Die Kreuzritter

Erstellt am: September 18th, 2007

Der Romann spielt zunächst in der Grafschaft Tarent unweit Móttolas im Frühling 1077. David, der Einsiedler, Ritter Wilhelm und Alessio, der Glockengießer, treffen sich in der Höhle des Eremiten und beraten die Lage. Sie ist brenzlig genug, denn die Mauren haben sich in Sizilien niedergelassen und machen die gesamte Gegend unsicher. Zwei Jahre später wird der kleine Fischerort Aurocastro von den Sarazenen überfallen, just in dem Moment, in dem Elosia, die Frau von Antonius, ihr zweites Kind auf die Welt bringt. Nur Alessio bewahrt einen kühlen Kopf und steht ihr bei. Die Anwesenheit des neugeborenen Mädchens rettet ihn und Antonius‘ Familie. Denn die Frau des sarazenischen Anführers hat gerade selbst einem Jungen das Leben geschenkt und liegt nun ihm Sterben. Nach ihrem Tod überlässt der Anführer sein Kind der Wöchnerin Elosia. Sie und später Alessio werden sich von nun um den Jungen kümmern. Alessio zieht ihn auf. Doch als der Junge älter wird – sein Ziehvater hat ihn auf den Namen Martin taufen lassen – und sich zudem noch in seine Milchschwester Maria verliebt, erfährt er Ablehnungen und Anfeindungen, und so bleibt ihm nichts anderes übrig, als den ungastlichen Ort zu verlassen. Er schließt sich Kreuzrittern an, um das Heilige Land aus den Händen der Ungläubigen, wie ihm eingeredet worden ist, zu befreien. Martin erlebt mit seinen Gefährten viele gefährliche Abenteuer. Immer wieder kommt es zu blutigem Gemetzel und unvorgesehenen Zwischenfällen. Eines Tages lernt Martin die junge Jüdin Rahel kennen und erfährt von ihr, dass die Bewohner des Heiligen Landes alles andere als gottlose, ungläubige Barbaren sind und dass in Jerusalem sowohl Christen als auch Muslime leben. Er nimmt Abschied vom Soldatenleben und beschließt, mit den „Ärmsten der Armen“ in die Heilige Stadt zu pilgern statt sie zu erobern.

Aufregend und spannend geht es weiter, und so vergehen noch etliche Jahre, ehe Martin wieder in sein Heimatdorf zurückkehrt, wo Maria, wider Erwarten, treu auf ihn gewartet hat. Wer an historischen Abenteuern interessiert, dürfte diese farbige und unterhaltsame Lektüre geradezu verschlingen. (Ursula Homann)

Titel: Die Kreuzritter
Autor: Hanns Kneifel
Verlag: Egmont vgs. Verlag-Ges.2002, Köln
Seiten: 308
ISBN: 3802528727

Zwei Leben

Erstellt am: September 18th, 2007

Dieses Buch zeugt von wundersamer Einfühlsamkeit und von tiefen Gefühlen.

Es geht um die Geschichte einer Behinderung. Eine schwierige Geburt,die die Vermutung einer erheblichen Beeinträchtigung bei der Entwicklung nahelegt, bildet den Anfang der Erzählung. Aus der Sicht des Vaters, des Icherzählers, wird die Geschichte lebendig. Die Mutter, der Vater und die Großeltern werden in ihren menschlichen Bezügen und Eigenarten beschrieben, mit der sie das Leben und die Behinderung ihres Sohnes und Enkels zu meistern versuchen. Kindergarten, Schule und häusliche Betreuung für den spastisch behinderten Jungen Paolo werden ebenso abgehandelt wie die Eifersucht des größeren Bruders Alfredo oder die Beziehungsdramatik zwischen den Eltern. Auch Selbstanklagen und Einsichten in die eigene Unzulänglichkeit des Vaters bleiben nicht ausgespart. Eindrucksvoll ist der Umgang zwischen Vater und Sohn. Wie viel Lebenserfahrung gehört dazu,die humorvolle Überlegenheit zu beschreiben, mit der Paolo seinem Vater über Hemmungen hinwegzuhelfen versucht, die dieser, wie so viele Eltern, bei der Behandlung spezieller Fragen hat!

Die Rahmengeschichte bietet nur den Stoff, der uns eine Vielzahl von Lebenserkenntnissen, Einsichten über Ehe, Familie, Alter, menschliche Begegnungen und die Grenzen, die uns im Leben gesetzt sind, eröffnet. In der Schilderung vom Leben und Tod eines Großvaters und einer der beiden Großmütter schimmert Liebe, Melancholie und ein wenig Trauer gepaart mit distanzierter Weltsicht hindurch.

Auch die Chakterisierung der verschiedenen Therapeuten, Ärzte und Lehrer zeugt von einer Menschenkenntnis , wie ich sie mir detaillierter nicht denken könnte. Im Gegensatz zu vielen bekannten Erzählinhalten gibt es hier keine Spannung hin zu einer Auflösung der Geschichte, einer einmaligen Erkenntnis oder einem glücklichen oder unglücklichen Finale. Nein, hier geht es um den Bericht über eine ganz normale Familie, es geht um das Glück und um die Bewältigung von Leid; und es geht um die Erfahrung im Umgang mit Mitmenschen,Lehrern, Mitschülern und anderen in einer besonderen Lebenslage.

Es ist der Kampf um Einsicht, sowohl die Behinderung zu akzeptieren als allgemein gültige Schlüsse über das Außenseitertum, das auch das Alter beinhaltet, geduldig anzumnehmen, das dieses Buch in hohem Maße auszeichnet.

Jeder Satz zeugt von unaufdringlicher Aufrichtigkeit und Wahrheitsuche über die Umstände, die einen Menschen mit einem Makel vom anderen ausgrenzt. Nicht anklagend sondern ermutigend, humorvoll und poetisch ist diese Geschichte. Aber es handelt sich um einen Roman und der Autor hat das Thema mit besonderer Behutsamkeit und Ehrlichkeit behandelt. Ich möchte das Buch sehr empfehlen. (Claudine Borries)

Titel: Zwei Leben
Autor: Giuseppe Pntiggia
Verlag: Hanser
Seiten: 221
ISBN: 3 446 201 35 1

Unterwegs nach Cold Mountain

Erstellt am: September 18th, 2007

Während des amerikanischen Bürgerkrieges wird der auf Seiten der Südstaaten kämpfende Soldat Inman verwundet.

Als der junge Mann so weit wieder hergestellt ist, dass seine Kräfte für eine Flucht ausreichen, desertiert er und macht sich zu Fuß auf den Weg zurück in seine Heimat in den Bergen North-Carolinas, wo, so hofft er, seine Liebste Ada auf ihn wartet. Der Weg ist voller Gefahren, denn im Lande herrscht Gesetzlosigkeit. Stets muss Inman auf der Hut sein – vor Milizionären, die Deserteure wie ihn jagen, vor Banditen, Plünderern und anderen Desperados. Doch immer wieder trifft der Fahnenflüchtige auf hilfsbereite Menschen – auf ein altes Hutzelweiblein, das seine Wunden pflegt und ihn, der seit Tagen nichts gegessen hat, mit Nahrung versorgt oder auf eine junge Witwe, die selber so arm ist, dass sie kaum weiß, wie sie den kommenden Winter überstehen soll. Während der geflohene Soldat sich mühsam Meile für Meile in Richtung Heimat schleppt, muss seine Braut Ada nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters lernen, eine Farm zu versorgen und von den Produkten, die das Land hergibt zu leben.

Ohne die heimatlose Ruby, die eines Tages wie vom Himmel gesandt hereinschneit, wäre das ihr, der Bürgertochter kaum gelungen. Ruby kann, obwohl sie noch recht jung ist, so ziemlich alles – sie kann den Boden bearbeiten, sie kann pflanzen und säen, kochen und backen, Bäume fällen und Häuser reparieren, sie kann die Zeichen der Natur deuten, à là Monty Roberts Pferden etwas zuflüstern und auch sonst hervorragend mit Tieren umgehen, Wunden und Krankheiten heilen und noch vieles mehr.

Dank ihrer Hilfe ist es möglich, kurz vor Beginn des Herbstes noch genügend Lebensmittel zu erzeugen, so dass den beiden Frauen vor dem nahenden Winter nicht bange zu sein braucht.

Der Autor erzählt durchaus spannend und einfühlsam, zum Teil im Stile eines Märchens, von gefahrvollen Wanderschaften, vom Bösen, das am Wegrand lauert, von kleinen Wundern und großen Überraschungen. Doch allzu oft gerät sein Roman reichlich langatmig und häufig nervt mich seine Idealisierung des ländlichen Lebens. Vor etwa fünfzehn Jahren, während meiner hochalternativen Phase, bekam ich einmal „Das große Buch vom Leben auf dem Lande“ geschenkt, das dem zivilisationsmüden Städter mit warmen Worten die Freuden des zwar arbeitsreichen aber durch und durch befriedigenden einfachen Landlebens nahe bringen wollte. Fraziers Roman erscheint mir zeitweise wie die literarische Version dieses Handbuches. Wie leicht und problemlos Ada und vor allem Ruby die Arbeit von der Hand geht – alles gelingt ihnen fast mühelos!

Innerhalb weniger Wochen schaffen es die beiden Frauen aus Adas heruntergekommenen Besitz eine florierende Farm zu machen, zu säen, zu ernten, Schadhaftes zu reparieren, Regale voller Vorräte im Keller aufzuhäufen, Heu zu machen, Äpfel zu pflücken und zu verarbeiten, Saft zu keltern, Bäume zu fällen, Holz zu spalten und ganz nebenbei auch noch zu lesen oder zu malen und selbstverständlich zu kochen, zu backen und das Haus sauber zu halten. Im tiefsten Winter, bei Eis und Schnee genügt den Frauen eine Stunde um im Wald Holz für ein wärmendes Feuer zu sammeln, eine verlassene, heruntergekommene Hütte zu säubern und Tannenäste zu schlagen um damit ein Loch in der Decke dieser Hütte zu flicken – eine Leistung, die der Würdigung im „Buch der Rekorde“ bedarf!

Viele Fragen bleiben offen– wo zum Beispiel hat Ruby all‘ ihre enormen Fähigkeiten erlernt?

Insgesamt erscheint mir der Roman in weiten Teilen unglaubwürdig, obwohl Frazier sich darauf beruft, einen Teil seiner Familiengeschichte erzählt zu haben.

Kritik geschrieben von Eva Behrens, Herausgeberin von „Evas Leseland“.

Titel: Unterwegs nach Cold Mountain
Autor: Charles Frazier
Verlag: Heyne
ISBN: 3453152522

Der Sturm

Erstellt am: September 18th, 2007

In den letzten Oktobertagen des Jahres 1991 tobt vor der Ostküste Amerikas ein gewaltiger Sturm. Zwei riesige Schlechtwettergebiete – die Reste des Hurrikans Grace und ein weiteres Tief, das vom kanadischen Festlandsockel in Richtung Osten zieht – vereinigen sich zu einem Inferno.

Der Kutter Andrea Gail, der sich nach mehreren Wochen Schwerfischfang auf dem Rückweg zu seinem Heimathafen Gloucester in Massachusets befindet, gerät in dieses schreckliche Unwetter und ist seitdem verschwunden – und mit ihm die sechs Fischer, die mit ihm unterwegs waren.

Auch andere Schiffe geraten während des Orkans in Seenot, doch ihre Besatzungsmitglieder haben mehr Glück, als die Leute von der Andrea Gail, sie können aus teilweise aussichtslos anmutenden Situationen gerettet werden.

Der Tatsachenroman erzählt die Geschichte der sechs vom Meer verschlungenen Fischer und von dem, was über ihre letzte Fahrt bekannt ist , von ihren Familien, ihren Träumen. Junger berichtet über das untergegangene Schiff und über die meteorologischen Bedingungen, die zu dem Sturm führten, in dem es sank. Wir erfahren etwas über die geographischen Besonderheiten der Gegend und über die abenteuerlichen Rettungsaktionen, durch die andere Schiffbrüchige befreit werden konnten.

Das Buch hat Licht- und Schattenseiten.

Einerseits gefällt der Roman durch eine sehr glaubwürdige und nachvollziehbare Schilderung der Geschehnisse. Der Autor hält sich an die Fakten und enthält sich erfreulicherweise jeder Wertung oder Schuldzuweisung. Die Berichte über die abenteuerliche Rettung der Mannschaft einer in Seenot geratenen Segelyacht oder von Mitgliedern der Nationalgarde, die durch einen missglückten Rettungsversuch nun selbst in große Gefahr gerieten, ist spannend und bewegend.

Auf der anderen Seite jedoch langweilt der Autor durch bis in die kleinste Einzelheit genaue Beschreibung fischereitechnischer oder seefahrerischer Details. Er benutzt Ausdrücke, die ich, als Landratte noch nie in meinem Leben gehört habe, seitenlang schwelgt er in der Aufzählung von Schiffsgerät.

Die Menschen, die mit der Andrea Gail untergingen, bleiben mir fremd. Natürlich gibt es über ihre letzten Stunden keinerlei Kenntnis, niemand weiß, was mit den Fischern wirklich geschah, wie sie sich fühlten, welche Angst sie empfanden. Doch meiner Meinung nach hätte es dem Buch nicht geschadet, wenn der Autor hier die Ebene der reinen Tatsachenschilderung verlassen und statt dessen ein wenig fabuliert hätte.

Kritik geschrieben von Eva Behrens, Herausgeberin von „Evas Leseland“.

Titel: Der Sturm
Autor: Sebastian Junger
Verlag: Heyne
Seiten: 348
ISBN: 3453152549

Meg

Erstellt am: September 18th, 2007

Der Tiefseeforscher Jonas Taylor glaubt an das Überleben des Megalodon, des riesigen Vorfahren unserer heutigen Haie. Darum steht es mit seiner akademischen Karriere nicht zum Besten und seine Beziehung steht auch kurz vor der Trennung. Als er ein Angebot für Tauchgänge in die Tiefsee bekommt, sagt er nach einigen Hin und Her trotz seiner Tiefenangst zu. Doch in der Tiefe lauert ein uraltes Wesen und obwohl es wegen einer Kaltwasserschicht unmöglich scheint, kommt dieses Monster durch einen unglücklichen Zufall an die Oberfläche.

Mittelmäßiger Abenteuerroman irgendwo zwischen Jurassic Park und Der Weiße Hai. Insgesamt halbwegs spannend zu lesen aber meiner Meinung vor allem gegen das Ende hin mit einigen Schwachstellen.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Meg
Autor: Steve Alten
Verlag: Heye
Seiten: 286
ISBN: 3453129075

Der mit dem Wolf tanzt

Erstellt am: September 18th, 2007

Leutnant Dunbar wird während des amerikanischen Bürgerkrieges irrtümlich in ein verlassenes Grenzfort im Indianerland geschickt. Dort schlägt er sich anfangs mit Instandsetzungsarbeiten durch und findet langsam Kontakt zu den in der Nähe lagernden Kommahnchenstamm.

Nachdem er mit der Zeit immer mehr von ihnen akzeptiert wird, beginnt er sich in eine als junges Mädchen vom Stamm aufgenommene junge Witwe zu verlieben, die ebenfalls eine Weiße ist. Er lernt die Lebensumstände des Stammes besser kennen und schätzen und durchlebt mit ihnen verschiedene Krisensituationen. So wird er selbst schließlich zum Mitglied des Stammes und entschließt sich, sein Leben in der Zivilisation hinter sich zu lassen.

Das Buch ist der vermutlich bei den Meisten bekannten Verfilmung sehr ähnlich. Man erfährt natürlich etwas mehr über die verschiedenen Charaktere, aber nichts wirklich anderes.

So wie die Indianer lange Zeit in Amerika als die überwiegend „Bösen“ in den Western herhalten mussten, so werden sie heute in fast naiver Weise als die edlen, naturnahen und friedlichen Wilden verklärt. In dem Buch wird die Fremdartigkeit der fast noch in der Steinzeit wurzelnden Kultur der Prärieindianer nirgends auch nur angedeutet.

So bleibt ein unterhaltsamer, mit wenig Überraschungen aufwartender und geradliniger Abenteuerroman.

Kritik geschrieben von Alfres Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Der mit dem Wolf tanzt
Autor: Michael Blake
Verlag: Lübbe
Seiten: 282
ISBN: 340413348X

Der große Eisenbahnraub

Erstellt am: September 18th, 2007

Der Gentleman-Gauner Edward Pierce plant im viktorianischen England im Jahr 1855 den Eisenbahn-Goldtransport für die Soldaten des Krim-Krieges auszurauben. Dazu heuert er verschiedene Spezialisten in der Londoner Unterwelt an und meistert immer wieder schier unüberwindliche Hindernisse.

Crichton schreibt zum Teil im Stil eines Tatsachenberichtes und lässt viele Informationen über das London des neunzehnten Jahrhunderts einfließen. Die Akteure aus den unteren Gesellschaftsschichten unterhalten sich in einer eigenen Gossensprache. Was für den Übersetzer sicher kein leichtes Unterfangen war, aber meiner Meinung (ich kenne nur die deutsche Version) nicht schlecht gemeistert wurde. Diese Mischung aus Realitätsnähe und aus der distanzierten, heutigen Sicht geschilderten „Reportage“ ist gut gelungen und ein kurzweiliges und spannendes Lesevergnügen.

Zuletzt ist der Roman zusammen mit „Congo“ vom selben Autor bei Knaur (ISBN: 3-426-71131-1) erschienen.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Der große Eisenbahnraub
Autor: Michael Crichton
Verlag: Knaur
ISBN: 3426711311

Titel: Die Afrikan Queen

Erstellt am: September 18th, 2007

Der Hund Buck führt ein geruhsames Leben. Als in Alaska das Goldfieber ausbricht, entsteht plötzlich große Nachfrage nach Hunden und darum verkauft ein verschuldeter Hilfsgärtner Buck heimlich. Nach einer grausamen Abrichtung gelangt er mit dem Schiff in den Norden und wird dort als Schlittenhund von Postkurieren gekauft.

Die harte aber gerechte Behandlung lässt ihn schnell lernen und er beginnt sich immer mehr gegen die anderen Hunde durchzusetzen. Als er jedoch nach kurzer Zeit an eine unerfahrene Reisegruppe verkauft wird, sterben viel der Schlittenhunde während der Fahrt und er steht auch knapp vor dem Zusammenbruch. Er verweigert die Weiterreise und wird unerbittlich geschlagen, nur das Einschreiten eines Einheimischen rettet ihm das Leben. Von nun an hält er unerbittlich an seinen neuen Herrn fest und rettet ihm mehrmals das Leben und verübt auch sonst außergewöhnliche Leistungen in seinem Dienst. Und er verwandelt sich immer mehr vom Haushund zurück zum Wolf.

Eine Abenteuergeschichte komplett aus der Sicht des Hauptdarstellers, des Hundes Buck erzählt. Dieser ungewöhnliche Kunstgriff und Londons Erzähltalent macht aus „Ruf der Wildnis“ einen hervorragende Abenteuerroman. Besonders jugendliche und tierliebende Leser werden von der Erzählung begeistert sein. London hatte offensichtlich ein besonderes Einfühlungsvermögen für Hunde, denn manche seiner Beschreibungen treffen ihr Verhalten überraschend genau. Obwohl er zugunsten der Geschichte den Hund ziemlich vermenschlichen muss.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Ruf der Wildnis
Autor: Jack London
Verlag: Insel
Seiten: 85
ISBN: 345833677X

Die Afrikan Queen

Erstellt am: September 18th, 2007

Rose Sayer lebt mit ihrem Bruder, dem englischen Missionar Samuel in einer Mission in deutsch Ostafrika, als der 1. Weltkrieg losbricht. Ein deutscher Offizier rekrutiert die Schwarzen zu Militärdienst aus ihrer Mission und requiriert auch sonst alles Brauchbare. Bald nachdem er abgezogen ist, stirbt ihr Bruder und sie ist gezwungen, mit dem zufällig mit einem alten Kahn vorbeikommenden Mechaniker Charly mitzufahren.

Bald nach ihrem Aufbruch den Fluss hinunter überkommt sie die patriotische Idee, mit Hilfe des alten Kahns ein Kanonenboot der Deutschen zu versenken, das den See kontrolliert, in dem der Fluss mündet. Charly erklärt ihr, dass der Fluss nicht durchgängig befahrbar ist und sie mit ihrem Boot kaum ein Kanonenboot angreifen können, obwohl sie zufällig reichlich Sprengstoff geladen haben. Doch Rose lässt sich von ihrem Vorhaben durch keine Fakten abbringen, und es gelingt ihr schließlich Charly zu überreden. Und so beginnen sie mit einer langen, mühevollen und gefährlichen Reise.

Das Buch ist, wie der allseits bekannte Film, in erster Linie ein „Kammerspiel“ für die beiden Hauptdarsteller. Wobei das Buch etwas distanzierter und ironischer ist, und deutlichere Verachtung für patriotische Wirrnisse ausdrückt. Die beide facettenreichen und etwas kauzigen Persönlichkeiten werden mit so viel Verständnis für ihre Schwächen beschrieben, dass mit nicht anders kann, als sie bald ins Herz zu schließen.

Das Ende ist übrigens etwas anders als im Film.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Die Afrikan Queen
Autor: Cecil S. Forester
Verlag: Ullstein
Seiten: 186
ISBN: 3548227546

Die Meuterei auf der Bounty

Erstellt am: September 18th, 2007

Roger Byam fährt auf der Bounty mit in die Südsee mit dem Auftrag, ein Wörterbuch der Sprache der Einheimischen für die Marine zu erstellen. Unterwegs stellt sich ihr Kapitän Leutnant Bligh als hinterhältiger Tyrann heraus. Bei ihrem Aufenthalt auf Thaiti kann sich die Mannschaft entspannen und Byam und sein Freund, der erste Offizier Fletcher Christian verheiraten jeder sich mit einer Eingeborenen.

Doch irgendwann muss die Heimreise angetreten werden, und Blights Schikanen erscheinen der Mannschaft jetzt noch unerträglicher. Unter der Führung Christians kommt es schließlich zur Meuterei. Bligh wird mit einem Teil der Mannschaft auf einem Beiboot ausgesetzt. Doch nicht alle, die sich nicht an der Meuterei beteiligten finden dort Platz und werden darum später auf Thaiti zurückgelassen, während Christian für sich und die Meuterer eine unbekannte Insel als Versteck sucht. Bligh kommt lebend nach England und die Marine schickt ein Kriegsschiff aus, um die Meuterer einzufangen.

Der typische Abenteuerroman überrascht weder negativ noch positiv in besonderer Weise. Die vermutlich jedem bekannte Geschichte wird flüssig und ohne die in dem Genre nicht seltenen, übertriebenen Schnörkel geradlinig erzählt. Ein kurzweiliges Buch, gerade recht, um so zwischendurch mit Genuss verschlungen zu werden.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Die Meuterei auf der Bounty
Autor: Charles B. Nordhoff, James Norman Hall
Verlag: Ullstein
Seiten: ?
ISBN: 3548230326

Weitere Buchbesprechungen im Lesertreff: