professionellen Rat von Fachleuten will und kann das Buch nicht ersetzen. Es ist aber ideal dazu geeignet, dass auch Laien über Medikamente informiert werden und sie verantwortungsgewusst einnehmen. Bei einem Angebot auf dem deutschen Pharmamarkt von etwa 100.000 Medikamenten können hier natürlich nicht alle vorgestellt werden. Aber dennoch werden die wichtigsten Krankheitsbilder mit den jeweiligen „Bestsellern“ berücksichtigt. Weil die Gutachter der Stiftung Warentest strengere Maßstäbe anlegen als die Arzneimittelbehörde, gibt es hier manchmal auch für zugelassene Medikamente abwertende Urteile. Hier zählt etwa, wie ein Arzneimittel langfristig wirkt, ob es verträglich ist und im Vergleich mit einem Standardmedikament mit gleichem Anwendungsgebiet wegen seines höheren Nutzens oder seiner besseren Verträglichkeit empfohlen werden kann. So zählt bei einem Mittel gegen Bluthochdruck neben der blutdrucksenkenden Wirkung auch die Verbesserung der Lebensqualität und die Senkung des Sterberisikos, was in offiziellen Zulassungsstudien nicht immer entscheidend ist. Auch auf wichtige Aspekte wie Arzneimittelallergien und riskante Zusätze wie Alkohol oder Koffein wird eingegangen.

Die hier angewandte Ampelbewertung für Medikamente war auch schon für Lebensmittel im Gespräch. Die Stiftung Warentest vergibt für die 9000 vorgestellten Arzneimittel Rot, Gelb oder Grün. Grün, also „geeignet“ oder „auch geeignet“ sind von all den erwähnten rezeptfreien und rezeptpflichtigen Arzneimitteln fast zwei Drittel. „Mit Einschränkung geeignet“ (gelb) ist knapp ein Viertel, und jedes zehnte Mittel ist nur „wenig geeignet“ (rot). Neben den Konsumenten können auch Ärzte und Apotheker „Medikamente im Test“ nutzen, um ihre Patienten verständlich und unkompliziert aufzuklären über Risiken, Nebenwirkungen, aber auch über die Wirkweisen der Medizin.

Die Untersuchungen beruhen auf wissenschaftlichen Methoden und unabhängigen Quellen wie wissenschaftlichen Zeitschriften. Dadurch kann sich der Leser auf die Medikamentenbewertungen im Buch verlassen. Die Stiftung Warentest kommt zu dem Ergebnis, dass bei weitem nicht alle Mittel, die für eine bestimmte Krankheit angeboten werden, auch geeignet sind. Nur weil ein Arzneimittel in Deutschland zugelassen ist, muss es nicht sinnvoll sein. Die Gutachter der Stiftung Warentest legen noch strengere Maßstäbe an als die Zulassungsbehörden. Ein Team unabhängiger Experten unter Leitung des renommierten Pharmakologen Gerd Glaeske bewertet die Arzneimittel. Er sagt, dass es das Buch mit dem größten Umfang an Daten für den Arzneimittelbereich in Deutschland und wahrscheinlich sogar in Europa ist. Wichtige Kriterien bei der Bewertung von „geeignet“ (grün) bis „wenig geeignet“ (rot) sind, ob ein Mittel verträglich und gut erprobt ist und wie es langfristig wirkt. Insbesondere kommt es für die Experten bei der Bewertung darauf an, dass das Mittel nicht nur Symptome lindert, sondern einen tatsächlich erlebbaren Nutzen für den Patienten hat. Beschwerden werden nachhaltig gelindert, Folgeerkrankungen vermieden, die Lebenszeit verlängert. Die Kapitel sind nach Krankheitsbildern farbig sortiert und nach lebensnahen Fragestellungen („Ist eine Selbstbehandlung möglich?“, „Wann zum Arzt?“) gegliedert. In übersichtlichen Tabellen werden alle Medikamente zu einer Krankheit alphabetisch und in den Ampelfarben aufgelistet. Hier können auch Laien eine einfache und sichere Entscheidung für oder gegen ein Medikament treffen. Ergänzend werden die verschiedenen Wirkstoffe genau erklärt, fachlich präzise, umfassend und ganz ohne wissenschaftliches Vokabular. Unter dem Stichwort „Wichtig zu wissen“ listen die Autoren alles Wesentliche auf, was man zum Krankheitsbild und zum Einsatz des Präparates wissen sollte, und auch, was außerdem helfen kann. Dieser nützliche Ratgeber sollte in keinem Haushalt fehlen, denn er bietet die Möglichkeit, im unüberschaubaren Arzneimittelmarkt richtig zu handeln. (Johannes Kösegi)

„Medikamente im Test“ (ISBN 978-3-86851-167-3) hat 768 Seiten, ist für 29,90 Euro im Handel erhältlich oder kann online bestellt werden unter www.test.de/medikamente-im-test

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