Georg Forster – Reise um die Welt

Erstellt am: November 14th, 2007

Eine wirklich sensationelles literariisches Juwel ediert der Frankfurter Eichborn Verlag: Georg Forsters berühmte Reise um die Welt – vollständig, originalgetreu und erstmals illustriert mit den prächtigen Tier- und Pflanzenbildern aus eigener Feder.
Ein Tag im Juli 1772. Ein grandioser Tag für einen 17-Jährigen. Georg Forster und sein Vater brechen auf, um die Welt zu umsegeln – mit niemand Geringerem als dem legendären Captain Cook. Es ist ein Geheimauftrag der englischen Admiralität: Man will den sagenumwobenen Südkontinent finden, den man jenseits von Neuseeland vermutet. Drei Jahre werden die Forsters unterwegs sein und dabei 300.000 Kilometer zurücklegen.
Eine derartig endlose Reise hat es in der humanen Historie bislang nicht gegeben. Es ist eine Reise voller Entbehrungen, Strapazen und Abenteuer, mit ungewissem Ausgang. Die Mannschaft droht zu meutern, als das Schiff in das ewige Eis der Antarktis gerät. Georg Forster aber zeichnet und zeichnet und entdeckt Hunderte von Vogel- und Pflanzenarten. Forsters Vater will mit einem bunt bebilderten Reisebericht reicht und berühmt werden. Doch es gibt einen Konkurrenten an Bord: Captain Cook. Der will selber über die Reise verfassen: man gerät sich in die Haare.. Der junge Georg Forster, diplomatischer als sein cholerischer Vater, rettet die verfahrene Situation. Er selbst schreibt jetzt die „Reise um die Welt“. Sie erscheint 1777, allerdings ohne die fantastischen Illustrationen. Dennoch: Das Buch wird ein über die Grenzen hinaus getragener Überraschungscoup und macht seinen Verfasser schlagartig berühmt.

Als Georg Forster ‚Reise um die Welt‘ in Jahren 1778-80 den deutschen Lesern vorgelegt wurde – die englische Fassung war bereits 1777 erschienen – bezeichnete Wieland diesen Reisebericht als „eines der merkwürdigsten Bücher“ seiner Zeit. Eine bedeutende Reisebeschreibung, ohne Frage nach Gehalt und Schreibart die beste von allen Darstellungen, die über die epochalen Entdeckungsreisen Cooks geschrieben wurden.
Und das Meisterstück gelang: Im März 1777, einen Monat vor der offiziellen Ausgabe, lag Forsters Buch auf Englisch vor, 1778 erschien die deutsche Ausgabe bei Haude und Spener in Leipzig. Jeweils ohne Forsters Illustrationen.
Um ihr Buch zu finanzieren, mussten die mittellosen Deutschen alles zu Geld machen, was sie besaßen. Viel war da nicht – außer dem Schatz der Aquarelle und Zeichnungen, die Georg während der Schiffsreise unter zum Teil abenteuerlichen Umständen angefertigt hatte. Ein reicher Konkurrent der Forsters, Joseph Banks, seines Zeichen naturkundlicher Begleiter der ersten Cook-Expedition, nahm die Bilder als Sicherheit für eine Summe Geldes entgegen, die er den Deutschen lieh. Die konnten es nie zurückzahlen und Georg mußte mitanschauen, wie fast alle seiner Zeichnungen unveröffentlicht im Schlund eines Archivs verschwanden, aus dem sie über 200 Jahre nicht mehr auftauchen sollten. Lediglich zwei Dutzend Vogelzeichnungen, die für König Georg III. agemeistert, von diesem aber zurückgewiesen und schließlich über die Vermittlung Goethes an Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha und Altenburg verkauft worden waren, wurden 1971 in der DDR publiziert.
Mithilfe des Museums für Natural History in London erscheint erstmalig überhaupt Georg Forsters grandioser Reisebericht zusammen mit seinen prächtigen Aquarellen und Zeichnungen, die er während der Weltreise anfertigte – eine veritable Sensation. Die von Frank Vorpahl besorgte Bildauswahl aus über 500 Tier- und Pflanzenzeichnungen gibt der Neuheit einer Spezies Vorrang vor rein ästhetischen Kriterien. Besondere Berücksichtigungen finden Tiere und Pflanzen von denen Georg Forster vor ihrem Aussterben Zeugnis ablegen konnte. Außerdem will die Auswahl Einblick in die Arbeitsweise Forsters geben, neben kompletten Blättern finden sich daher auch einige Skizzen und halbkolorierte Blätter. Immerhin hatten die Naturforscher auf ihrer 1111 Tage währenden Reise nur 290 Tage Landgang – zwischen Botanisiertrommel und Schreibpult mussten die Forscher daher mit höchster Effizienz händeln.
Kaum war das Schiff „Endeavour“ im Jahre 1771.wieder nach England zurückgekommen, als man schon den Entwurf zu einer neuen Reise machte, auf welcher die südlichen Gegenden unsrer Erdkugel weiter erforscht und untersucht werden sollten. Zwey tüchtige, starke Schiffe, die Resolution und die Adventure, wurden zu dem Ende als Königliche Schiffe vom sechsten Range (Sloops) ausgerüstet, und die Kapitäne Jacob Cook und Tobias Furneaux zu Befehlshabern ernannt. Genannt wird aber insbesonders Forster, sogar posthum, auf einer Grabschrift:

Weltumsegler! Du suchtest auf pfadlosem Ozean Zonen,
Wo die Unschuld der Ruh böte vertraulich die Hand!
Edler Forscher, was fandest du dort? Die Kinder der Erde
All‘ an Schwachheit sich gleich, alle dem Tode geweiht.
Sohn der Freiheit! Du öffnetest ihr die männliche Seele,
Ihr, die vom Himmel herab sandte der Vater zum Heil.
Ach! Es wandte die Göttin sich schnell von der blutigen Erde;
Forster! Du schwebtest mit ihr, hin wo dein Suchen sich lohnt….

Friederike Brun (1765-1835)

Georg Forster Reise um die Welt
Illustriert von eigener Hand
Mit einem biographischen Essay von Klaus Harpprecht und einem Nachwort von Frank Vorpahl, 648 Seiten ISBN 978-38218-6203-3
Preis € 79,00 / SFr 138

(Jead Lüdeke)

Die mit dem Delphin schwimmt

Erstellt am: September 20th, 2007

Wenn es um Delphine geht, dann sind Kinder immer vornan. Diese aufmerksamen, lieben Tiere sind der Traum vieler Menschen. Ein Traum, der für Gudrun Anders Wirklichkeit geworden ist. „Die mit dem Delphin schwimmt“ ist eine Lebensgeschichte, ein Buch für Delphinfreunde und Menschen, die ihren Träumen folgen.

Als Kind träumte die Autorin von Flipper und davon einmal mit ihm zu schwimmen. Ein Traum, den viele Kinder hegen. Doch Gudrun Anders wurde der Traum nach 30 Jahren erfüllt. Bei den Beduinen von Sinai fand sie mit einer Delphindame ein neues Lebensgefühl.

Anders Buch beschäftigt sich mit diesem Erlebnis und vielen weiteren. Die Autorin beschreibt ihr Leben zu den Delphinen. Es beginnt alles mit einem Traum, mit unzählbaren Besuchen in Delphinarien. Bis es endlich zum Kontakt, zur Berührung mit einem Delphin kommt, vergehen allerdings Jahre. Ab hier beginnt das Buch quasi. Sehr detailliert beschreibt Anders Ihr Leben in Sinai. Ihr Leben, dass durch Delphine völlig verändert wurde. Ihr ganzen Erfahrungen, Gedanken und Erlebnisse gehen in dieses Buch ein.

Beim Lesen des Buches spürt man die Freude und Erfüllung, die von der Autorin ausgeht, als ihr Lebenstraum wahr wird. Jeder der selbst einmal einen Traum verfolgt, kann sich in die Autorin hineinfühlen. Ihr Buch ist aufgrund der detaillierten Bezüge zu den Tieren allen Delphinfreunden zu empfehlen. Wer selbst aber die Freude von anderen Menschen teilen möchte, ist ebenfalls mit diesem Buch gut bedient. (Patrick Fiekers)

Titel: Die mit dem Delphin schwimmt
Autor: Gudrun Anders
Verlag: Rainbow Verlag
Seiten: 138
ISBN: 3929046172

Bill Gates – Sein Erfolgsgeheimnis

Erstellt am: September 20th, 2007

Einer der erfolgreichsten und bekanntesten Menschen ist sicherlich Bill Gates. Der unternehmerische Erfolg hat ihm allerdings nicht nur Freunde gemacht. Seine Methoden sind vielen ein Dorn im Auge, doch sein Geschäftssinn bleibt ungetrübt.

Janet Lowe hat bereits verschiedene Bestseller über Warren Buffet oder Jack Welch verfasst. Das Buch „Bill Gates – Sein Erfolgsgeheimnis“ setzt die Reihe der Autorin fort. Die Geschichte von Gates ist ein Klassiker. Als kleiner Junge hat er eine Garagenfirma gegründet, die ihn zum mächtigsten Global-Player wachsen ließ. Das Buch beginnt bei seiner Kindheit. Vom Babyalter bis zum ersten Computerclub hat Lowe recherchiert. Doch auch die Studienzeit in Havard wird ausführlich beschrieben.

Der interessante Teil beginnt mit den ersten Programmierschritten Gates. Ein Programm, dass heute als DOS bekannt ist, brachte ihm den Erfolg. Die Firma Microsoft wächst heran. Lowe fängt die Geschichte von Bill Gates und seiner Firmengründung sehr gut ein. Sie beschreibt die damaligen Arbeitstechniken, seine Kollegen und Freunde.

Heute hat sich das Blatt gewendet. Eine kleine Firma ist zu einem der größten Unternehmen weltweit aufgestiegen. Sowohl das Management, als auch die Unternehmensphilosophie Microsofts hat sich geändert. Neben diesen wichtigen Punkten führt Lowe auch die Fehler von Bill Gates auf. Fehler, die sogar Computerkriege auslösten, wie der bekannte Browserkrieg.

Die Autorin hat auch Freunde und Bekannte Gates interviewt um so ein genaues Bild über den reichsten Mann der Welt zu erhalten. Zu guter Letzt findet der Leser verschiedene Zitate von Bill über das Leben. Auch Bills Zukunftspläne werden nicht verheimlicht.

Im Anhang des Buches ist eine chronologische Reihenfolge der Ereignisse in William Henry Gates III. Leben aufgeführt. Ein erfolgsversprechende Biographie über einen erfolgreichen Geschäftsmann. (Patrick Fiekers)

Titel: Bill Gates – Sein Erfolgsgeheimnis
Autor: Janet Lowe
Verlag: Börsenverlag
Seiten: 265
ISBN: 3930851490

Bekenntnisse eines Bürgers

Erstellt am: September 20th, 2007

Sándor Márai , Jahrgang 1900, hat die vorliegenden Erinnerungen bereits 1934 in Budapest veröffentlicht. Im Vorwort wird die Authentizität der Personen als nicht bestimmbar angegeben. Es sei eine „Romanbiographie“, die handelnden Personen nur in dem Roman beheimatet.

Beim Lesen wird uns klar, dass dieses eine sehr echte und wohl kaum erfundene Biographie sein muss. Die Erinnerungen reihen sich ein in die unvergleichlichen Schilderungen anderer Autoren, wie beispielsweise Stefan Zweig, Canetti, Sperber, u.a., die ein lebendiges und farbiges Bild einer Jugend um die Jahrhundertwende 1900 gegeben haben.

Die Atmosphäre ,die Stimmungen, die in den Familien herrschte, dazu die Lebensregeln, die gesellschaftlichen und familiären Bindungen, werden mit tiefer Erkenntnis auch um die inneren Brüchigkeiten und Verbildungen beschrieben. Sándor Márai wächst zunächst nach dem tragischen Tod seiner um zwei Jahre jüngeren Schwester als verwöhntes Einzelkind seiner sehr liebevollen Mutter heran. Von ihr gibt er ein Bild, wie es nicht schöner beschrieben werden kann. Sie kann spielen und sich ganz in die Welt der Kinder hineinversetzen. Darüber hinaus versteht sie es , die häusliche Welt so zu gestalten, dass es eine freudige und Geborgenheit vermittelnde Umgebung für den heranwachsenden Jungen bedeutet.

Nach der Geburt einer weiteren Schwester und später in großem Abstand noch zweier Brüdern bricht diese heile Welt der Einzigartigkeit für den Jungen Márai zusammen.

Nicht nur Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen und ihre Charaktere werden hervorragend und bildhaft beschrieben. Es ist die Schule, es sind die Lehrer , Mitschüler, Orte und Stimmungen, in deren Bann wir gezogen werden.

Seine Vertreibung aus dem Paradies der Kindheit ist dramatisch und erschreckend: er kommt im Alter von 14 Jahren wegen Fehlverhaltens zu Hause in eine Erziehungsanstalt. Dort scheint die Inkarnation schwarzer Pädagogik mit allen ihren Schrecken und Grausamkeiten zu herrschen.

Dem sensiblen und sich unverstanden fühlenden Jungen werden hier die letzten Illusionen über das Menschsein geraubt. Seine schon vorhandenen Gefühle von Einsamkeit und Isolation nehmen ihren Fortgang. Márai versteht es, uns teilnehmen zu lassen an seinen inneren Zweifeln, seinen Veränderungen, seinen Irrtümern und seinen Kümmernissen.

Es ist sein schwieriger, zweifelnder und unruhiger Charakter, der sich uns in seinen Erinnerungen offenbart. So nehmen wir teil an einer vergangenen Welt, in der andere Bedingungen, andere Regeln und Lebensformen das Leben der Menschen einengte und bestimmte.

Der zweite Teil des Buches beginnt unvermittelt und übergangslos mit der Bahnfahrt aus Berlin nach Paris. Er ist 23 Jahre alt und befindet sich in Begleitung seiner ebenso jungen Frau auf dieser Reise. Die so farbigen Schilderungen über die Kindheit und frühe Jugend sind verschwunden. Eine mühsame und von Alltagssorgen, mangelndem Gelderwerb gezeichnete Welt tut sich nun auf.

Es ist die unruhige, von Inflation, Arbeitslosigkeit, aber vielen Begegnungen mit den Künstlern der zwanziger Jahre im Berlin des 20.Jahrhunderts und später Paris geprägte Welt.

Er und seine Frau leben von der Hand in den Mund. Er beginnt zu trinken. Dann fängt er sich wieder und lebt von Zeitungsartikeln , die er verfasst. Sein Leben im Wechsel von einem Land zum anderen ist bekannt. Er wird nie wieder wirklich irgendwo heimisch werden.

Faszinierend sind allemal die psychologischen Einsichten und Weitblicke, die zu allen , auch den heutigen Zeiten, Gültigkeit besitzen. Ein schönes und empfehlenswertes Buch. (Claudine Borries)

Titel: Bekenntnisse eines Bürgers
Autor: Sándor Márai
Verlag: Piper Verlag
Seiten: 420
ISBN: 3492230814

Novembernächte

Erstellt am: September 20th, 2007

Die Erzählung beginnt mit einem Besuch von Chaim Potok im Jahre 1985 bei Wolodja und Mascha Slepak in Moskau , einem seit Jahren auf die Ausreisegenehmigung aus Russland nach Israel wartenden jüdischen Ehepaar.

Chaim Potok hat sich auf die Suche nach der Geschichte und den Wurzeln der Familie Slepak begeben. Es wird ein spannendes Unterfangen , anhand dieser Familiengeschichte die historischen Ereignisse während der Stalin -und Nachstalinära aufzurollen . Im wesentlichen geht es aber um die Entwicklung jüdischer Geschichte, um Assimilation und Antisemitismus in Russland, in diesem Buch.

Die Geschichte von Solomon Slepak ,des Vaters von Wolodja, beginnt um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert in Russland. Die Vorläufer der russischen Revolution machen sich bemerkbar .1917, mit der vollendeten Revolution und dem Tod der Zarenfamilie ,beginnt das bolschewistische Regime unter zunächst Lenin und später Stalin.

Solomon Slepak, der Vater von Wolodja, ist ein strammer Bolschewik.R Im Laufe der Familiengeschichte kann man viel darüber erfahren ,wie es zu Stalins Zeiten und noch danach politisch in Russland zuging.R Solomon wird ca. 1927 Presseattaché in Peking und bekommt die politischen Kämpfe um eine Ausweitung des Einflusses der Kommunisten in China mit.
Nach seiner Rückkehr nach Moskau in den dreißiger Jahren ist er stellvertretender Direktor der TASS.
In eben diesen Jahren des vorigen Jahrhunderts ereignen sich in Russland die politischen Verfolgungen,die Legende sind , und die in vielen Berichten von Dichtern und Denkern aus jener Zeit dokumentiert sind.
Der zunehmende Wahnsinn, die scheinbare Paranoia von Stalin ,führen zu den unvorstellbarsten Verfolgungen, Quälereien und Hinrichtungen selbst seiner getreuesten Weggefährten.
Während zeitweise Juden in herausragenden Stellungen zur Festigung des Regimes beitragen , macht sich nach und nach ein sich ausweitender Antisemitismus breit. So fallen auch viele dieser Juden den Säuberungen zum Opfer.
Solomon Slepak entgeht unglaublicherweise allen Verfolgungen und bleibt ein treuer Anhänger des Systems.

Erst der Sohn von Solomon, Wolodja, geb. 1927, der die besten Schulen und Ausbildungen genossen hat, wird in seinen späteren Jahren ein Kritiker des Regimes, wozu der sich immer deutlicher abzeichnende Antisemitismus einen guten Teil beiträgt.
Wolodja und seine Frau Mascha stellen 1967 einen Ausreiseantrag nach Israel.
Er und seine Frau müssen daraufhin unendliche Schikanen und Verurteilungen durchstehen. Sie werden mit bürokratischen Mitteln hingehalten und mit immer neuen Begründungen an der Auswanderung nach Israel gehindert.
Wolodja muss schließlich fünf Jahre Verbannung wegen unsinniger Vergehen im hintersten Sybirien durchstehen. Später soll sich herausstellen, dass diese Verurteilung ungesetzlich war, — auch nach russischem Recht!
Die Entbehrungen während der Fahrt dorthin, der Aufenthalt ohne ausreichende Versorgung mit Nahrung, Kleidung, gesundheitlicher Versorgung und unter den Bedingungen unzureichender Wohnverhältnisse , ist für Leser, die in einer ruhigen und weitgehend demokratisch-zivilisierten Kultur leben, nur schwer vorstellbar.
Erstaunen löst die Unzahl von Freunden und Hilfswilligen aus, die sich im Umfeld der Familie bewegen. Erst nach einem Kampf von fast zwanzig Jahren ,im Oktober 1987, gelingt Wolodja und Mascha Slepak die Ausreise nach Israel.

Ein erschütterndes und aufrüttelndes Werk ist dieses Buch, das zur Geschichtsaufhellung über den Antisemitismus in Russland einen wichtigen Beitrag leistet. (Claudine Borries)

Titel: Novembernächte
Autor: Chaim Potok
Verlag: rororo
Seiten: 380
ISBN: 3499228009

Roberts Reise

Erstellt am: September 20th, 2007

Michael Schindhelm, Jahrgang 1960 , Intendant am Theater in Basel und neuerdings, wie so viele ehemalige Bürger der DDR ,unter dem Verdacht ,für die Stasi gearbeitet zu haben , hat in dem vorliegenden Roman Teile seiner eigenen Geschichte zur Vorlage genommen. Es ist ein eigenartiger Stil, in dem hier skizzenhaft und mit fast kühler Distanz die eigene Vergangenheit beleuchtet wird.

Auf den ersten Seiten wird von Robert in der dritten Person gesprochen, erst später wechselt der Erzähler in die Ich-Form. Die Zeitebenen sind verschoben: einmal befinden wir uns in einer gegenwärtigen Zeit ; Robert ist erwachsen und lebt in der Schweiz. Dann wieder gehen wir mit dem Erzähler in die Vergangenheit. Jugendjahre in der Provinz der DDR ; anfangs die Familie als innerer Hort, in der man aufrecht sein konnte. Versteckte Andeutungen, dass die Eltern die äußere Welt, die politische Welt, in der sie leben, missbilligen.

Später entstehen Schulschwierigkeiten, Kontroversen mit Lehrern und Eltern. Robert wandelt wie im Schlaf durch seine Zeit. Schulfreunde kommen und gehen. Die Eltern befürworten den Wechsel zu einer Spezialschule, einem Internat, das zu einer Fachschule für Naturwissenschaften gehört.

Robert durchläuft ein äußerst spartanisches Leben. Neben dem Lernen wird viel Unfug getrieben: erste Liebschaften und Saufereien, nächtliches Fernbleiben aus der Unterkunft etc.. Nach dem Fachabitur geht Robert nach Woronesch in Russland, um Quantenchemie zu studieren. Woronesch ist der letzte Ort, in den ein junger Mensch freiwillig gehen würde. Die Häuser sind verkommen ,und die Versorgung ist vollkommen unzureichend. Aber alles “ geschieht“. Er trifft Freunde, eine Italienerin, Afrikaner, Deutsche. Auch die Liebschaften kommen und gehen.

Eine abenteuerliche Exkursion in die kaukasischen Weiten lässt ahnen, dass Robert sich immer durchmogeln kann, ohne der Bürokratie, die bekanntlich hart und streng im Osten ist, zum Opfer zu fallen. Zuweilen hat er fast konspirativ anmutende Verabredungen in Moskau mit westlichen Ausländern und Botschaftsangehörigen.

Natürlich gerät er schließlich auch in die Fänge der eigenen Leute, die ihn aufgrund seiner vielen Kontakte zur Mitarbeit erpressen wollen. Wird etwas daraus? Der Leser muss sich selbst seine Gedanken darüber machen.

Am Ende wird er Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Ostberlin. Auch hier vermitteln die Mitarbeiter und die Arbeitsstelle einen trostlosen Eindruck. Und trostlos ist die ganze Stimmung ,die über dem Erzählten liegt.

Jungendlicher Übermut und Freude kommen auch bei abenteuerlichsten Stellen in diesem Buch kaum auf.

Robert bleibt überall ein Fremder. Er trifft eine Frau und hat mit ihr ein Kind. Auch diesem Leben gegenüber bleibt er fremd. Schließlich ,nach Öffnung der Mauer, zieht es ihn fort in den Westen. Er hat eine neue Frau und eine Tochter,– ist sie überhaupt seine? Das bleibt ungesagt.

Gefühle werden kaum spürbar. Einzig bei der Erwähnung der später in der Heimat zurückgelassenen Tochter Zoe vermag der Erzähler den Eindruck zu vermitteln , dass sich hier einer quält mit Versäumnissen, mit einer ungestillten Sehnsucht nach einer Tochter, die er verlassen hat. Auch die Erinnerung an eine italienische Freundin aus der Zeit in Woronesch wird bei seinem Leben im Tessin noch einmal wach.

Das Buch hat einen eigenen Stil , der sich in Andeutungen ergeht, so dass es dem Leser überlassen bleibt, sich eigene Gedanken zum Tun und Treiben der handelnden Personen zu bilden.

Ich fand es in gewisser Weise anstrengend , das Buch zu lesen. Immer meinte ich , mich konzentrieren zu müssen, um ja nichts zu verpassen. Und vielleicht ist der Leser auch sehr angestrengt, herauszufinden, wo denn nun die eigene gesellschaftliche und politische Position des Protagonisten zu finden sei. Sie bleibt vage und offen. Es ist ein ernstes ,gut geschriebenes und lesenswertes Werk. (Claudine Borries)

Titel: Roberts Reise
Autor: Michael Schindhelm
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
Seiten: 315
ISBN: 3421053308

Die Salzsäule

Erstellt am: September 20th, 2007

Albert Memmi lebt als Schriftsteller, Soziologe und Literatursoziologe in Paris.

Vorangestellt ist diesem Buch das Motto: Und Lots Weib sah hinter sich und ward zur Salzsäule, 1 Mose 19,26

Besser kann man nicht beschreiben , wie es einem ergeht, der die Kultur verlassen hat , in die er hineingeboren wurde, und der eine neue niemals wirklich finden kann. Dieses Buch erzählt in der Form eines biographischen Romans die Geschichte von Albert Memmi selber.

Er wächst als Sohn einer Berberin und eines Juden in Tunis auf. Der Vater ist Schuster. Es ist eine arme Umgebung, in die er hineingeboren wird.

Als begabter Schüler besucht er ein französisches Gymnasium und gerät damit zwischen verschiedene Kulturen und Welten. Er ist sich nicht sicher, wo er hingehört: ist er Tunesier, ist er Berber, ist er Franzose und ist er Jude? Zwischen den Zeilen erfährt der Leser, dass es eine bizarre Welt ist, in die einer hineingeraten kann, wenn er nirgendwo mehr beheimatet ist. Wunderschön sind die Beschreibungen , mit denen er seinen Weg aus der Vorstadtenge hinaus in die Welt schildert. Die Gerüche seiner Kindheit , die Räumlichkeiten, die Onkel und anderen Verwandten, seine Begegnungen mit Mitschülern und Lehrern , sein Weg durch die verschiedenen Bildungs- und Lehranstalten, werden in den intensivsten Farben beschrieben. Die Welt des Handwerks und des Bürgertums erschließt sich vor den Augen des Lesers.

Am Ende aber wird das klar, was Albert Camus in seinem Vorwort treffend wiedergibt:“ der Autor beschreibt mit Genauigkeit und Leidenschaft die qualvolle Situation eines jungen Juden , der sich durch Intelligenz und Willenskraft zum Bewusstsein dessen durchringt ,was er ist und was er nicht ist …..“ Er bleibt offen in seinem Denken für alles, von welcher Seite es auch kommen mag. Albert Memmi ist ein sensibler Beobachter, der eigenes Erkennen, eigene Veränderungen und seine Einsichten in das Leben in einem wunderschönen Sprachstil minutiös analysiert.

Ein hervorragendes, meisterhaft geschriebenes ,offenes Bekenntnis über einen ungewöhnlichen Lebenslauf ,fern von jeder Norm und doch so aktuell in einer Zeit, in der es durch Migration zum Verlust von Heimat und Identität in vielfacher Form immer wieder kommt. (Claudine Borries)

Titel: Die Salzsäule
Autor: Albert Memmi
Verlag: Europäische Verlagsanstalt
Seiten: 365
ISBN: 3434462317

Amsterdam, Keizersgracht 333

Erstellt am: September 20th, 2007

Der Aufbau-Verlag war gut beraten, die schon 1991 in einer gebundenen Ausgabe veröffentlichten Erinnerungen des Verlegers Fritz H.Landshoff (1901-1988)erneut, diesmal als Taschenbuch, herauszugeben. Diese Erinnerungen, denen auch eine Auswahl aufschlussreicher Briefen beigefügt ist, sind eines der wichtigsten Zeugnisse des literarischen Exils. Sie sind klar und verständlich geschrieben, übersichtlich gegliedert und konzentrieren sich in erster Linie auf das schwierige Geschäft des Büchermachens im Exil.

Im Frühjahr 1933 war in Amsterdam auf Initiative des holländischen Verlegers Emanuel Querido der deutsche Exilverlag Querido gegründet worden. Verleger des Exilverlags wurde Fritz H.Landshoff. Die Produktion des holländischen Verlages umfasste etwa dreißig Bücher im Jahr, die des deutschen betrug in der Zeit vom Herbst 1933 bis April 1940 insgesamt 124 Bücher.

Landshoff hatte das Verlagsgeschäft von Grund auf gelernt und war, bevor Hitler an die Macht kam, Mitinhaber im Potsdamer Gustav-Kiepenheuer-Verlag gewesen. Für diesen Verlag hatte er Ende der zwanziger Jahre eine damals unbekannte Autorin entdeckt, die schnell Weltruhm erwarb. Es war Anna Seghers.

Für viele von den Nazis verfolgte Autoren bedeutete der Querido-Verlag eine Rettungsstation, zum Beispiel für Alfred Döblin, Alfred Kerr, Irmgard Keun, Carl Sternheim, Arnold Zweig und viele andere. Landshoff schildert den Verlagsalltag im Exil, die Zusammenarbeit zwischen Autoren und Verleger, seine Begegnung mit Jakob Wassermann kurz vor seinem Tod im Herbst 1933 und erzählt, dass Vicki Baum auch privat „höchst unterhaltend und amüsant“ gewesen sei. Von den Schriftstellern zeichnet Landshoff eindrucksvolle Porträts. Mit manchen war er eng befreundet, wie etwa mit Klaus Mann.

Ab Juni 1933 erschien im Querido-Verlag die Zeitschrift „Die Sammlung“. Daraufhin schrieb in Deutschland Will Vesper, fanatischer Hitler-Anhänger und Herausgeber der nazideutschen Zeitschrift „Neue Literatur“: „Die aus Deutschland entflohenen kommunistischen und jüdischen Literaten versuchen von ihren Schlupfwinkeln aus, das neue Deutschland mit einem Wall von literarischem Stinkgas zu umgeben.“

Als deutsche Truppen in die Niederlande einfielen, weilte Landshoff gerade in London und entging, im Gegensatz zu seinen Kollegen Emanuel Querido und Walter Landauer, der Deportation und Ermordung in einem Konzentrationslager. 1940 gründete er zusammen mit G.Bermann-Fischer einen Verlag in New York. Landshoff konnte sein Erinnerungsbuch selbst nicht mehr vollenden. Dennoch ist es eines der wichtigsten Quellen zur Exil-Literatur geworden und dank seines ausführlichen Anhangs ein wertvolles Nachschlagewerk obendrein. (Ursula Homann)

Titel: Amsterdam, Keizersgracht 333
Autor: Fritz H.Landshoff
Verlag: Aufbau Taschenbuch Verlag
Seiten: 559
ISBN: 3746616867

Lebensfalten

Erstellt am: September 20th, 2007

Charles Simmons hat als Roman deklariert, was er uns über sein Leben erzählen will. Das Buch ist als ein leicht melancholisches, freundlich beschriebenes Lebensbild aufzufassen.

In der Form der Gegenwart, Rückblende und zuweilen Vorschau auf das gelebte Leben, berichtet Simmons in wechselnden Bildern, flüchtigen Erinnerungen, ja, vorübergehenden Schatten von seinem Leben und Treiben als Kind, heranwachsendem Jugendlichen , Ehemann, Liebhaber und Autor. Er beschreibt, was ihm begegnet ist, wie er es erlebt hat, was ihn beglückt und betrübt hat. Im Stil bewegt er sich zurückhaltend und ein wenig lakonisch.

Simmons ist 1924 geboren. Er führte das Leben eines typischen, amerikanischen Mittelstandskindes. Sein Vater und die Mutter sind keine ausgeprägten Charaktere , die ihn sehr beeindruckt hätten. Der Bruder spielt da schon eine gewichtigere Rolle. Mit Freunden treibt er seinen Unfug wie alle Jungen. Frühe Liebeleien beleben die Zeit des Heranwachsens,– auch das ist so wie überall zu allen Zeiten im bürgerlichen Lager. Er absolviert das Militär ohne besondere Begeisterung. Seine Ehe, die Geburt der Töchter,– alles folgt zu seiner Zeit und ebenso die Trennung und Scheidung von seiner Frau. Keine Frau ist so, dass sein Herz unwiederbringlich daran hängen bleibt. Einzig die Ähnlichkeit seiner Frau mit einem Kindermädchen aus frühester Kindheit, nur angedeutet, lässt ahnen, dass es da schmerzliche Trennungen im Leben gab. Er wischt darüber hinweg, als wären Gefühle im Übermaß nur peinlich.Seine Begegnungen mit Frauen enden wohl alle in Unzufriedenheit, Überdruss und Langeweile. Sexualität ist wichtig für ihn. Er schreibt ausführlich darüber. Nur scheint er sie abgespalten von seinen weiblichen Partnerinnen zu erleben, da sich die Frauen aus seinem Alltag kaum als besonders bemerkenswert hervorheben .

Im Alter schließlich bemerkt er , dass seine Zeitgenossen ihresgleichen suchen und Außenseiter meiden. Das wird schwierig für ihn, da er sich selbst als Außenseiter fühlt. Dennoch such er ihre Gesellschaft, “ denn er spricht gerne über Kindheit und Jugend und möchte dann von seinem Gegenüber verstanden werden. „Das ist einer dieser anrührender und zugleich überaus bescheidenen Sätze in diesem Buch.

Es scheint keine Begeisterung herüber aus irgendeiner Zeit, keine überwältigenden Ereignisse haben das Leben bereichert. Ist es erst die Sicht aus der Perspektive des alten Mannes, die diesen Monolog bestimmt? Wenn es Höhen und Tiefen gegeben hat in diesem Leben , so bleiben sie hinter einer Verhaltenheit versteckt. Er spricht zwar in der dritten Person über sich, man weiß aber: es ist sein Leben, mit dem er sich thematisch beschäftigt.

Im Gegensatz zu den wortgewaltigen und sprachlich intensiven Erinnerungen anderer Autoren, ist dieser Lebensbericht eher unspektakulär und still. Das aber gibt dem Buch den besonderen Eindruck, dass das Leben , auch das eines Schriftstellers, ganz alltäglich verlaufen kann.

Eine schönes , stilles und ruhiges Buch, das dennoch keine Langeweile aufkommen lässt. (Claudine Borries)

Titel: Lebensfalten
Autor: Charles Simmons
Verlag: Beck
Seiten: 161
ISBN: 3406471242

Liegen Lernen

Erstellt am: September 20th, 2007

In knappen Sätzen und in einer sehr witzigen Manier erzählt hier einer über seine Kindheit , Jugend, sein Studium und das Erwachsenwerden in den siebziger und achtziger Jahren der alten BRD.

Es ist ein Buch aus dem Genre: Entwicklungsroman.
Der Autor Frank Goosen ist Jahrgang 1966.
Helmut, der Held der Geschichte, spricht über die Schule, seine Eltern, die Feste in der Familie ,die nach einem festgefügten Schema in der immer gleichen Weise ablaufen: Besuch beim Onkel, der dick, reaktionär und machohaft über seine Frau verfügt. Die Mutter , die still ist und ebenfalls dick und in Stummheit mit dem Vater verbunden. Der Vater, ein Beamter, verschwindet häufig in den Keller, wo er sich seiner umfangreichen Plattensammlung widmet. Er bestimmt außerdem, was im Fernsehen angeschaut wird.
In der Schule hat man die üblichen kleinen alltäglichen Sorgen: wie kommt man zurecht, wer wird SchulsprecherIn, wie geht es mit den Noten, was macht man nach dem Schulabschluß,- welche Schülerin erweckt die größte Neugier, und wer läßt wen überhaupt an sich heran. Die gängige Musik dieser Jahre ist ebenso gegenwärtig , wie die politischen Diskussionen zu Nicaragua und AKW .

Helmut betrachtet mit kritischem, wachen Blick, was um ihn herum geschieht. Natürlich ist er auch neugierig: auf das Leben, seine erste Liebe und die erste Sexerfahrung.

Mehr zufällig entscheidet sich Helmut für ein Geschichsstudium .

Freundinnen und erste Erfahrungen mit ihnen gehören natürlich zum Leben jetzt dazu. Die Beziehungen kommen oft auf Initiative der Frauen zustande. In dieser Hinsicht haben sich die Zeiten geändert. Immer gleich scheint aber das Erstaunen der Eltern zu bleiben, wenn die Kinder anfangen, aus dem Haus zu gehen, sich ein eigenes Leben aufzubauen, sich weit von den Gewohnheiten dieser Elternhäuser zu entfernen und nur noch lächelnd bis amüsiert auf ihr zurückgelassenes Elternhaus schauen.
Natürlich gibt es auch Elternhäuser, die ganz betont der neuen Zeit frönen, indem sie locker, unbeschwert und in falsch verstandener Kameraderie ihr fröhlich – lustiges Sexleben vor den Kindern ausleben. Helmut sieht es mit Erstaunen im Elternhaus von Britta, seiner ersten großen Liebe noch zu Zeiten, als sie beide in die Schule gehen.
Er macht alles mit, findet sich in alles ein, urteilt nur hintergründig durch die Art seiner Erzählung,— und lernt!

Natürlich, wie zu allen Zeiten, vergeht die Zeit des Fummelns, Grabschens und Turtelns und wechselt zur echten Beziehung, deren Dauer von anderen, tiefer verbindenden Inhalten bestimmt sein wird, als nur alleine vom Sex.

Ja, und dann gibt es da noch diese unübertroffene Szene, in der sich Helmut mir der Frage auseinandersetzt , ob er mit seiner langjährigen Freundin Tina ein Kind haben könnte. In einer Art Angst-und Panikreaktion beginnt er eine rasante Odyssee zu den Spuren seiner kurzen Vergangenheit. Fast sieht das aus wie Rebellion, um sich der Einsicht zu entziehen, dass er nun ins bürgerliche Leben einkehren wird, und dass die abwechslungsreiche Aufbruchzeit der Jugend endgültig zuende geht.

Das Buch ist von einer seltenen Spannung und sehr unterhaltsam. Für diejenigen, die in dieser Zeit ihre Jugend erlebt haben, wird sie noch einmal lebendig. Für andere ist bemerkenswert, dass über alle Zeiten hinweg die gleichen Abläufe das Erwachsenwerden begleiten, wenn auch in veränderter Aufmachung .

Das Buch kann m.E. als wichtiger Beitrag gelten, fernab vergangener Generationen neue Formen des Erwachsenwerdens zu begreifen. (Claudine Borries)

Titel: Liegen Lernen
Autor: Frank Goosen
Verlag: Eichborn
Seiten: 298
ISBN: 3821808543

Weitere Buchbesprechungen im Lesertreff: