In der mir vorliegenden Variante erinnert das Buch – sieht man es zum ersten Mal – ein wenig  an das Warenlager eines Rollenspiels – möglicherweise mit Absicht, da ein ähnlich benanntes Spiel existiert. Ein Schild, ein Schwert und ein Dolch wurden – leicht durchsichtig – vor einen Raum mit großem Fenster und Tisch drappiert. Die Bedeutung der drei Gegenstände wird im Laufe des Buches und vermutlich auch seiner Nachfolger verdeutlicht.

Blättert man das Buch durch fällt einem das am Ende befindliche Glossar auf, welches beim lesen noch hilfreich sein könnte. Es erklärt Rassen, Pflanzen, Tiere und Gegenstände der Welt dieses Buches, deren Namen wie selbstverständlich im Buch genutzt werden, da sie zum Sprachgebrauch der Protagonisten des Buches gehören. Einigen Lesern mag es dienlich sein nach der Konfrontation mit einem solchen Begriff die Möglichkeit zu haben, eine etwas genauere Erläuterung nachlesen zu können. Andererseits ist die Geschichte auch ohne dieses Glossar durchaus verständlich und nachvollziehbar, so dass es schon ein wenig schade ist, das Buch dadurch noch weiter gekürzt zu sehen.
(Die Aussage bezieht sich auf die Taschenbuch-Version, welche mit 335 Seiten Inhalt glänzt, welches wohl einem Standard-Buch durchaus entspricht, bei Fantasy-Romanen aber eher als wenig erscheint.)

Bei „Die Legende von Osomyr“ handelt es sich um das erste Band einer Buchreihe von Petra Staufer, welche in der Welt „Eluyan, am Rande des Universums“ spielt, auf welcher neben Elfen, Kobolden und Menschen momentan auch eine Reihe von Dämonen existieren, seit Mógui, der schwarze Kaiser die Macht an sich gerissen hat. Die Dämonen gehorchen selbstverständlich dem Bösen, die Kobolde im groben und ganzen ebenso, wohingegen die Elfen das Gute darstellen. Menschen werden in diesem Buch eher als einfache Wesen dargestellt, die ihrem Leben so gut es geht nachgehen. Teils besitzen Menschen magische Kräfte wodurch sie mit sog. Großmagier durchsetzt sind, die wie es bei Menschen üblich ist, sich sowohl dem Guten, als auch dem Bösen zuwenden können.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, in welchem eine dunkle Gestalt, sich durch einen Wald wagt, um einen Säugling vor die Haustür des letzten Dorf vor der Grenze zu legen. Die Neugierde wird hierbei ein wenig angefacht, da erwähnt wird, das die Wälder das Böse beherbergen und sich eigentlich niemand hinein wagt und da man nicht weiß, aus welchem Zweck dieser Säugling dort abgelegt wurde oder wer dieses ist, übernimmt die mysteriöse Gestalt eine Funktion, die eher fragwürdiger Natur ist, im Laufe des Buches jedoch noch aufgeklärt wird.

Die Frage um wen es sich bei dem Säugling handelt wird zumindest teilweise im nächsten Kapitel gelöst. Die Geschichte geht 15 Jahre später weiter, im Hause des Großmagiers Jodenas, welcher einen Lehrling – Taris – erzieht, sowie ein 15 jähriges Mädchen – Sharani – bei sich aufwachsen lässt, welches als Säugling ausgesetzt vor einer Haustür gefunden wurde und erst wegen ihres äußeren – welches dem eines Koboldes sehr ähnelt – umgebracht werden sollte. Jodenas jedoch ist einer der guten und findet, dass jeder ein Recht auf Leben hat. Er bringt Taris die Magie bei und lehrt Sharani alles nötige Wissen über Kräuter- und Heilkunde.

Als nun an diesem Tag in einer der Lehrstunden Taris, dieser in seinen Gedanken plötzlich ein Buch vor sich sieht und es materialisieren kann, steht das Böse so gut wie vor der Tür. Jodenas erkennt in dem Buch, das „Buch der Welten“, welches als alleiniges Mittel in einer Prophezeiung erwähnt wird um den schwarzen Kaiser zu besiegen. „In Zeiten der größten Not würde es sich seine Hüter“ – in diesem Fall Taris – zeigen. Jodenas weiß nun, dass die Zeit knapp wird und bringt Taris bis die Truppen Móguis auftauchen noch das wichtigste bei um ihn bestmöglichst auf das ihm Bevorstehende vorzubereiten. Als die Zeit gekommen ist, muss er sich jedoch opfern, damit Taris und Sharani entkommen und ihrer Bestimmung folgen können. Gerade noch schafft Jodenas es, Taris die Prophezeiung zu sagen, welche mit dem „Buch der Welten“ zusammenhängt. Taris soll sich ersteinmal mit Sharani zu den Elfen begeben um in Sicherheit zu gelangen und danach mit ihrer Hilfe das Buch nach Osomyr zur bringen, den „wahren Herrscher“ zu finden und den „schwarzen Kaiser“ zu entmachten und dadurch Frieden in die Welt zu bringen. Auf ihrem Weg bestreiten die beiden immer wieder Kämpfe mit den Schergen des Kaisers und erlangen weitere Freunde, die ihnen hilfreich zur Seite stehen. Ebenso zeigt sich, dass bei jedem Volk, auch bei den Kobolden etwas Gutes zu finden ist.

Wenn auch die Geschichte im groben ziemlich einfach zu durchschauen ist, so wird die Story doch in einer fesselnden Umgebung durch einen nicht unbedingt geradlinigen Weg auf das sichtbare Ziel gesteuert, der einen dazu bewegt immer weiter zu lesen. Es scheint eindeutig, dass sowohl Taris, als auch Sharani größere Rollen spielen, als ihnen zunächst zugestanden wird. Dennoch wird das Geheimnis nur nach und nach gelüftet und auch wenn ein kleines Ziel der Geschichte am Ende des Buches erreicht wurde, so ist das Endziel – der wiederhergestellte Frieden auf Eluyan durch die Vernichtung des scharzen Kaisers noch aufgeschoben, so dass nur gehofft werden kann, dass die Autorin die Fortsetzung des Romanes mindestens genauso spannend gestaltet.

Wer also ein Faible für Fantasy hat und kein Problem darin sieht, dass die grob umrissene Geschichte den vorhersehbaren Weg geht, ist dieses Buch durchaus zu empfehlen, da die exakten Ereignisse nicht vorraussehbar sind und es somit dennoch stets ein interessantes Erlebnis bleibt, die beiden Protagonisten auf ihrem Weg zu begleiten. (Kerstin Schmitz, Ingo Lüttecke)

Der Herr der Ringe

Erstellt am: Dezember 20th, 2007

Es ist schon eine Weile vergangen, seit meiner ersten Bekanntschaft mit Tolkiens Romantrilogie „Der Herr der Ringe“.

Seitdem habe ich die Bücher immer mal wieder hervorgenommen, um darin zu schmökern, mich in eine andere Realität zu begeben, zu träumen und mit meinen Gedanken in fremden, unbekannten Welten herumzustromern. Die drei Bände gehören wohl zu den meistgelesenen Exemplaren meines Bücherschrankes. Und nicht nur ich hatte daran meine Freude, auch mein Mann, meine Kinder und unzählige Freunde und Bekannte haben sie mit Begeisterung verschlungen.

Die Geschichte spielt in Mittelerde, einer fiktiven Welt, die bevölkert ist von seltsamen Wesen. Hobbits, die nur halb so groß sind wie wir Menschen, feengleiche Elben, Zwerge, Zauberer, Drachen, böse Orks, noch bösere Geister und so manch andere Gestalten sind dort anzutreffen.

Frodo, ein Hobbit, gelangt in den Besitz eines mächtigen Zauberringes. Da dieser Ring von Sauron, dem finstersten aller Wesen geschaffen wurde, wohnen ihm zerstörerische Kräfte inne und deshalb muß der Ring vernichtet werden. Diese Aufgabe, die Frodo zuwächst, erscheint fast unmöglich zu bewältigen. Begleitet von 3 weiteren Hobbits, sowie von Elben, Menschen – auch diese gibt es in Mittelerde-, Zwergen und Gandalf, dem Zauberer, tritt der Halbling die gefahrvolle Reise ins Land Mordor, das Reich des Bösen an, wo allein der Ring zerstört werden kann. Natürlich versuchen alle Mächte der Finsternis dies zu verhindern und so müssen die Gefährten nicht nur gegen Gollum, den Vorbesitzer des Ringes – eine Mischung aus Kriechtier, Insekt und Hobbit -, sondern auch gegen Orks, Trolle, Balrogs, schwarze Reiter, fliegende Geister, Riesenspinnen und andere Kreaturen kämpfen.

Schließlich, nach verlustreichen Kriegen und einem entbehrungsreichen Marsch, den Frodo allein mit seinem Diener Sam durch das Land Mordor unternimmt, siegt das Gute und auf die Bewohner von Mittelerde wartet eine glückliche Ära.

Dieses umfangreiche Werk ist ein wundervolles Märchen. Es entführt in eine Welt voller Fantasie und lädt ein zum Besuch nie gekannter Gegenden. Tolkien entwirft ein komplettes Universum und entwickelt hierfür nicht nur die entsprechende Religion und Mythologie sondern auch eine genaue Geografie und sogar eine gut durchdachte eigene Sprache. Wenn man sich wirklich auf die Geschichte einlässt kann man ganz darin versinken und völlig vergessen, dass man sich in Wahrheit im Lande von Finanzämtern, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Rentenanpassungsgesetzen, im Zeitalter von Atomkraftwerken, Computern und Globalisierung befindet.

In den letzten Jahren hat Tolkien viele Nachahmer gefunden. Wer kennt nicht unendlichen Regalmeter in den Bücherläden, gefüllt mit zahllosen Fantasyromanen, -geschichten, -erzählungen und -spielen? Doch nicht ein einziger von all‘ den vielen Autoren hat auch nur annähernd jene Meisterschaft erreicht, mit der Tolkien zu fesseln vermag.

Selbst wer Fantasyromane eigentlich nicht mag, sollte den „Herrn der Ringe“ lesen, denn dieser Klassiker ist einfach gut.

Kritik geschrieben von Eva Behrens, Herausgeberin von „Evas Leseland“.

Titel: Der Herr der Ringe
Autor: John Ronald Reuel Tolkien
Verlag: Klett-Cotta
Seiten: 1100
ISBN: 3608935444

Der Prinz auf dem weißen Pferd

Erstellt am: September 23rd, 2007

Ein Prinz reitet auf einem weißen Pferd durch eine Wüste in einem seltsamen Land. Er kennt weder seinen eigenen Namen, noch weiß er so recht woher er kommt. In seiner Welt gibt es allerdings nur einen runden Mond, nicht einen Herzförmigen, einen Quadratischen und einen Ovalen wie hier. Er ist auf dem Weg zum Knochenschloss, wo er den Messingdrachen besiegen soll. Warum, weiß er auch nicht recht. Sein etwas eigenartiges Pferd und ein kurz erscheinende Frau namens Gemael die Rote scheinen darauf zu bestehen.

Eine witzige Geschichte mit kuriosen Figuren in einer eigenartigen Welt. Kurzweiliger und unterhaltsamer Lesestoff. Alice im Wunderland mit einem Fantasyhintergrund.

Leseproben:
(…)
„Aber du hast gerade gesprochen.“
„Nein“, sagte das Pferd.
„Doch. Gerade ist es wieder geschehen.“
„Das bildest du dir nur ein“, behauptete das Ross.

(…)
„Versuch es du Narr“ donnerte es.
„Bleib hier“ bat der Prinz rasch. „Gib dich nicht mit Leuten ab, die dich ‚Narr‘ schimpfen!“
Dann erinnerte er sich daran, dass er Gemant kurz zuvor ‚Idiot‘ genannt hatte, und klappte rasch den Mund zu.

(…)
„Warum hast du nicht gesagt, dass er ein mächtiger Zauberer ist?“ brüllte der Ritter.
„Ich hab dir alles gesagt, was ich über ihn weiß!“ heulte Ysome. „Und außerdem hast du behauptet, es mit jedem Gegner aufnehmen zu können.“
Dann sahen sie den Prinzen. Der Ritter sank sofort auf die Knie. „Gnade, Unbesiegbarer Gebieter!“ schluchzte er.

Ysome eilte an dem Ritter vorbei, blieb dicht vor dem Prinzen stehen, machte einen Knicks und küsste ihm die Hand. Im Anschluss daran sah sie demütig zu ihm auf und hauchte ergeben:

„Mein Befreier …“
„Nun“, wandte Gemant ein, „eigentlich bin ich gekommen, um dich zu retten.“
„Schweig!“ zischte Ysome und bedachte ihn mit einem giftigen Blick.

(…)
„Blas jetzt die Trompete, die dir Themistra gab.“

Zuerst konnte der Prinz sie gar nicht finden, und anschließend fiel es ihm schwer, dem Instrument irgendeinen Ton zu entlocken. Er hatte das Gefühl, als bemühe er sich, einen Ballon aufzublasen – war ihm schon immer ziemlich schwer gefallen war. Schließlich bot ihm Vultikan seine Hilfe an – und für zehn Minuten war der Prinz auf dem linken Ohr taub.

Zuletzt ist die Geschichte in der Heyne Jubiläumsreihe mit dem Titel „Im Reich der Fantasy“ erschienen.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Der Prinz auf dem weißen Pferd
Autor: Heyne
Verlag: Tanith Lee
Seiten: 142
ISBN: 3453098544

Das Foundation-Projekt

Erstellt am: September 23rd, 2007

Die Menschheit hat Millionen Planeten in der Galaxis besiedelt. Seit Tausenden Jahren besteht dieses galaktische Imperium unter der Führung eines Kaisers auf Trantor. Ihm zur Seite steht ein Kanzler, der zur Zeit Eto Demerzel heißt, in Wirklichkeit aber der Roboter Daneel ist.

Von ihm unterstützt, arbeitet Professor Hari Seldon an der Universität hartnäckig an der neuen Wissenschaft Psychohistorik. Seine Karriere und sein Kampf gegen den Untergang des Imperiums mit Hilfe seiner Familie und Freunde nehmen immer neue, oft unerwartete Wendungen.

In der Fortsetzung zu „Die Rettung des Imperiums“ schildert Asimov gleichzeitig mit dem Leben der Hauptfigur Hari Sheldon eine Art historischen Abriss einer fiktiven, zukünftigen Zivilisation. Obwohl diese Zukunft nicht sehr wahrscheinlich erscheint, weil es kaum wahrscheinlich ist, dass die Menschheit in Tausenden Jahren so wenig Fortschritte macht, ist es trotzdem ein sehr guter Science Fiction-Roman. Nicht umsonst zählt der Autor zu den unbestrittenen Klassikern in diesem Genre.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at.

Titel: Das Foundation-Projekt
Autor: Isaac Asimov
Verlag: Heyne
Seiten: 478
ISBN: 3453127706

Luthiens Wagnis

Erstellt am: September 23rd, 2007

Der Aufstand geführt von Luthien, der wegen seines magischen Umhangs „Roter Schatten“ genannt wird, gewinnt in der Stadt Montfort langsam aber sicher die Oberhand.

Der Hexenkönig Grünspatz unterschätzt die Rebellen zwar noch immer, aber sendet trotzdem eine mächtige Armee unter dem grausamen und gewitzten Zyklopengeneral Belsen’Krieg gegen sie. Luthien kommt dadurch in arge Zeitnot und bittet den Zauberer Brind’Amour um Hilfe.

Wie der erste Teil „Das Joch der Zyklopen“ ist auch „Luthiens Wagnis“ eher Fantasy-Dutzendware. Die Protagonisten sind meist ziemlich eindimensional gut, geistreich und edel oder böse, hinterhältig und schlecht.

In langatmig erzählten Kampfszenen metzeln die Guten heldenhaft und akrobatisch reihenweise ihre Feinde nieder.

Das Buch ist halbwegs unterhaltsam geschrieben aber in kaum einer Weise bemerkenswert.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at.

Titel: Luthiens Wagnis
Autor: R.A.Salvatore
Verlag: Heyne
Seiten: 349
ISBN: 3453133498

Der Herr der Ringe

Erstellt am: September 23rd, 2007

Es ist schon eine Weile vergangen, seit meiner ersten Bekanntschaft mit Tolkiens Romantrilogie „Der Herr der Ringe“.

Seitdem habe ich die Bücher immer mal wieder hervorgenommen, um darin zu schmökern, mich in eine andere Realität zu begeben, zu träumen und mit meinen Gedanken in fremden, unbekannten Welten herumzustromern. Die drei Bände gehören wohl zu den meistgelesenen Exemplaren meines Bücherschrankes. Und nicht nur ich hatte daran meine Freude, auch mein Mann, meine Kinder und unzählige Freunde und Bekannte haben sie mit Begeisterung verschlungen.

Die Geschichte spielt in Mittelerde, einer fiktiven Welt, die bevölkert ist von seltsamen Wesen. Hobbits, die nur halb so groß sind wie wir Menschen, feengleiche Elben, Zwerge, Zauberer, Drachen, böse Orks, noch bösere Geister und so manch andere Gestalten sind dort anzutreffen.

Frodo, ein Hobbit, gelangt in den Besitz eines mächtigen Zauberringes. Da dieser Ring von Sauron, dem finstersten aller Wesen geschaffen wurde, wohnen ihm zerstörerische Kräfte inne und deshalb muß der Ring vernichtet werden. Diese Aufgabe, die Frodo zuwächst, erscheint fast unmöglich zu bewältigen. Begleitet von 3 weiteren Hobbits, sowie von Elben, Menschen – auch diese gibt es in Mittelerde-, Zwergen und Gandalf, dem Zauberer, tritt der Halbling die gefahrvolle Reise ins Land Mordor, das Reich des Bösen an, wo allein der Ring zerstört werden kann. Natürlich versuchen alle Mächte der Finsternis dies zu verhindern und so müssen die Gefährten nicht nur gegen Gollum, den Vorbesitzer des Ringes – eine Mischung aus Kriechtier, Insekt und Hobbit -, sondern auch gegen Orks, Trolle, Balrogs, schwarze Reiter, fliegende Geister, Riesenspinnen und andere Kreaturen kämpfen.

Schließlich, nach verlustreichen Kriegen und einem entbehrungsreichen Marsch, den Frodo allein mit seinem Diener Sam durch das Land Mordor unternimmt, siegt das Gute und auf die Bewohner von Mittelerde wartet eine glückliche Ära.

Dieses umfangreiche Werk ist ein wundervolles Märchen. Es entführt in eine Welt voller Fantasie und lädt ein zum Besuch nie gekannter Gegenden. Tolkien entwirft ein komplettes Universum und entwickelt hierfür nicht nur die entsprechende Religion und Mythologie sondern auch eine genaue Geografie und sogar eine gut durchdachte eigene Sprache. Wenn man sich wirklich auf die Geschichte einlässt kann man ganz darin versinken und völlig vergessen, dass man sich in Wahrheit im Lande von Finanzämtern, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Rentenanpassungsgesetzen, im Zeitalter von Atomkraftwerken, Computern und Globalisierung befindet.

In den letzten Jahren hat Tolkien viele Nachahmer gefunden. Wer kennt nicht unendlichen Regalmeter in den Bücherläden, gefüllt mit zahllosen Fantasyromanen, -geschichten, -erzählungen und -spielen? Doch nicht ein einziger von all‘ den vielen Autoren hat auch nur annähernd jene Meisterschaft erreicht, mit der Tolkien zu fesseln vermag.

Selbst wer Fantasyromane eigentlich nicht mag, sollte den „Herrn der Ringe“ lesen, denn dieser Klassiker ist einfach gut.

Kritik geschrieben von Eva Behrens, Herausgeberin von „Evas Leseland“.

Titel: Der Herr der Ringe
Autor: John Ronald Reuel Tolkien
Verlag: Klett-Cotta
Seiten: 1100
ISBN: 3608935444

Die Sieben Siegel der Macht

Erstellt am: September 23rd, 2007

Nun ist das Ziel klar: es gilt zu verhindern, dass jemand (insbesondere Necron) alle sieben Siegel an sich reißt und somit die Welt der Vernichtung preisgibt. Was in diesem Fall passieren würde ist folgenden: die GROßEN ALTEN könnten wieder auf die Erde zurückkehren. Ihre Macht kommt der Götter gleich und die einzigen Gefühle, deren sie fähig sind, sind Hass und Wut. Schon einmal herrschten sie über die Erde, vor 200 Milliarden Jahren kamen sie von den Sternen und unterjochten die Erde, doch verstießen sie gegen die Schöpfung, indem sie eigenen Wesen, eigenes ‚Leben‘ erschufen. Die konnten die ÄUßEREN GOETTER aber nicht tolerieren, sie befahlen den ALTEN zu gehorchen, doch diese kümmerten sich nicht darum. Es kam zum Krieg, der die Welt vernichtete, die ÄUßEREN GOETTER siegten und verbannten die GROßEN ALTEN in fremde Dimensionen. Doch der Bann bröckelt, der Einfluss der ALTEN steigt wieder und sie warten darauf, dass ihnen jemand das Tor zurück in die Welt öffnet… In diesem Band wird wirklich alles aufgeboten, was in der Hexer-Reihe Rang und Namen hat, fast alle Gestalten aus früheren Bänden tauchen in der ein oder anderen Weise noch mal auf. Bemerkenswert ist auch der hohe Grad an Zerstörung, die das ganze Buch durchzieht, das Motto scheint zu sein: „Gründlich oder gar nicht!“ Dieser Band war über 5 Jahre der letzte in der Reihe, doch das Ende lässt genügend Spielraum, den Plot in veränderter Form fortzuführen: von nun an geht die Geschichte mit dem Sohn des Hexers weiter.

Kritik geschrieben von Ingo Strauch, Herausgeber von Brack’s Bücherkiste

Titel: Die Sieben Siegel der Macht
Autor: Wolfgang Hohlbein
Verlag: Bastei-Lübbe
Seiten: 809
ISBN: 3404143396

Das Haus der verschwundenen Jahre

Erstellt am: September 23rd, 2007

Der gnadenlose Thrill bleibt aus, den – sagen wir – die Geschichten im „Ersten Buch des Blutes“ erregten oder der Roman „Stadt des Bösen“. Clive Barkers „Das Haus der verschwundenen Jahre“ ist ein Märchen par excellence, allerdings nicht nur für Kinder. Vielleicht nicht ganz im Stil der Gebrüder Grimm, aber dafür „schaurig-schöne Fantasy“. Das sagt der Klappentext, und es stimmt.

Meisterlich beherrscht Barker das Spiel mit den konventionellen Märchenmotiven. Seine Bildersprache sucht ihresgleichen. Wer würde schon auf diese unnachahmliche Weise umschreiben, dass einem kleinen Jungen langweilig ist? – „Das große, graue Untier namens Februar hatte Harvey Swick mit Haut und Haaren verschlungen. Da lag er nun tief im Bauch des Alptraummonats und grübelte. Würde er je aus diesem Labyrinth herausfinden, das sich wie eine Eiswüste zwischen nun und Ostern erstreckte?“ Keine Sorge, unser kleiner Protagonist Harvey Swick wird noch früher in eines der absonderlichsten Abenteuer verstrickt, als ihm lieb ist. Denn gerade als er vor lauter Langeweile zu sterben droht, erscheint Rictus. Unversehens steht er in Harveys Zimmer im zweiten Stock und gleich darauf hat er – nach Art eines Staubsaugervertreters oder Gebrauchtwagenhändlers – den Jungen an der Angel, indem er ihm die Aussicht auf ein Abenteuer verspricht.

Eigentlich ist Rictus ganz harmlos, könnte man meinen, wäre da nicht sein Haifischgrinsen, der unerklärliche Gestank, der ihm oder seinem Taschentuch anhaftet, die Tatsache, dass er fliegen kann und auf gar keinen Fall Fragen gestellt werden dürfen.

Wie dem auch sei, bei seinem zweiten Auftauchen nimmt Rictus Harvey mit in Mr. Hoods Ferienhaus. Dort erlebt er innerhalb eines Tages den gesamten Jahreslauf im Zeitraffer, und jeden Abend wird Weihnachten gefeiert. Harvey findet einen Freund – Wendell – und eine Freundin – Lulu. Letztere sieht er zwar nicht oft und Wendell hat für jede Frage nur ein lakonisches „Wen juckt’s!“ übrig. Doch ansonsten scheint er im Paradies gelandet zu sein. Gut, die Halloween-Streiche, die man sich gegenseitig spielt, mögen etwas drastisch sein, aber so sind Kinder nun einmal. Oder nicht?

Harvey Swick jedenfalls ist ein Kind, das Fragen stellt, wenn nicht anderen, so sich selbst. In dem Maß, in dem das Haus ihn in seinen Bann zieht, wird er auch des Umheimlichen seiner Atmosphäre gewahr. Es ist nicht allein der See, in dessen Tiefe es von merkwürdigen Fischen wimmelt, das seltsame Machtgefühl, das Harvey in der Verkleidung eines Vampirs empfindet, oder der Anblick des Drachen, der sich nächtens vom Kamin in den Himmel schwingt, auch nicht, dass der Weg zur Rückseite des Hauses im Dunkeln viel länger scheint als bei Tageslicht. Aber all dies zusammen führt zu Harveys Entschluss zu fliehen. Mit knapper Not gelingt Harvey und Wendell die Flucht aus Mr. Hoods Haus.

Aber in welcher Realität finden sich die Jungen wieder? Während für Harvey in Mr. Hoods Ferienparadies nur ein paar Tage verstrichen, sind in der realen Welt einunddreißig Jahre vergangen. Harveys Eltern sind alt geworden, die Welt, in der Harvey sich wiederfindet, ist nicht mehr die seine. Statt also das Unerklärliche zu erklären, macht er sich mit Wendell auf, um sich die verschwundenen Jahre zurückzuholen.

Zurück in Mr. Hoods Haus verfällt der wenig willensstarke Wendell sofort wieder den Verlockungen des Ferienparadieses. Harvey dagegen entlarvt die Illusion als Illusion, das Paradies als bloßen Schein, geschaffen aus Staub und Dreck. Er widersteht allen Anfechtungen, bis es schließlich zum Showdown zwischen ihm und dem ominösen Mr. Hood kommt, der bislang nur in der Figurenrede präsent war.

Es wird deutlich, dass Mr. Hood das Haus selbst ist und alle Verlockungen nur dazu dienen, ihm die Lebenskraft der Kinder nutzbar zu machen. Mr. Hood, das Haus, ist ein Vampir – der König der Vampire. Er versucht Harvey zu locken, indem er ihm wie einst Mephisto Dr. Faustus verspricht, alle seine Wünsche zu erfüllen. Gelingt ihm dies, gehört die Seele des Jungen ihm. In einem Frage-Antwortspiel testet Harvey die Macht des Vampirs, der sich immer mehr verausgaben muss, um den schönen Schein aufrechtzuerhalten. Als Harvey sich alle vier Jahreszeiten zur gleichen Zeit wünscht, erfüllt Mr. Hood auch diesen Wunsch und zerstört sich damit selbst. Happy End, oder?

Mit seinem Tod sind auch die Kinder erlöst, die Hood im Lauf der Jahrhunderte verführte. Sie waren die merkwürdigen Fische, die sich in dem unheimlichen See hinter dem Haus tummelten. Die Kinder verlassen Mr. Hoods Grundstück und kehren zurück in die reale Welt – jedes in seine Zeit. So erhalten sie die verschwundenen Jahre zurück. Ohne Melodramatik geht das jedoch nicht vonstatten. Als Harvey sich von Lulu verabschiedet, gibt es Tränen, denn Lulu ist in der Realität, wo die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen aufgehoben ist, wesentlich älter als Harvey. Der typische Märchenschluß – sie lebten zusammen bis an ihr glückliches Ende – bleibt ihnen versagt. „Schätzungsweise müssen wir Hood wenigstens für etwas dankbar sein“, sagt Harvey zum Abschied. „Wir waren zusammen Kinder.“

Harvey findet das Glück im Schoß seiner Familie. Seine Tage sind angefüllt „mit so viel Liebe, dass es für tausend Weihnachtsfeste reichte.“ Damit endet ein Buch, das unterhaltsamen Lesestoff bietet für einen langen Winterabend. Hin und wider rieselt beim Lesen ein leiser Schauer den Rücken herunter, und das ist in Ordnung so. (Alexander Amberg)

Titel: Das Haus der verschwundenen Jahre
Autor: Clive Barker
Verlag: Heyne Verlag
Seiten: 239
ISBN: 3453131002

Im Reich der Dinosaurier

Erstellt am: September 23rd, 2007

Edgar Rice Burroughs (1875-1950) schrieb den fantastischen Roman „Im Reich der Dinosaurier“ bereits im Jahr 1917. Erstmals publiziert wurde das Werk 1924. Nach Tarzan gilt es als sein bestes Werk, von vielen Kritikern gelobt.

Zu Beginn dieser Geschichte findet der Erzähler ein Manuskript in einer Flasche. Er sagt: Lesen Sie eine Seite, und in spätestens zwei Minuten werden Sie mich vergessen haben. Das ist ein Versprechen, das Burroughs hält.

Erstmals in deutscher Sprache erzählt er die seltsamen und furchtbaren Erlebnisse Bowen Tylers. Während des ersten Weltkrieges wird er auf einem Passagierdampfer von einem deutschen U-Boot angegriffen. Das Schiff sinkt. Ein englischer Schlepper rettet die Überlebenden. Darunter Tyler und ein Teil der Dampfercrew. Mit Hilfe der Besatzung des Schleppers bringt er das deutsche U-Boot unter sein Kommando. Der gefangene deutsche U-Bootkommandant sabotiert bei jeder Gelegenheit den von Bowens errechneten Kurs. Bis sie sich tief im Südpazifik befinden, weitab von der Möglichkeit in einen Kanal zurückzukehren.

Magnetisch angezogen hält das U-Boot Kurs auf eine Insel. Caprona – Eine Insel in keiner Karte verzeichnet und seit zweihundert Jahren vergessen.

Sie erreichen das innere der Insel über einen unterirdischen Fluss. Tayler hätte sich nie träumen lassen das seine Reise in einem Land endet, wo selbst die Zeit gefangen ist. Es ist ein Platz in dem die Entwicklung eine umgekehrte Umdrehung genommen hat. Sie treffen auf Arten seltsamer und prähistorischer Tiere, Wassermonster und gigantischer Flugreptilien.

Die Crew zieht über den Fluss auf die andere Seite Capronas. Plötzlich verändert sich Flora und Fauna. Aus Reptilien werden räuberische Säugetiere. Anstatt Meilen zu überqueren , durchqueren sie Epochen.

Das Buch will verschlungen werden. Schon nach den ersten Zeilen, wird der Leser von der so wahnsinnigen, fantasiesprudelnden Geschichte gefesselt. Man muss auch nicht unbedingt Fantasy-Fan sein, um einfach eine wirklich gute Geschichte einer fabelhaften Mikrowelt zumögen. (Silvia Dunker / PF)

Titel: Im Reich der Dinosaurier
Autor: Edgar Rice Burroughs
Verlag: Blitz Verlag
Seiten: 264
ISBN: 389840000X

Aurian

Erstellt am: September 23rd, 2007

Was für eine Geschichte! Selbst einen „Fantasy-Anfänger“ wie mich hat die Story gepackt und nicht wieder losgelassen.

Aurian ist die Tochter von Erdmagusch Eilin und Feuermagusch Geraint. Sie ist bereits von klein auf mit den magischen Kraeften ihrer Eltern ausgestattet. Nach dem Tode ihres Vaters jedoch vernachlässigt ihre Mutter sie. Dies ändert sich als der berühmte Schwertkämpfer Forral ins Tal kommt. Er nimmt sich Aurians an und bildet sie im Schwertkampf aus. Eines Tages jedoch kommt es zu einem folgenschweren Unfall. Als Aurian diesen überlebt, verlässt Forral das Tal und Aurian wird nach Nexia an die Akademie geschickt, um zu einer richtigen Magusch ausgebildet zu werden.

Die folgenden Jahre übersteht Aurian nur durch die Hilfe ihrer neuen Freunde, die sie an der Akademie gefunden hat. Eines Tages allerdings kehrt Forral zurück. Er übernimmt wieder einen Teil ihrer Ausbildung. Jetzt brechen sich auch die Gefuehle, die beide füreinander hegen, Bahn. Ihnen steht jedoch keine Zukunft bevor da sie sich den Zorn des Erzmagusch zuziehen und dieser Forral tötet.

Aurian schwoert Rache und zieht durch das Land um Verbündete zu finden. Der Erzmagusch hat die Alte Magie wiederbelebt und es wird sehr schwer werden ihn zu stoppen. Aber niemand sollte Aurian unterschätzen, selbst ihre Feinde nicht. Denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Mag dieser auch oft beschwerlich sein, Aurian wird nicht aufgeben. Es steht einfach zu viel auf dem Spiel. Und ihre neuen Freunde stehen ihr zur Seite bei all ihren Abenteuern.

Kritik geschrieben von Isolde Wehr, Herausgeberin der romantischen Bücherecke

Weitere Buchbesprechungen im Lesertreff: