Miss Emergency – Hilfe, ich bin Arzt

Erstellt am: Februar 19th, 2012

Bereits nur wenige Jahre, nachdem Antonia Rothe-Liermann ihr Abitur gemacht hatte, war sie in den Jahren 2000 und 2001 das erste Mal als Co-Autorin tätig. Während dieser Zeit absolvierte sie zugleich ihr Studium an der HFF Potsdam-Babelsberg. Der Schwerpunkt lag auf der Film- und Fernsehdramaturgie beziehungsweise dem Drehbuch. Im Jahr 2006 erhielt sie das Diplom zum Abschluss des Studiums. Es folgten zahlreiche weitere Autorenarbeiten, wie unter anderem für die Serie „Hinter Gittern“. Nach zahlreichen weiteren Arbeiten hat im letzten Jahr die Buchserie „Miss Emergency“ Premiere gehabt. Jetzt ist das erste Hörbuch zur Serie erschienen. weiterlesen… »

Der dritte Bildungsweg

Erstellt am: Juli 1st, 2011

Die Bildung ist gerade in unserer heutigen Zeit ein schwieriges Kapitel. Es lohnt sich, dass man sich mit diesem Thema intensiver auseinandersetzt. Ausführlich ist dies am 29. April 2010 in der Festhalle Waldfeucht geschehen. Zugegen waren Jürgen Becker, Dietmar Jakobs und Martin Stankowski. Das Ergebnis ist jetzt auf zwei CDs zu hören. weiterlesen… »

Was der Großvater noch zu erzählen wußte

Erstellt am: November 28th, 2007

Wer kennt nicht die Märchen der Brüder Grimm, die beide vor vielen Jahren gesammelt und aufgeschrieben haben? Einige sind sehr bekannt. Aber es gibt noch viele andere Märchen, die mittlerweile fast vergessen sind. Einige dieser Märchen erzählt hier ein Großvater mit einer warmherzigen Stimme und mit musikalischer Untermalung. Es sind Geschichten und Legenden aus der guten alten Zeit, für Kinder ab sechs Jahren und Erwachsene ohne Altersbegrenzung. Alle neun Märchen stammen aus dem französischen und deutschsprachigen Raum. Der Großvater gibt sie in freier Version wieder, beginnend mit dem Zauberfaden, der in einer kleinen verzauberten Dose steckt. Das Märchen beginnt wie fast alle Märchen: „Es war einmal“, nämlich eine Witwe, die hatte einen Sohn, mit Namen Hans. Sie wohnten in einem hübschen kleinen Dorf in Frankreich in einem putzigen Häuschen. Hans war ein ungeduldiger Junge und konnte es gar nicht erwarten, bis er groß war. Wenn es Winter war, dachte er, wenn es doch erst nur wieder Sommer wäre, und im Sommer wünschte er sich den Herbst herbei. Nie war er zufrieden. Einmal als er an einem schönen Sommertag schläfrig auf einer Lichtung am Wald saß, begegnete ihm ein alter Mann mit einem freundlichen Gesicht, der ihm ein silbernes Bällchen schenkte, aus dem ein goldenes Fädchen heraushing. Wenn Hans wolle, sagte der freundliche alte Mann, dass die Zeit schneller vergeht, dann solle er an dem Faden ziehen, und flugs sei eine ganze Stunde und mehr vorbei. Da Hans im Laufe seines Lebens sehr oft an dem Fädchen zog, damit die langweiligen Stunden und später die Durstrecken, die das Leben nun einmal für jeden bereithält, schnell vorübergingen, ging auch sein Leben im Sauseschritt voran, und ehe er sich’s versah, war er alt, grau und gebrechlich. Nur gut, dass auch dieses Mädchen wie die meisten am Ende dann doch gut ausgeht.

Die nächste Geschichte beginnt mit Vogelgezwitscher und erzählt, wie der Distelfink sein buntes Federkleid bekam. Ein Märchen handelt von einer Wette zwischen Sonne und Wind, ein anderes vom Streit der Werkzeuge und ein weiteres von einem Bauern, der sich in geheimnisvolle Reden ergeht und keine Furcht vor dem König hat, weil er diesem an Schlauheit ebenbürtig ist. Zwischendurch erscheint die kleine Anna und gibt dem Großvater Rätsel auf, wie etwa das vom klebrigsten Vogel. Ein anderes Mal fragt sie ihn, wann es am gefährlichsten sei, in den Wald zu gehen. (Ursula Homann)

Titel: Was der Großvater noch zu erzählen wußte
Autor: Josef-Stefan Kindler
Verlag: K&K Verlagsanstalt

Atmosphäre Europa. Aufbruch

Erstellt am: November 28th, 2007

Ein junger Mann namens Paul – so beginnt der stimmungsvolle, lyrisch angehauchte Hörroman – sitzt in der Sonne in einem Straßencafé und räkelte sich genüsslich auf seinem Stuhl. Man hört Vögel zwitschern, leise Musik im Hintergrund, freut sich mit Paul an dem gelben Zitronenfalter und sieht und spürt die Sonne förmlich auf der eigenen Haut. Doch dann kommt ein Brief dazwischen. Paul schreckt auf, eilt nach Hause, packt seine Siebensachen und fährt schnurstracks los, wohin, weiß er noch nicht. Er erreicht Frankreich, kommt in kleine Städte und Dörfer, und während ihn die Erinnerungen an seine Kindheit mit Drachensteigen und an seine Studienzeit und Freundin heimsuchen, erklingt minutenlang eine Trompete. Dann liegt das Meer vor ihm in der Abendsonne, die Konturen verblassen, die Wellen des Atlantiks schlagen an die Felsen der Küste. Paul fährt weiter in die Provence, lässt sich treiben, bis ihm plötzlich einfällt, dass er eine Entscheidung treffen müsse.

Nichtsdestotrotz genießt er den Markttag in einer kleinen französischen Stadt, nimmt unterschiedliche Eindrücke in sich auf und lernt Geraldine, eine Malerin, kennen, bei der er eine Nacht verbringt und das Fliegen lernt – im Traum, versteht sich. Dann heißt es, Abschiednehmen, Paul muss zurück, um einiges in Ordnung zu bringen. Er fährt gen Osten und kommt zu einer Kathedrale in einer Kleinstadt. Dank seiner Einbildungskraft und Fantasie sieht er plötzlich die Kirche voller Menschen, die mit gefalteten Händen die Gnade Gottes herabflehen, nimmt Farben, Gerüche und Kerzen wahr und gerät förmlich in eine religiöse Ekstase. Musik klingt auf und erfüllt den ganzen Raum. Plötzlich wird es wieder still und leer um ihn. Paul kommt zu sich und sieht den Kalk von den Wänden rieseln.

Der Verlag nennt Pauls Aufbruch und Fahrt durch Frankreich eine „phantastische Reise zu den Wurzeln europäischer Identität“. Das mag etwas weit hergeholt sein, aber eins steht fest: hier ist offensichtlich ein junger Mann auf der Suche nach sich selbst und nach dem, was das Leben ausfüllen und sinnvoll machen könnte. Der Hörer tut daher gut daran, etwas Muße und Ruhe mitzubringen, um Paul auf allen Wegen zu begleiten und diesen stimmungsvollen, atmosphärisch einfühlsamen Hörroman, der streckenweise begleitet wird von meditativer Musik und dann wieder von beunruhigenden Klangwelten, zu genießen. Fürwahr, ein eindrucksvolles Erlebnis, das den aufmerksamen Hörer allerdings nicht über einige stilistische Unstimmigkeiten hinwegtrösten kann, denn mindestens zweimal taucht die Vokabel „scheinbar“ in einem verkehrten Bedeutungszusammenhang auf. (Ursula Homann)

Titel: Atmosphäre Europa. Aufbruch
Autor: Ulrich Zehfuss
Verlag: K&K Verlagsanstalt

François Gayot de Pitaval (1673 bis 1743) war ein eloquenter Advokat zur Zeit Ludwigs XIV. Mit seinen „Berühmten und interessanten Rechtsfällen“, die er seit 1734 in insgesamt zwanzig Bänden herausgab, hat er das französische Lesepublikum erfolgreich unterhalten. Später galt Pitavals Name allgemein für Sammlungen von Strafrechtsfällen und er selbst als Begründer der Kriminalliteratur.

Die Idee, zwei seiner Geschichten auf einer CD festzuhalten, basiert auf Pitavals Bestreben, „die Menschen und deren Konflikte in seiner Sammlung dramatisch und plastisch darzustellen“. Im „Tod des Alchimisten“, die hier zu hören ist, wird Quastius Kreuzlin auf eine schwere Probe gestellt. Das Feuer im Kamin flackert, ein fiktiver Erzähler kredenzt seinem Gast kostbaren Wein aus dem Jahr 1792 und ergreift schließlich das Wort. Er gesteht, dass er sich bei Kriminalfällen vor allem für die menschliche Seite interessiere, für die Frage, wo die wahre Schuld zu suchen sei. In der nun folgenden Geschichte über einen Alchimisten und dessen Tod, der wir dann mit dem unbekannten Gast lauschen dürfen, geht es unter anderem um das Problem: Was ist echte Magie? Wir werden ins Mittelalter versetzt und betreten mit dem Mönch Quastius Kreuzlin den Vorraum des Audienzraumes des Kardinals, während dumpfe Gesänge aus dem Kloster herüberdringen. Da Quastius in der Kunst der Heilkräuter wohl bewandert ist, soll er der Gehilfe von Odo von Greifenau werden, der ein Anhänger der Alchimie und ihrer dunklen Abarten ist und obendrein noch der Bruder des Kardinals. Odo entpuppt sich als geheimnisvoller, aber durchaus umgänglicher Zeitgenosse, der nachts in seinen Gewölben tief unter der Erde seinen Experimenten nachgeht. Eines Tages oder besser eines Nachts, in der „Nacht der Nächte“, kurz nachdem der Kardinal bei Odo vorgefahren ist, geht alles in Flammen auf, und von Odo bleibt nur noch ein Gerippe übrig. Wer war der Täter? Am Ende gar der Kardinal?

Die nächste Geschichte handelt vom pfiffigen Mausefallenhändler Giacomino, der sich mit Hilfe seiner Mausefallen, aus der Klemme rettet.

Für alle, die nicht immer nur lesen wollen und ihren Augen ein wenig Ruhe gönnen möchten, ist diese CD mit ihren beiden spannenden Geschichten genau das Richtige. Selbst eingefleischte Leser werden merken: auch das Zuhören kann Spaß machen. (Ursula Homann)

Titel: Der Tod des Alchimisten und andere historische Kriminalgeschichten
Autor: Ulrich Zehfuss
Verlag: K&K Verlagsanstalt

Wat willze machen

Erstellt am: September 16th, 2007

So, fangen wir doch mal an, ist der erste Satz von Hüsch. Kurz, schmerzlos, feurig und danach kann man ans festlich gedeckte Buffett gehen. Für eine „Grabrede“ das richtige? Und wenn man dann am Titisee in schöner Lage mit „Berthold Brecht“ eine Wespe befreit, staunt die Morgengesellschaft nicht schlecht. Weiter geht’s dann bei einer Probefahrt mit dem Auto in die „Normalität“, aber dazwischen steht man im Stau, weil lachende Kühe die Fahrbahn blockieren! Irgendwo hat einer die Zukunft in der Hosentasche. In Form eines Lottoscheins erhofft man sich Millionen und in der Badewanne liegt man im Haarwasser und wäscht sich den Kopf mit dem Erkältungsbad. Weiterhin wird über Gemeinsamkeiten, Büfettordnungen und Familienverhältnisse geredet, bis man zum Schluß hoffentlich die Botschaft verstanden hat. Das war’s , das ist doch gut, das können wir so lassen. Glück auf!

Beurteilung:
Hanns Dieter Hüsch, Altmeister des deutschen Kabarett und Kai Magnus Sting präsentieren einen unterhaltsamen Querschnitt aus der Kabarettszene. In gewohnter Erzählernatur hört man Geschichte die das Leben schrieb. Gerne sieht man darüber hinweg, das Hüsch auch hier, die Fäden in der Hand hält. Nach Ende der CD kann man sich kaum an den jungen Kai Magnus Sting erinnern. Schade eigentlich.
Vielleicht sollte man eines seiner Soloprogramme besuchen. Darüber schrieb z.B. die Rheinische Post “ Lachmuskeln und Gehirnwindungen aufs Äußerte strapaziert“. Davon kann aber beim Hören der CD nicht die Rede sein!

Hans Dieter Hüsch
Geboren wurde Hüsch in Moers am Niederrhein. Nach dem Abitur studierte er ein Semester Medizin , danach Theaterwissenschaft und Literaturgeschichte mit dem Ziel, Opernregisseur zu werden. Jedoch ohne Abschluss. Hüsch sagt heute über sich selbst: „Ganz früher – nicht in grauer Vorzeit – sondern als ich anfing, mich mit der Kleinkunst und dem Kabarett zu beschäftigen, nämlich in den Jahren 1946, 47 und 48, da war ich ja noch ein richtiger Liedermacher. Damals sagte man Chansonnier. Und dann erst fing ich an, neben den Liedern reine Texte zu schreiben, Gedichte und rhythmische Prosa, literarische Collagen, politische Satiren und Privatpoesien. Aber es entstanden auch immer wieder pure Geschichten. Den Hüsch von heute den man kennt…

Kai Magnus Sting
Geboren wurde der „Bruder Lustig im Geiste, der Duisburger Eulenspiegel“ (Zitat H.-D. Hüsch) in Duisburg. Seid 1995 ist er auf den kleinen und großen Bretter die die Welt bedeuten unterwegs. Aber nicht nur die Bühne, sondern auch das Radio und Fernsehen ist zu „seinem Zuhause“ geworden (u.a. im letzten NDR-Tatort mit M. Krug und C. Brauer). Im Laufe de Jahres 1992 als 14 jähriger erste Begegnung mit H.-D. Hüsch. Ein Satz, den Kai Magnus Sting für sich als Ziel gesetzt hat, ist: „Versuche zufrieden und entspannt durchs Leben zu gehen und die Menschen glücklich zu machen.

Fazit:
Für sein neues Programm holte sich Kabarett-Altmeister Hanns Dieter Hüsch die Unterstützung des Newcomers Kai Magnus Sting oder umgekehrt? Sicherlich kommen Hüsch – Fans beim Hören diese CD auf den Geschmack, sie bis zum Ende zu hören, denn sie ist in erster Linie für sie gemacht.

Für Kai Magnus Sting eine wichtige Referenz für sein weiteren Solo – Lebensweg, denn ich bin mir sicher das wir ihn in Zukunft noch öfters zu Gesicht bekommen werden. (Werner Wessel)

Titel: Wat willze machen
Autor: Hanns Dieter Hüsch
Verlag: Roof Music

Königin von Deutschland

Erstellt am: September 16th, 2007

Von Anfang an ist es Ihr Bestreben – Madame Nessi Tausendschön, Kabarettistin, Sängerin und Schauspielerin möchte Mutter der Nation werden – Königin von Deutschland und das in 2 Stunden. Kein leichtes Unterfangen, doch Nessi schwärmt vom Adel und nutzt den Kontakt zum Publikum, ihren zukünftigen Untertanen. Sie stellt fest, das durch normale Thronfolge dieses nicht möglich ist, also wird der Veranstaltungsort zum Wahlkampf und Nessi versucht durch Wahlversprechen, ganzem Körpereinsatz, und ihrer ganz typischen Liederart mit Ihrem Tastenschmeichler Uwe Rössler an die Macht zu kommen.

Eine neue Interpretation zu Rio Reisers – König von Deutschland – läßt das Publikum schon am Anfang toben und man bekommt Lust auf das Ende. Es gibt viel zu tun. Sie packt es an.

Man muss kein Intellektueller „Untertan“ sein um Ihre lieben und eigenartigen Lieder zu mögen. Mit ganzem Körpereinsatz, mit ausdrucksstarkem Wahlkampfreden, eigenartigem Liedgut, Chansons und ein Hauch von Stand up Comedy betört sie ihre zukünftigen Untertanen. Für Madame Nessi Tausendschön ist es kein Problem sich von der Vielfalt ihrer Kollegen und Kolleginnen abzuheben. Nessi lockt ihre Zuhörer 63 Minuten in ihr Königreich, schafft es in der kurzen Zeit den Zuhörer zu becircen und die Lust auf ein Lifeprogramm ist spätestens nach 30 Minuten vorprogrammiert. Majestät hat es geschafft.

Nessi Tausendschön
Geboren wurde die Vollblutentertainerin Nessi Tausendschön in Hannover.
Nach einer Zierpflanzengärtnerlehre absolvierte Sie ein Studium in Theaterwissenschaften, Iberoromanische Philologie und Deutsche Sprachwissenschaften. Ihr Name verdankt Sie dem Volksmund, das Gemeine Gänseblümchen (Bellis perennis). Ihr erstes Programm: „Ich sing Dir in die Ohren Kleines“ startete sie 1989. Zu ihren größten Erfolgen zählt sicherlich im Jahr 2000 der Deutscher Kabarettpreis (Sonderpreis), Internationale Kabarettpreis „Salzburger Stier“ sowie der Handelsblatt Kabarettpreis in Kommödchen in Düsseldorf.

Uwe Rössler
begann seine klassische pianistische Ausbildung im Alter von fünf Jahren und studierte Anglistik und Germanistik. Er ist mehrmaliger Preisträger und dreimaliger Gewinner des Wettbewerbs „Jugend jazzt“.

Fazit:
Die liederliche Landesmutter und hat es geschafft. Ein Streifzug durch Stand up Comedy, Fröhlichem und eigenartigem Liedgut in Verbindung mit Operettengesang, Hip Hop, Volksmusik, Sächsisch, Japanisch und einem Schlaflied…… hat den Zuhörer überzeugt. Sie selbst bezeichnet das, was sie auf der Bühne darstellt als „skurrilpoetisches Musiktheaterkabarettvariete mit akrobatischen Einlagen“ mit Körper , Stimme und Wort., doch es ist einfach mehr!

Madame Nessi Tausendschön ist Königin von Deutschland und in der heutigen Zeit wäre es auch nicht schlecht – zumindest mal für ein paar Tage oder Wochen!
God save this Queen. (Werner Wessel)

Titel: Königin von Deutschland
Autor: Nessi Tausenschön
Verlag: Roof Music

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