MERIAN Steiermark
Erstellt am: Januar 8th, 2008Die Steiermark, abgeschirmt durch waldgrüne Berge, ist weniger lieblich als die westlichen Bundesländer Österreichs. Eher wirkt sie ein wenig kantig, aber sie ist, wie uns der Herausgeber des neuen Merianheftes versichert, “von ungeschminkter Herzlichkeit”. Zwischen Dachsteingletscher und Südsteirischer Weinstraße erwartet den Reisenden eine Region von beeindruckender Vielfalt. Da gibt es neben dem imposanten Hochgebirge die Seen des Ausseer Landes, die Stromschnellen von Enns und Salza, die Mur, die fast das ganze Land durchfließt, nicht zu vergessen die Ramsau am Fuß des Dachsteingebirges, die sich wie ein einziger großer Garten ausnimmt, sowie das waldreiche Land um Murau, wo sich Kultur und Natur aufs vortrefflichste verbinden. Dazwischen schwelgt die Landeshauptstadt Graz, oft Tor zum Süden genannt, in Barock, Renaissance und alter k.u.k.-Herrlichkeit. Man findet indes auch neue Akzente mit avantgardistischer Architektur und einen beispiellosen High-Tech-Verbund, der die Fertigung kompletter Serien von Allrad-Autos in die Steiermark geholt und so der Region einen wirtschaftlichen Höhenflug beschert hat. Die Grazer Schule der Architektur wiederum – sie entwickelte sich in den achtziger Jahren – ist experimentell, innovativ und gestaltungsfreudig, vertritt jedoch weder einen bestimmten Stil noch eine bestimmte Ideologie. Graz ist aber auch bekannt als alljährliche Begegnungsstätte von Literaten. Von Graz aus kommt man ins Rebland, an die Weinstraßen mit all ihren Buschenschänken und Gasthöfen. Im Herbst weht hier ein warmer mediterraner Hauch über das Land.
Das Heft berichtet von den Bodenschätzen der Steiermark, von Thermalwasser, Salz und Erz, von der landesüblichen Tracht, der die Steirer die Treue gehalten haben – gleichwohl haben sie Loden, Filz und Dirndl dezent der Mode angepasst – und vom Bären, der seit drei Jahrzehnten wieder in der Steiermark zu Hause ist. Star auf steirischen Feldern ist im Herbst der Kürbis. Denn aus seinen Kernen gewinnt man ein unvergleichlich nussiges Öl. Ergänzt werden die vielen von namhaften Autoren verfassten Beiträge in dem bilderreichen Heft, wie üblich, durch wertvolle Tipps und ausgezeichnetes Kartenmaterial. (Ursula Homann)
Titel: MERIAN Steiermark
Autor: Holger Schnitgerhans(Hrsg.)
Verlag: Gräfe und Unzer
Seiten: 140
ISBN: 3774266018
Merian Südafrika
Erstellt am: Januar 8th, 2008Südafrika ist eines der schönsten und zugleich spannendsten Länder der Welt. Es ist verwirrend, vieldeutig, atemberaubend und widersprüchlich. Auf der einen Seite ist es arm, auf der anderen Seite jedoch hoch entwickelt. Es gibt den Kraal und hypermoderne Telekommunikation, die Wild Coast und das glitzernde Kapstadt, hohe Kunst neben Trash Art, Stammesriten neben Avantgardetheater. Die Palette der Kulturen ist so schillernd wie der Regenbogen. Ob Schwarz oder Weiß, Savanne oder Subtropen, Kraal oder Kosmopole, Weinberge oder Wüste – Südafrika ist voll atemberaubender Gegensätze, die kaum vereinbar scheinen.
Mit all diesen Gegensätzen konfrontiert das neue Merian-Heft seine Leser. Es zeigt das Land im Wandel nach dem Ende der Apartheid und bietet daneben viele prächtige Landschafts- und Tieraufnahmen. Denn Südafrika beherbergt unzählige Wildreservate. Paviane, Pinguine, Weiße Haie und Elefanten sind hier zu Hause. Zudem ist es ein Winzerland. Napoleon soll sich auf St.Helena, wohin ihn seinerzeit die Staatsoberhäupter Europas verbannt hatten, mit einem südafrikanischen Muscadet über den Verlust seiner Macht hinweggetröstet haben. Doch wo der Boden zu karg und zu trocken für Wein, Obst und Oliven ist, da züchten die Bauern Strauße.
Südafrika hat aber auch viele Probleme. Diese werden in verschiedenen Essays thematisiert. “Wer sind wir?” fragt zum Beispiel der südafrikanische Schriftsteller Bryan Rostron in seinem gleichnamigen Aufsatz und macht sich Gedanken über “Identifikation, Heimat und neue Farbenlehre”. Bartholomäus Grill beschreibt Kapstadt, die Diva des Kontinents, die reiche Metropole des weißen Südafrikas, die längst nicht mehr ganz in hellhäutiger Hand ist, denn die Menschen aus den Townships strömen ins “Luxuslegoland und geben ihm eine Farbe, die es faszinierend macht.” Den Schönen und Reichen freilich seien die Slums so fremd, schreibt Grill, wie die Rückseite des Mondes. Sie hörten weg, wenn der jetzige Präsident Thabo Mbeki, Nachfolger von Nelson Mandela, im Parlament von den zwei Nationen in einem Land redet, und wollten von den Ungleichheiten in ihrer Stadt nichts wissen.
Soweto wiederum trägt noch schwer am Erbe der Apartheid und ist wohl das größte Schwarzengetto der Erde. Johannesburg, Afrikas Boomtown, ein afrikanisches Manhattan, ist lebendig und geldgierig wie sein amerikanisches Vorbild, während die Atlantikküste Afrikas dem Wilden Westen gleicht. Denn am Meeresboden lagern Diamanten, nach denen eifrig getaucht wird, auch wenn das Unternehmen mehr als riskant ist. Da das Land insgesamt für Touristen nicht ganz ungefährlich ist, enthält das Heft neben den üblichen Tipps, auch einige Verhaltensmassregeln und rät den Reisenden unter anderem: “Verhalten Sie sich nicht wie eine wandelnde Bank, bescheidenes Auftreten gibt Sicherheit. Tragen Sie also keinen teuren Schmuck und lassen Sie ihr Geld im Hotelsafe…Meiden Sie Downtown Johannesburg, Soweto, die Zentren der großen Städte und auch Strände nach Einbruch der Dunkelheit.” (Ursula Homann)
Titel: Merian Südafrika
Autor: Holger Schnitgerhans
Verlag: Jahreszeiten Verlag
Seiten: 140
ISBN: 3774265127
Das Ländle in Berlin
Erstellt am: Januar 8th, 2008Horst Schättle, der SFB-Oberste, ist einer und Udo Walz, der längst selbst zum Promi mutierte Promi-Friseur, auch. Ebenso Nina Hoss, die in der Rolle des “Mädchen Rosemarie” brillierte, und Peter Dussmann, der Chef des KulturKaufhauses an der Friedrichstraße. Sie sind Berliner und haben ihre Wurzeln in Baden-Württemberg – der Region Deutschlands, in der man Bouletten Fleischküchle nennt, die Kehrwoche pflegt und schafft und schafft und Häusles baut.
Badisches und Schwäbisches in der Hauptstadt – so der Untertitel – präsentiert Gerhard Drexel in seinem Buch “Das Ländle in Berlin”, das gleichermaßen unterhaltsam wie informativ ist: Für schwäbelnde Neu-Berliner, längst berlinernde Alt-Schwaben und all jene, die mit ersteren oder letzteren zu tun haben.
Schnell erfährt man, dass die scheinbar so ungleichen Schwestern Berlin und Stuttgart durchaus Gemeinsamkeiten haben: beide Städte liegen an Wasserstraßen, beide werden von gigantischen Fernsehtürmen überragt, beide können mit einem Schiller-Denkmal in ihrer Stadtmitte aufwarten und – in beiden leben viele Schwaben. Was Stuttgart angeht mag das nicht überraschen, wer jedoch die schwäbische “Invasion” in der Hauptstadt für ein Phänomen der Gegenwart hält, muss umdenken: Bereits 1869 gründete sich hier der “Verein der Württemberger” und schon 1894 schlossen sich die badensischen Nachbarn zum “Verein der Badenser” zusammen. Doch die Affinität zur preußischen Metropole reicht noch weiter in die Historie zurück, wie Gerhard Drexel zu berichten weiß.
Darüber hinaus stellt er den Lesern mehr oder minder bekannte Berliner schwäbischen Ursprungs vor, die der Hauptstadt kulturelle, architektonische oder anderweitige innovative Stempel aufgedrückt haben, und nennt Restaurants und Geschäfte, in denen schwäbische Spezialitäten den Ton angeben.
Gerhard Drexel, der 1948 geborene Autor von “Das Ländle in Berlin”, wuchs in der Nähe Stuttgarts auf und lebt seit 1995 in Berlin. (Ensa Maurer)
Titel: Das Ländle in Berlin
Autor: Gerhard Drexel
Verlag: be.bra verlag
Seiten: 158
ISBN: 3898090019
Kuba
Erstellt am: Januar 8th, 2008“Das herrlichste Land, das Menschenaugen je erblickt haben”, stellte Columbus fest, als er nach Kuba kam. “Alle träumten von Kuba”, so heißt ein Buch des kubanischen Schriftstellers Miguel Barnet, das von den Hoffnungen galicischer Einwanderer handelt. Nach der Revolution fand ein anderer kubanischer Traum seine Anhänger: der vom neuen Menschen in einer gerechten Gesellschaft. Doch beides erfüllte sich nicht. Mittlerweile hat sich Kuba wieder dem Tourismus geöffnet. Mehr als 1,6 Millionen Besucher zählte die Insel im letzten Jahr. Inzwischen beginnen sich sogar die Beziehungen der USA zu Kuba zu normalisieren, nicht zuletzt durch den kleinen kubanischen Jungen Elián González, der Ende 1999 beim Untergang eines Bootes mit kubanischen Flüchtlingen seine Mutter verlor. Er selbst wurde als Schiffbrüchiger an der Küste Floridas an Land gespült und konnte erst nach langen Streitigkeiten und aufsehenerregenden Querelen zwischen seinen amerikanischen Verwandten und den Behörden seinem kubanischen Vater zurückgegeben werden.
All diese Entwicklungen und Ereignisse haben im neuen Merianheft ihren Niederschlag gefunden. Das Heft zeigt das Land im Umbruch und spiegelt seine heutige Widersprüchlichkeit eindrucksvoll wider. Durch informative Berichte und stimmungsvolle Bilder erzählt es von Havannas herrlicher, aber verfallender Architektur, von der Lebenslust der Kubaner und ihrem alltäglichen Überlebenskampf, von ihrer Liebe zur Musik und dem Leid zerrissener Familien, von großen Gesten und spannenden Spiele – vor allem der Baseball ist eine nationale Passion. Die besten Amateurboxer sollen von hier kommen. Kuba ist aber auch ein bekanntes Filmland. Alljährlich findet im Dezember das Filmfest in Havanna statt, während der Schwarzmarkt den florierendsten Posten in der kubanischen Wirtschaft darstellt. Touristen schwärmen von den weißen Stränden Kubas, von seiner bunten Vogelwelt – viele Arten existieren nur hier – und übersehen oft, wie hart das Leben in diesem Staat noch immer ist.
Das Heft informiert ferner über Tabak- und Zuckerrohranbau und die mitreißenden Rhythmen der Insel, die noch ältere Semester veranlassen, das Tanzbein zu schwingen. Viele Kubaner kommen hier zu Wort: der Lyriker Raúl Rivero, der die unabhängige Nachrichtenagentur Cuba-Press gegründet hat, der kubanische Schriftsteller Abilio Estévez – er erklärt die Besonderheit der kubanischen Lebensart -, Reinaldo Montero – er ist Dramaturg, Schriftsteller und Universitätsdozent in Havanna – sowie verschiedene Auslandskorrespondenten.
Wie bei Merian üblich, enthält auch dieses Daten zur Geschichte und liefert Reiseinformationen, Karten und Literaturhinweise. (Ursula Homann)
Titel: Kuba
Autor: Merian
Verlag: Graefe und Unzer
Seiten: 140
ISBN: 3774265119
Kreta
Erstellt am: Januar 8th, 2008Kreta, die größte griechische Insel, ist eines der beliebtesten Reiseziele am Mittelmeer. Viele kommen wegen der Strände zwischen Iráklion und Agios Nikólaos oder wegen der steilen Südküste am Libyschen Meer hierher. Andere wiederum, die in Kreta vor allem die Wiege Europas sehen, zieht es in erster Linie an die Stätten der Minoer, nach Knossós, Festós oder Palekástro. Denn Kreta, zwischen Asien, Afrika und Europa gelegen, ist reich an Kultur und hat eine sagenumwobene Vergangenheit aufzuweisen.
Doch gerade in jüngster Zeit ändert sich Kreta rasant. Überall wird gebaut. Auch das letzte Bergnest ist inzwischen mit dem Auto zu erreichen. Da es jedoch nur wenigen Gästen gelingt, einen Blick hinter die Kulissen “dieser immer noch unwirtlichen, durch Hochgebirge geprägten Insel” zu werfen, möchte das neue Merian-Heft mithelfen, wie Holger Schnitgerhans im Vorort betont, Kreta besser zu verstehen und einen Zugang zu den Menschen dort zu finden.
Das Heft gewährt einen Blick in das tägliche Leben und Treiben auf Kreta. Es zeigt Fischer bei der Arbeit, Schafe und Ziegen. Es erzählt vom Olivenanbau, enthält Bilder von kretischen Bräuchen und vom Volksleben, aber auch von wilden Schluchten, darunter der vielbesuchten Samariá-Schlucht, von den Höhlen in Mátala – in frühchristlicher Zeit bargen sie Gräber, in den sechziger Jahren waren sie Wohnstätten der Hippies und heute sind sie ein großer Anziehungspunkt für den Massentourismus. Dazwischen erblicken wir immer wieder Sonne, schneebedeckte Berge und schöne Perspektiven. Ob im Gebirge, am Meer und in den Häfen, an vielen Stellen eröffnet Kreta spektakuläre Aussichten. Wir erleben den venezianischen Hafen von Réthimnon mit seinem fröhlichen Ambiente – während ihrer langen Herrschaft beflügelten die Venezianer das Kulturleben der Insel -, das bunte Treiben in Kretas Hauptstadt Iráklion – sie ist die kleine Version von Athen – und nicht zu vergessen Chaniá, die älteste Stadt der Insel. Auch der kretischen Küche zollen die Autoren viel Aufmerksamkeit. Wir erfahren außerdem, dass Kreta seit Jahrhunderten ein Zentrum der Ikonenmalerei ist. Immerhin sind Heiligenbilder ein Fundament des hier beheimateten orthodoxen Glaubens. Natürlich wird auch Göttervater Zeus erwähnt, der auf dem Berg Psiloritis den eigenen Vater zu vergiften versuchte und die Prinzessin Europa in Gestalt eines Stieres nach Kreta entführte.
Aufsätze von Fachleuten und Kennern der Insel ergänzen das reichhaltige Text- und Bildmaterial. Der Schriftsteller Jorgi Jatromanolákis schreibt von seiner Kindheit auf Kreta. Der Archäologe Eberhard Zangger, der als Querdenker seiner Zunft gilt, zeichnet im Interview mit Gabriela Bonin ein neues Bild von der alten kretischen Zivilisation. Vielfach seien Minoer und Mykener idealisiert und überbewertet worden, meint Zangger, das aber sei nur bildungsbürgerlichem Wunschdenken entsprungen.
Wie bei Merian-Heften üblich, bietet auch dieses Landesdaten, Kartenmaterial und viele nützliche Tipps. (Ursula Homann)
Titel: Kreta
Autor: Merian
Verlag: Gräfe und Unzer
Seiten: 118
ISBN: 3455290027
Merian, Elsaß
Erstellt am: Januar 8th, 2008Als Urlaubsziel ist das Elsass in Frankreich und in Deutschland gleichermaßen beliebt. Warum das so ist, führt uns das attraktiv aufgemachte Merian-Heft anschaulich vor Augen. Das Elsass, l’Alsace, gilt als Hochburg gallischer Lebensart, als allseits geschätztes Schlaraffenland der Gourmets und Weinkenner und als multikulturelle Region im Herzen Europas. Das war nicht immer so. Einst war das Elsass der deutsch-französische Zankapfel in der Geschichte. Soldatenfriedhöfe, auf denen Tausende von Opfern beider Weltkriege ruhen, und die Bunker der legendären Maginot-Linie erinnern heute noch an die einstige deutsch-französische Feindschaft. Jetzt jedoch ist der Wall der Maginot-Linie Touristenattraktion, und überall erwartet uns ein schönes freundliches Land mit klappernden Störchen, die dort sogar überwintern, und kleinen verträumten Dörfern, in denen Geranien blühen und deren Bewohner wie in Zeitlupe leben. Die Autoren des Merian-Heftes haben einen beeindruckenden Bilderbogen entworfen von einem liebenswerten Gebiet mit einem reich gedeckten Tisch und gelassener Lebensart. Dazwischen findet man ein Interview mit dem international bekannten Parade-Elsässer Toni Ungerer. Dieser, engagiertes Enfant terrible und bekennender Elsässer, äußert sich über sein zwiespältiges Verhältnis zu seiner Heimat, über elsässische Identität und elsässische Empfindlichkeit. Die Elsässer seien, sagt Ungerer und schließt sich selbst mit ein, empfindlich wie Schnecken. “Wir haben vier Augen, zwei deutsche und zwei französische.”
Prächtige Bilder gibt es auch von Straßburg zu betrachten, von seinem großartigen Münster mit seinen eindrucksvollen Figuren und von dem imposanten Glaspalast der Europa-Parlamentarier, der zwischen den biederen Wohnhäusern wie ein Fremdkörper wirkt. Colmar wiederum wurde berühmt durch den Isenheimer Altar von Matthias Grünewald. Doch beachtenswert sind auch Colmars schmucke Fachwerkhäuser. Und was gibt es im Heft über das Elsaß sonst noch zu sehen? Die Vogesen, das Winzerdorf Gueberschwihr und die Elsässer Weinstraße, die Besuchern viele Gelegenheiten bietet, die edlen Tropfen der Region zu kosten: elsässische Rieslinge, Sylvaner, Gewürztraminer und Crémants. Ferner wird der Leser vertraut gemacht mit der Arbeit der Lachszüchter und mit dem Elässserditsch, einem fränkisch-alemanischen Dialekt, der eine überraschende Nähe zum Jiddischen aufweist und in manchen Gegenden noch lebendig ist.
Das Heft enthält außerdem Tipps für Museumsbesuche, für Übernachtungen, für den Urlaub in Berggasthöfen mit rustikalem Charme, fürs Essen und Einkaufen. Die letzten Seiten informieren über Landesdaten und Geschichte und bieten brauchbares Kartenmaterial über das Elsass sowie einen Stadtplan von Straßburg für die Tasche. (Ursula Homann)
Titel: Merian, Elsaß
Autor: Merian
Verlag: Gräfe und Unzer Verlag
Seiten: 140
ISBN: 3774265097
Merian, Brasilien
Erstellt am: Januar 8th, 2008Kaum ein Volk kann Leiden so wenig leiden wie die Brasilianer. Wie aber wird es mit Tragödien und Katastrophen fertig? Mit Singsang und Tanz wie etwa bei dem Tod eines beliebten Showmasters? Seinem Sarg liefen nämlich Tausende von Trauergästen tanzend und singend hinterher und feierten das Leben.
Alles darf der Brasilianer sein, nur nicht chato, das heißt langweilig und humorlos sein. Für alles im Leben findet der Brasilianer einen Dreh, um die Gesetze zu umgehen. Als beispielsweise die Anschnallpflicht eingeführt wurde, verkauften Händler in Rio T-Shirts mit aufgemaltem Sicherheitsgurt. Glaubt doch der Brasilianer, dass Gott ein Brasilianer sei. “Deus é brasileiro” ist eine in Brasilien häufig zu hörende Redensart, in der Stolz und Größenwahn mitschwingen, die aber zugleich auch eine Liebeserklärung ist an ein Land, dessen maßlose Schönheit vom Amazonas im Norden bis zu den Pampas-Steppen im Süden reicht und wo auf dem Corcovado der steinerne Christus über Rio wacht.
Im Nordosten Brasiliens zeugen barocke Bauwerke wie das Convento Sao Francisco in Olinda von früherem Reichtum. Das riesige Sumpfland wiederum im Grenzgebiet zu Bolivien und Paraquay gehört mit mehr Fischarten als in Europa und mehr Vogelarten als in den USA zu den artenreichsten Naturreservaten der Welt während im Zentrum Südamerikas der Pantanal liegt – ein riesiges Sumpfgebiet und das aufregendste Naturreservat des Kontinents mit vielen wilden Tieren.
Andere denken, wenn von Brasilien die Rede ist, an Sao Paulo, die maß- und uferlose Stadt. Walter Saller, der als freier Autor in Berlin lebt und schon einige Male in Brasilien war, glaubt, dass Sao Paulo der biblischen Idee von Babel sehr nahe kommt. Für den Autor Jens Glüsing war dagegen die Recherche ein Heimspiel. Wohnt er doch schon seit zehn Jahren in Rio. Er wiederum beschreibt Freiheiten und Rituale der Sonnensucher aus eigener Erfahrung. In Brasilien ist auch der von vielen Lesern als Sinnsucher und Sinnstifter hoch geschätzte Schriftsteller Paulo Coelho zu Hause. Zu seinen Lesern gehören sowohl Madonna als auch Bill Clinton, Shimon Peres und der iranische Präsident Chatami. Aber auch Pelé ist in der ganzen Welt bekannt. Der Ball, mit dem er sein 1000.Tor schoss, liegt heute im größten Fußballstadion der Welt, im Maracana-Stadion.
Brasilien ist ein reiches und zugleich armes Land. Seine Rohstoffe wie Zucker, Gold und Kaffee machten es groß. Seine Politiker jedoch brachten es an den Rand des Ruins. Von all diesen Dingen erzählt das farbenprächtige, unterhaltsame MERIAN-Heft und vermittelt wie immer wertvolle Tipps. (Ursula Homann)
Titel: Merian, Brasilien
Autor: MERIAN-Redaktion
Verlag: Gräfe und Unzer
Seiten: 130
ISBN: 3774267014
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