Idylle mit Professor

Erstellt am: November 17th, 2007

Das Buch erzählt die Geschichte der Victoria Kulmus.
1735 heiratet die junge Frau den bereits etablierten und berühmten Professor Gottsched. Viktoria ist selig, einen so gelehrten Gatten zu haben. Sie nimmt sich vor, für ihr die ideale Ehefrau zu sein – Paradies seiner Augen, Göttin seiner Lust und Quell seiner Gedanken.

Da Viktoria sich durch hohe Intelligenz auszeichnet und äußerst gelehrig ist, gibt Gottsched seiner Frau Lateinunterricht, lässt sie an seinen Arbeiten teilhaben und zieht sie nach und nach zu immer anspruchsvolleren Tätigkeiten, wie der Übersetzung eines wissenschaftlichen Wörterbuches, heran.

Im Laufe der Zeit entwickelt die junge Frau persönliche Gedanken und Vorstellungen, die nicht immer mit denen ihres Gatten übereinstimmen. Als sie beginnt Arbeiten unter eigenem Namen zu publizieren und auf diese Weise rasch zu einer gewissen Berühmtheit gelangt, gerät ihre Ehe in eine erste Krise. Gottsched beginnt an ihr herum zu mäkeln, macht ihr unsinnige Vorschriften, versucht ihre Entwicklung zu bremsen und ist auf den Ruhm seiner Frau offenbar eifersüchtig. Die Ehe der beiden bleibt kinderlos, was Victoria sehr zu schaffen macht und ihr Selbstbewusstsein auf eine harte Probe stellt.

Sie stürzt sich immer mehr in Arbeit und entfernt sich so Tag für Tag mehr von ihrem Ehemann und dessen ziemlich konservativen Vorstellungen von Sprache, Literatur und Poesie.

Bald kann sie sich kaum noch vorstellen, Gottsched jemals geliebt und begehrt zu haben. Nachdem sie eines Tages auch noch erfahren muss, dass ihr Gatte sie regelmäßig mit anderen Frauen betrügt, ist die Ehe endgültig gescheitert. Aber trotz ihrer täglich wachsenden Distanz zu Gottsched, bleibt Victoria letztendlich bei ihrem Gatten. Unglücklich und vergrämt stirbt sie im Alter von 49 Jahren.

Der Roman ist leicht lesbar und, soweit ich das beurteilen kann, recht detailgenau erzählt. Doch geht mir die Weinerlichkeit mit der die ganze Geschichte daher kommt etwas auf den Keks. Sicher war gerade für intelligente und selbstbewusste Frauen in den vergangenen Jahrhunderten das Leben kein Zuckerschlecken, aber ein bisschen Humor und Leichtigkeit hätte dem Buch trotzdem recht gut getan. Romane, in denen die gesamte Erdenschwere des Schicksals ausgebreitet wird, sind meist nicht so sehr mein Fall.

Damit man mich nicht falsch versteht: Ich möchte nicht nur Klamotten, Komödien oder fröhliche Romane mit Happyend lesen und so etwas wie Hera Lind muss es ganz gewiss nicht sein! Aber ich finde, dass selbst ernste Themen durchaus mit Humor und gelegentlichem Augenzwinkern erzählt werden können. Frank Mc Court oder auch Marcel Reich – Ranicki beispielsweise haben das beeindruckend unter Beweis gestellt.

Renate Feyls Absicht, mit ihren Büchern an berühmte Frauen aus vergangen Jahrhunderten, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind, zu erinnern, ist löblich, doch muss es unbedingt auf diese Art geschehen? Es gab so viele Erfolge im Leben der Victoria Gottsched geb. Kulmus. Warum hat die Autorin nicht wenigstens einmal den jubelnden Triumph beschrieben, den die junge Frau doch sicher hin und wieder empfunden haben muss?

In dem Roman jedoch erhalten selbst Viktorias größte Siege am Ende einen bitterem Beigeschmack und wenden sich zur Niederlage.

Ich hätte auch ganz gerne etwas mehr über das literarische Werk der Heldin erfahren. Hier und da mal ein kleines Zitat oder ein paar Gedichtzeilen von Viktoria hätte man sicher in die Geschichte einflechten könne, ohne den Lesefluss zu beeinträchtigen.

Positiv ist zu sagen, dass der Autorin gelegentlich sehr schöne Bilder gelingen.

Kritik geschrieben von Eva Behrens, Herausgeberin von “Evas Leseland”.

Titel: Idylle mit Professor
Autor: Renate Feyl
Verlag: Heyne
Seiten: 285
ISBN: 3453163982

Momente der Geborgenheit

Erstellt am: November 17th, 2007

Gegenwart: Wilhelm Bolt, der als alter Mann vor einigen Tagen verstorben ist, beobachtet quasi aus dem Sarg heraus seine eigene Beerdigung und lässt das letzte Jahr seines Lebens noch einmal an seinem inneren Auge vorbeiziehen. Lea, seiner jungen Großnichte, die auf der Flucht vor nicht näher bezeichneten unangenehmen privaten Ereignissen bei ihrem schwerreichen Verwandten Unterschlupf gefunden hatte, war es während dieser Zeit gelungen, Zugang zum ansonsten so einsamen und verbiesterten Herzen des alten Mannes zu finden.

1899: Josefa, ein junges Mädchen lebt als Tochter eines Leuchtturmwärters auf einer kleinen schwedischen Ostseeinsel. Eines Tages strandet ein Schiff in der Nähe der Insel, doch Josefas Vater und seine Mitarbeiter können nur noch Tote bergen. Dieses Schreckerlebnis löst bei Josefa einen ersten epileptischen Anfall aus. Der Assistent ihres Vaters, den Josefa liebt wie einen nahen Verwandten (vermutlich ist er sogar ihr biologischer Vater), fällt nach dem Unglück, an dessen tragischem Ausgang er nicht ganz unschuldig ist, in Ungnade.

Rom zur Zeit der Renaissance: Fiorello lebt als Diener des Grafen Lorenzo del Vetro in dessen herrschaftlichen Haushalt. Del Vetro leidet an einer lästigen Hautkrankheit, doch durch die Gegenwart eines wundertätigen Madonnenbildes wird der Mann plötzlich geheilt. Fortan trachtet der Graf danach, dem Geheimnis dieses Bildes auf die Spur zu kommen. Er schickt seinen jungen Diener nach Padua, damit er Auskunft über den Schöpfer des Gemäldes einhole. Fiorello gelingt es tatsächlich einen früheren Schüler des Malers zu finden und mit ihm zu reden. Auf diese Weise erfährt Fiorello fast alles über die Entstehung des Bildes, doch sein Wissen behält er für sich.

Zurück zu dem Toten im Sarg: Der Mann erinnert sich an weiter zurück liegende Ereignisse seines Lebens. Er denkt an seine früh verstorbene Frau, an seine ebenfalls tote kleine Tochter, an seinen Unfall im Bergwerk und an den zweiten Weltkrieg.

Das Buch erzählt drei in sich abgeschlossene Geschichten, die auf den ersten Blick nicht das geringste miteinander zu tun haben. Ihre jeweiligen Hauptpersonen sind weder miteinander verwandt noch sonst auf irgendeine Weise miteinander verbunden. Es sind die kleinen Dinge, die die einzelnen Erzählstränge miteinander gemeinsam haben. Da ist zum Beispiel die Orange, die sowohl auf einem Madonnenbild in Josefas Heimatkirchlein prangt, als auch auf del Vetros Wundergemälde. Da ist die Musik, zu der sich sowohl Lea als auch Josefa hingezogen fühlen. Da ist Wilhelm Bolts Interesse an Mineralien – ein Wissensgebiet, mit dem sich in früheren Zeiten auch Maler beschäftigen mussten, weil ihre Farben zum Teil aus Gesteinsmehl hergestellt wurden…

Das Buch ist 586 Seiten dick, doch wurde mir die Lektüre nur selten langweilig. Hansen zieht die Leser mit liebevollen und detaillierten Schilderungen in seinen Bann – und vermittelt zumindest gelegentlich tatsächlich so etwas Ähnliches wie Geborgenheit. Der nur sehr vage und kaum erkennbare Zusammenhang der einzelnen Teile des Romans war für mich jedoch störend, er verführte mich zu sinnlosem Herumrätseln – ob Fiorello vielleicht der Ur-ur-ur-ur-Großvater von Josefa war oder Josefa die Mutter Wilhelm Bolts usw. Mir wäre es daher lieber gewesen, wenn der Autor den Zusammenhang zwischen den einzelnen Teilen seines Romans etwas deutlicher herausgestrichen hätte – etwa in der Art wie bei seinem wundervollen Roman “Choral am Ende der Reise” , wo jede erzählte Lebensgeschichte ebenfalls für sich alleine stehen kann, jedoch das schreckliche Ende schließlich alle Betroffenen zusammenführt.

Kritik geschrieben von Eva Behrens, Herausgeberin von “Evas Leseland”.

Titel: Momente der Geborgenheit
Autor: Erik Fosnes Hansen
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Seiten: 586
ISBN: 3462028375

Der Menschliche Makel

Erstellt am: November 16th, 2007

Philip Roth ist mit dem Roman “Der Menschliche Makel“ wieder einmal ein großartiger Roman gelungen.
Die Geschichte spielt in einer kleinen Stadt mit Namen Athena an der Ostküste der USA. Wir schreiben das Jahr 1998.
Professor Silk Coleman sucht Kontakt zu seinem Nachbarn, einem Schriftsteller, der unschwer als das alter ego von Philip Roth auszumachen ist. Coleman ist 71 Jahre alt. Er erzählt von seinem Leben und seiner neuen Liebsbeziehung zu einer vierundreissigjährigen Putzfrau. Er ist aufgeregt und bittet den Schriftsteller, ein Buch über seine Geschichte zu schreiben. Wie ein Puzzle faltet sich das Leben von Silk Coleman daraufhin vor uns aus. Er hat eine brillante Karriere als Altphilologe und zeitweise Dekan der Universität hinter sich.

Als man ihn rassistischer Äußerungen bezichtigt,die er mißverständlich in einer Vorlesung geäußert haben soll, geht er im Alter von 69 Jahren in den Ruhestand. Er ist erbost über die ungerechtfertigten Anschuldigungen. Seine Frau ist tot und er glaubt, daß sie die mit den Verleumdungen verbundene Kränkung nicht ertragen habe. Seine vier erwachsenen Kinder sind wohlbestallt und leben nicht mehr bei ihm.

Im Verlauf der Geschichte ergeben sich drei Themen: Coleman ist von Geburt ein Farbiger. Er hat seine Identität in seiner Jugend aufgegeben und sich als Weißer in der Gesellschaft etabliert. Da er hellhäutig ist, konnte ihm das gut gelingen. Fauna, seine Geliebte, hatte einen Kriegsveteranen des Vietnamkriegs geheiratet. Sie hat diesen wieder verlassen, da er sie grausam und brutal behandelt hat, und schlägt sich schlecht und recht durchs Leben. Ihre Kinder sind bei einem Unglück ums Leben gekommen. Les, der ehemalige Ehemann von Fauna, kommt über sein Kriegstrauma nicht hinweg.

Um diese drei Hauptakteure und ihre jeweilige Lebensgeschichte dreht sich die Erzählung. Mit feiner, subtiler Beobachtungsgabe schildert der Autor das Altwerden von Coleman und die Lebenslüge, die sein Leben bestimmt hat. Er beschreibt Fauna mit ihrem gebrochenen Leben, das schon in der Kindheit begann und Les, den normalen Jungen, der durch den Krieg in Vietnam seinen Halt und seine Lebensperspektive verloren hat. Wie jeder mit seinem Schicksal zurecht zu kommen versucht, dem einen das besser, dem anderen schlechter gelingt, darin besteht die Spannung und der Reiz dieses Buches.

Jeder Satz in dem Roman ist tiefsinnig und erkenntnisreich. Der Lebenslauf eines jeden der drei Hauptprotagonisten fügt sich allmählich zu einer gemeinsamen Geschichte zusammen, so daß verständlich wird, warum der Stoff zu dem Roman so umfangreich geraten ist. Amerikanisches Kleinbürgeridyll, fehlverstandene feministische Aktionen, Intrigen, Lügen und Selbstbetrug, Veteranenschicksal und Familienkatastrophen: nichts bleibt unerwähnt, sofern es zur Geschichte gehört.

Meisterlich in Sprache und Stil gelingt es Philip Roth, die Spannung der Erzählung bis zur letzten Seite aufrecht zu erhalten. Ein überaus poetischer und zugleich weiser Schluß läßt keinen Zweifel an der möglichen Realität des Erzählten. Ein so gelungenes und anschaulich-spannend geschriebenes Buch habe ich lange nicht gelesen. (Claudine Borries)

Titel: Der Menschliche Makel
Autor: Philip Roth
Verlag: Kindler
Seiten: 399
ISBN: 3446200584

Owen Meany

Erstellt am: November 16th, 2007

John Wheelwirght wächst bei seiner schönen, alleinstehenden Mutter und seiner sich sehr aristokratisch benehmenden Großmutter auf und kennt seinen Vater nicht. Seine Mutter weigert sich, seine Identität bekannt zu geben, ist aber eine hervorragende Mutter. Bald findet sie einen anderen Mann, den sie nach langer Verlobungszeit auch heiratet. Dan, dieser andere Mann, wird Jonnys väterlicher Freund.

Und er hat einen besten Freund namens Owen Meany. Dieser extrem kleingewachsene und mit einer markanten, durchdringlichen Stimme ausgestattete Junge ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Stark religiös, glaubt er sich von Gott mit einer Aufgabe betraut, nachdem er bei einem Unfall während eines Baseballspiels Jonnys Mutter getötet hat. Ein immer wieder kehrender Traum zeigt ihm Ort, Art und Datum seines Todes und er bereitet sich sein ganzes Leben darauf vor.

In der Schule macht er sich durch hervorragende Leistung aber auch durch scharfe Kritik als Schreiber einer Kolumne in der Schülerzeitung auf sich aufmerksam. Als die Schule einen neuen Direktor bekommt, kommt es zu einer äußerst heftigen Auseinandersetzung zwischen den Beiden.

So durchleben Jonny und Owen Kindheit und Jugend während Amerika sich immer tiefer in den Konflikt in Vietnam verwickelt. Und Owen steuert unerbittlich auf sein ihm bekanntes Schicksal zu und Jonny versucht ihn immer wieder vergeblich davon abzubringen.

Gern umgibt Irving seine Romanhelden mit außergewöhnlich originellen Begleitern. Mit Owen Meany präsentiert er fast eine Art Messias und folgerichtig gilt sein Hauptaugenmerk in diesem Roman der Religiosität.

Er erzählt uns, wie von ihm gewohnt, das Leben seiner Hauptfigur und entwickelt besonders bei der Beschreibung skurriler Ereignisse seine gewohnte Stärke. Wenn er zum Beispiel eine Probe eines Krippenspiels beschreibt, in der die schauspielenden Kinder und die beteiligten Erwachsenen zwischen Rivalitäten und Katastrophen hin und her pendeln, wird sich wohl kein Leser ein kopfschüttelndes Lächeln über den Einfallsreichtum und die Formulierkunst des Autors verkneifen können. Es ist aber zugleich ein außergewöhnlich trauriges Buch, wenn Owen Meany unweigerlich auf seinen vermeintlich unabwendbaren Tod zusteuert.

Auf dieses zentrale und abschließende Ereignis führt Irving den Leser sehr geschickt wie zur Auflösung eines Krimis hin. Genau dosierte Bemerkungen in Szenen aus verschiedenen Zeitebenen bauen einen höchst gekonnten Spannungsbogen auf und selbst als dem Leser der Ausgang des Ereignisses bekannt ist, hält der Autor den Leser bis zum Ende auf Trab, in dem er erst den Ablauf beschreibt.

Die stärksten Momente hat das Buch in seiner ersten Hälfte, wo die Jugend Kindheit der beiden Hauptfigur in der Tradition Mark Twains erzählt wird, und beim sich zum Drama steigernde Ende. Ungewöhnlich für Irving ist die in diesem Buch durch die Hauptperson geäußerte, sehr heftige Kritik der amerikanischen Politik und Gesellschaft und die sehr große Rolle der Religion.

Irving ist ein Musterbeispiel für die Kunst des Erzählens bei vielen Autoren aus dem englischsprachigen Raum.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Owen Meany
Autor: John Irving
Verlag: Diogenes
Seiten: 853
ISBN: 3257224915

Östlich der Berge

Erstellt am: November 16th, 2007

Bevor seine Krebserkrankung ihn ans Bett fesselt und ihn zum Siechtum verdammt, möchte der Arzt Ben Givens noch einmal auf die Jagd gehen und dann seinem Leben ein Ende setzen. Mit seinen beiden Hunden Rex und Tristan setzt er sich ins Auto und fährt los in die Berge des Bundesstaates Washington.

Doch die Dinge entwickeln sich von Anfang an anders, als Ben es sich vorgestellt hat. Bei einem Unfall wird sein Wagen schwer beschädigt, Ben selbst jedoch bleibt bis auf eine Platzwunde an der Stirn und ein blaues Auge, genau wie die Hunde, weitgehend unverletzt. Zwei junge Leute erbarmen sich des alten Arztes und nehmen ihn in ihrem eigenen Auto weiter mit in die Einsamkeit des weiten Landes.

Konfrontiert mit der Natur erinnert sich Ben an sein vergangenes Leben, an seine glückliche Jugend als Sohn eines Obstfarmers, an den Tod der Mutter, an den Bruder Aidan und vor allem an Rachel, seine vor zwei Jahren verstorbene Frau, deren Tod er noch nicht verwunden hat.

In der Nacht hat Ben eine unangenehme Begegnung mit einem Farmer in deren Verlauf Tristan getötet, Rex schwer verletzt und der angreifende Hund des fremden Farmers von Ben erschossen wird.

Mühsam schleppt sich Ben mit dem verletzten Rex in die nächste Kleinstadt, damit das Tier medizinisch versorgt werden kann.

Während Ben in einem Hotelzimmer die kommende Nacht verbringt, kommen weitere Erinnerungen an die Oberfläche. Ben denkt an den zweiten Weltkrieg, der ihn als Gebirgsjäger nach Italien verschlug.

Am nächsten Tag geht Bens Fahrt weiter. In einem Greyhoundbus trifft er auf einen schwer kranken mexikanischen Obstpflücker, den er mit viel Mühe überreden kann, sich medizinisch behandeln zu lassen.

Auf einer Obsplantage hilft er einer jungen Mutter bei ihrer ersten Geburt und rettet so ihrem Baby das Leben.

Am Ende erkennt er, dass der Selbstmord für ihn nicht die richtige Art ist sich von der Welt zu verabschieden. Obwohl ihn seine Krebserkrankung von Tag zu Tag mehr plagt, beschließt er, die wenigen Tage, die ihm noch verbleiben, bewusst zu erleben und schließlich einen natürlichen Tag zu sterben.

Wäre es ein Film, über den ich hier rede, würde man ihn wohl ein Roadmovie nennen – wie die entsprechende Bezeichnung für einen Roman ist, weiß ich nicht.

Jedenfalls spielt sich der größte Teil der Geschichte auf der Straße ab und in den wenigen Tagen, die Bens Reise dauert, erlebt er mehr, als manche Leute in -zig Jahren.

Obwohl der Roman alles enthält, was gemeinhin zu einem Roadmovie gehört- rasende Autofahrten, Unfälle, Ballerei, unerwartete Begegnungen mit wohlgesonnenen und feindseligen Zeitgenossen, ist er doch langsamer und leiser als ein typischer Vertreter diese Genres.

Geschickt verflicht der Autor mehrere Zeitebenen und erzählt so von der großartigen Landschaft im Nordwesten der USA, vom Leben der Obstbauern in dieser Gegend sowohl in vergangenen Jahren als auch in der Gegenwart, er erzählt von den Gräueln des Krieges, von den Belastungen des Alters, von Krankheit und Verfall und nicht zuletzt von der großen Liebe zwischen Ben und Rachel.

Mir hat das Buch recht gut gefallen, doch bleibt es hinter der Poesie und der erzählerischen Kraft von “Schnee, der auf Zedern fällt” insgesamt ein wenig zurück.

Kritik geschrieben von Eva Behrens, Herausgeberin von Evas Leseland.

Titel: Östlich der Berge
Autor: David Guterson
Verlag: Goldmann Verlag
Seiten: 313
ISBN: 3442725739

Land der Bäume

Erstellt am: November 16th, 2007

Das Sujet zu diesem Roman bildet die Geschichte eines schottischen Clans , der um 1784 aus Schottland nach Kanada, Ontario ,in das “Land der Bäume”, einer Landschaft des rauen Kap Breton an der kanadische Atlantikküste , eingewandert ist.
Der Bogen spannt sich vom Urgroßvater des Icherzählers hin zur Gegenwart.

Die Schilderung beginnt mit einer Fahrt durch die herbstliche Landschaft Ontarios und die vom bunten , farbenprächtigen Laub der Bäume gesäumten Strassen. Der Leser hat sofort einen lebendigen Eindruck von der Stimmung, die dieser Erzählband zu vermitteln vermag. Vergleichbare Beschreibungen einer herbstlichen Landschaft kenne ich sonst nur aus Gedichten.

Der Erzähler fährt mit dem Auto nach Toronto, um seinen alkoholkranken Bruder zu besuchen. Die ärmliche Gegend, die heruntergekommene Behausung des Bruders , wird ebenso wortreich und malerisch beschrieben ,wie der bunte Herbst, so dass der Leser gleich gebannt ist.

Auch zeigen die Befindlichkeiten beider , wie unterschiedlich die Lebenswege von Brüdern sein können. Der eine ist wohlsituiert, der andere durch schwere Bergarbeit und Rechtshändel aus der Bahn geworfen. Aber nicht diese beiden Brüder alleine spielen in dem Roman ein Rolle, sondern die ganze Familie mit ihrem Umfeld, ihren kleinen und großen Nöten und immer wieder die Landschaft ,wird beschrieben.

Der Icherzähler, Bruder ,Sohn und Verwandter der weitverzweigten Familie, geboren um 1945, lässt seine Gedanken zurückwandern, um sich das Bild seiner Familie und seiner Vorfahren zu vergegenwärtigen. Er beschreibt die einfachen Verhältnisse , in die er hineingeboren wurde.

Das Leben in dem rauen ,zerklüfteten aber auch fruchtbaren Land im Südwesten Ontarios bot den Einwanderern nur spärlichen Broterwerb unter harten äußeren Bedingungen. Minenarbeiter und Leuchtturmwärter, Fischer und mit ein wenig Glück auch mehr, konnte man dort nur werden. Eine ungestillte Sehnsucht nach Schottland, dem Land der Väter, bleibt und macht sich bei der Betrachtung des Meeres bemerkbar.

Nur mit Mühen und schwerer Arbeit gelingt es einigen Familienmitgliedern, zu geringem Wohlstand mit einfachem Komfort zu gelangen. Der Icherzähler konnte studieren, ist Kieferorthopäde geworden und gehört zu denen, die es geschafft haben.
Nach der vielversprechenden Einleitung ist der Gang der Dinge und sind die Wege der Familienmitglieder teilweise ein wenig weitschweifig beschrieben. Immerhin bekommt man einen Eindruck von einer großen Familie, ihrem Tun und Lassen. Das Familienleben wird von engem Zusammenhalt bestimmt.
Eingebettet in die Solidarität und die Hilfe aller untereinander, entsteht das Bild eines Clans, wie wir ihn uns vergleichbar kaum vorstellen können. Die raue Landschaft steht im Widerspruch zu dem liebevollen, herzlichen Klima in der Familie. Nichts Kitschiges haftet dem Ganzen an, sondern es ist verständlich, dass sich unter den äußeren Bedingungen der Zuneigung auch die inneren Bindungen zueinander entsprechend gestalten. Toleranz und Nächstenliebe im weitesten Sinne scheinen das Leben zu bereichern.
Die Übersetzung erscheint mir ausgezeichnet. Die Vielfalt der sprachlichen Schönheit, mit der Landschaft , Menschen und Begebenheiten beschrieben werden, ist sehr gelungen. Es ist ein schöner, ruhiger Roman, den man in einer Stunde der Muße zur Hand nehmen sollte. (Claudine Borries)

Titel: Land der Bäume
Autor: Alistair MacLeod
Verlag: S.Fischer
Seiten: 285
ISBN: 310048813X

Wie ein einziger Tag

Erstellt am: November 16th, 2007

Mit siebzehn Jahren lernt Noah Allie, kennen und lieben.

Nachdem die beiden einen kurzen Sommer voller Glück verbracht haben, muss das junge Mädchen mit den Eltern zurück in ihre Heimat. Vierzehn Jahre lang hört Noah nichts von seiner Jugendliebe. Obwohl er Allie zahllose Briefe geschrieben hat, ist nie eine Antwort zurückgekommen.

Doch obwohl im Leben von Noah inzwischen viel passiert ist, kann er Allie nicht vergessen.

Und eines Tages steht sie vor seiner Tür. Die junge Frau ist verlobt und möchte kurz vor ihrer Hochzeit noch einmal mit Noah reden, ihn noch einmal sehen, bevor sie einem anderen das Ja-Wort gibt.

Aufs neue verlieben sich die beiden ineinander und Allie entscheidet sich schließlich schweren Herzens, sich von ihrem Verlobten zu trennen und bei Noah zu bleiben.

Fünfzig Jahre später leben Noah und Allie in einem Altenheim. Beide sind krank und gebrechlich, doch noch immer ist ihre Liebe stark und unbesiegbar.

Bei dem Buch handelt es sich um einen Liebesroman im klassischen Sinne. Es geht um die eine wirkliche, wahre, große, unbesiegbare und ewig währende Liebe.

Insgesamt beurteile ich den Roman zwiespältig. – Da ist auf der einen Seite die etwas überzuckerte erste Hälfte des Buches, die das Zusammenkommen des jungen Noah und der jungen Allie schildert.

Mit diesem Teil des Romans hatte ich gewisse Schwierigkeiten, kam mir die ganze Geschichte doch mehr als einmal kitschig, und unglaubwürdig vor. Obwohl Sparks einige sehr treffende und wunderschöne Bilder gelingen, spart er nicht an Pathos.

Und da ist der zweite Teil des Buches, der mich mit der Geschichte weitgehend versöhnt hat! Die Liebe der beiden alten Menschen, die jetzt eben nicht mehr nur auf äußerlicher Anziehungskraft und momentaner Übereinstimmung beruht, sondern auf einem langen, gemeinsam verbrachten Leben, auf Erinnerungen an Schönes und Trauriges, erscheint mir wahrhaftig, nachvollziehbar und unglaublich rührend.

Eine Stelle im zweiten Teil hat mich jedoch richtig geärgert. Ganz gegen Ende wird behauptet, dass man ein Mann nicht gleichzeitig ein guter Vater sein könne und ein guter Arzt. Was soll den der Quatsch?! Ein normaler Mensch wird schließlich nicht mit einem goldenen Löffel im Munde geboren, sondern muss für sich und seine Familie den Lebensunterhalt verdienen. Ist es diesem Menschen vorzuwerfen, wenn er versucht, seinen Job gut zu machen?

Ganz allgemein muss ich aber das völlige Fehlen von Humor bemängeln. Ein gelegentlicher Spritzer Ironie hätte der Handlung sicher gut getan! Und diese unglaubliche Güte der beiden Hauptpersonen, vor allem Noahs – so etwas gibt es einfach nicht! Wenigstens ein oder zwei kleine Fehlerchen hätten den Personen etwas mehr Glaubwürdigkeit verliehen und sie dem Leser gewiss nicht weniger sympathisch gemacht – ganz im Gegenteil!

Wer ruhige Lektüre mag, wer gerne etwas Erbauliches fürs Herz liest, dem kann ich den Roman durchaus empfehlen. Ein nettes Buch für den Strandkorb! – Hohe Literatur ist es jedoch nicht.

Kritik geschrieben von Eva Behrens, Herausgeberin von “Evas Leseland”.

Titel: Wie ein einziger Tag
Autor: Nicholas Sparks
Verlag: Heyne
ISBN: 3453130510

Sommer Der Züge

Erstellt am: November 16th, 2007

Das Buch wird von vielen Kritikern sehr gelobt.( Der Spiegel, Bücherjournal der ARD etc.)

Ähnlich wie bei John Updike wird ein bürgerliches bis kleinbürgerliches Milieu in allen Details beschrieben.

Wir haben das Kriegsjahr 1943. Es gibt Großeltern, Eltern, Kinder, zuletzt auch Enkelkinder; Rennie, der älteste Sohn von James und Anne , muß nach inneren Widerständen in den Krieg. Er kommt verwundet und im Gesicht entstellt zurück. Ein guter Teil des Romans befasst sich mit seinen Kriegserfahrungen und Erlebnissen . Auch er hat schon eine Frau , Dorothy ,und erwartet mit ihr ein Kind.

Das Geschehen verlagert sich aber mehr und mehr zum Großvater, der krank ist und der Plege bedarf. Er ist der Vater von James und seiner Schwester Sarah. Das Leben aller Familienmitglieder spielt sich um den Großvater herum ab. James und seine Frau Anne kümmern sich um ihn, haben auch ihre Arbeitsplätze zum Wohnort des Großvaters hin verlagert. Sie arbeiten, pflegen den Vater, gehen ihren täglichen Pflichten nach und haben zwischendurch Affären mit anderen Partnern ,– natürlich in aller Heimlichkeit voreinander.

Nach Rennies Heimkehr aus dem Krieg ist dieser aus dem Gleis geraten. Er trinkt viel. Seine Ehe mit Dorothy ist zunehmend von Gleichgültigkeit und Entfremdung gekennzeichnet. Dorothy leidet und sehnt sich zurück, möchte wieder glücklich sein mit ihrem Mann. Zwischen allen handelnden Personen gibt es noch Jay, Rennies viel jüngeren Bruder. Er bekommt vieles mit, beobachtet, hat auch seine kleinen Aufgaben und hat viele Ängste. Besonders die Kriegserfahrungen des Bruders sind für ihn furchterregend.

Es ist das alltägliche Leben , das beschrieben wird,– und so alltäglich und ein wenig langatmig kommt mir das ganze Buch auch vor.

Die Öde im Leben aller Beteiligten, die seltenen Höhepunkte, das ganze Einerlei des Alltags mit geringen Freuden, vielen Verzichten , wenigen Glücksmomenten und kleinen, versteckten Sehnsüchten wird in allen Einzelheiten beschrieben.

Das Buch entwirft ein eindrucksvolles und treffendes Porträt einer Familie des typischen Mittelstandsbürgertums in Amerika.

Es ist Stewart O’Nan’s besondere Fähigkeit, die psychologischen Feinheiten im Denken und Fühlen ganz einfach strukturierter Menschen sehr gut zu verstehen und zu beschreiben. Das gelingt ihm auch mit diesem Buch. (Claudine Borries)

Titel: Sommer Der Züge
Autor: Stewart O’Nan
Verlag: rororo
Seiten: 476
ISBN: 3 499 22778 9

Fiesta in Havanna

Erstellt am: November 16th, 2007

Im Sommer 1942 kommt der Schriftsteller Ernest Hemingway mit der Idee eines Amateurspionagerings zur Amerikanischen Botschaft in Kuba. FBI-Chef Hoover schickt seinen Agenten Joe Lucas hin, um die Sache und Hemingway im Auge zu behalten.

Lucas kann nicht recht verstehen, warum er als hochqualifizierter Profi zu diesem skurrilen Spektakel geschickt worden ist. Die bunt zusammengewürfelte, “Gaunerbande” genannte Gruppe dilettiert ziemlich uneffektiv herum und Hemingways Versuche, mit seiner Jacht ein deutsches U-Boot zu entern erscheinen noch absurder. Lucas freundet sich langsam mit dem Schriftsteller an und bald kommt ihm der Verdacht, dass die nur eine Nebenrolle in einem viel größeren Spiel spielen.

Ein ermordeter deutscher Funker und ein Teil eines codierten Funkspruchs scheint sie ein Stück weiter zu bringen. In einer spektakulären Aktion bringen die das zur Entschlüsselung nötige Buch an sich und erfahren so den Inhalt des Funkspruchs. Zwei deutsche Spione sollen von einem U-Boot an einer einsam gelegenen Stelle an Kubas Küste abgesetzt werden. Zusätzliche Sorgen macht ihnen eine junge Prostituierte, die sich bei der Ermordung des Funkers in einem Nebenzimmer aufgehalten hat und von ihnen vor der kubanischen Polizei versteckt wird.

Als sich Hemingway und Lucas in der Nähe der angegebenen Landungsstelle auf die Lauer legen, bekommen sie aus der Entfernung nur mehr mit, dass die beiden Deutschen gleich nach der Landung erschossen werden. Bei den Leichen finden sie einige, hochbrisante Papiere der deutschen Abwehr.

Sie fangen weiter Funksprüche ab und entschlüsseln sie, aber es sind auch welche mit einer anderen Verschlüsselungsmethode dabei, die sie nicht knacken können. Lucas wird immer misstrauischer und macht sich daran, auch diesen Schlüssel zu finden.

Dan Simmons entwickelt sich immer mehr zum Allrounder. Nachdem er sich schon einen Namen als Schreiber von ausgezeichneten Horrorromanen gemacht hatte, ging er mit den vier Science Fiction-Romanen um “Hyperion” und “Endymion” schon sehr erfolgreich fremd.

Mit “Fiesta in Havanna” liefert er einen im 2. Weltkrieg spielenden Spionagethriller ab, dessen Handlung auf vielen realen Geschehnissen aufbaut. Wobei sich die fiktive Handlung oft viel plausibler liest, als die manchmal ans Surreale grenzenden historischen Ereignisse. Und auch in diesem, für ihn neuen Genre hat Simmons ein bemerkenswertes Buch geschrieben.

Am Anfang geht es zwar etwas zäh in der Handlung vorwärts, aber er gewinnt fast unmerklich an Tempo und Spannung und gegen Ende überstürzen sich Ereignisse und die Spannung des Lesers, die Auflösung des Rätsels zu erfahren, wird ebenfalls gekonnt gesteigert.

Am Ende des Buches eklärt der Autor in einem Nachwort, welche im Roman beschriebenen Dinge sich tatsächlich ereignet haben. Mit diesem Buch hat er sich durchaus mit Carré, Forsyth und den anderen Größen des Spionagethrillers auf eine Stufe geschrieben.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Fiesta in Havanna
Autor: Dan Simmons
Verlag: Goldmann
Seiten: 574
ISBN: 3442541263

Wer war Patrick March?

Erstellt am: November 16th, 2007

Wir haben es hier mit einer Familiengeschichte der besonderen Art zu tun:
halb Kriminalroman, halb selbstironisch -kritische Familiensaga.
Damien March, der Held der Geschichte, lebt als Redakteur in London.
Eines Tages wird er durch ein Telegramm seines Vaters über den Tod seines Onkels Patrick informiert.

Er hatte den Onkel schon tot gewähnt. Umso überraschter ist er, als er sich bei der Testamentseröffnung als Alleinerbe eingesetzt sieht.

Anläßlich der Beerdigung des Onkels in Boston begegnet er seinem Vater, der ihn mit dem jüngeren Bruder Vivian verwechselt. Diese Verwechslung charakterisiert den Vater als einen, der kühl, unpersönlich und seinen Söhnen nicht sehr verbunden scheint. Ferner steht Damien nach langen Jahren den verschiedenen Tanten und Anverwandten gegenüber, denn in Boston sind die Ursprünge der Familie zu finden .

Mit distanzierter Komik sieht er den toten Onkel und assoziert seine Erinnerungen an ihn und an seine eigene Familiengeschichte.

Die Eltern des Icherzählers waren aus Amerika nach England zurückgewandert. Der Vater, ein sich sehr britisch gebender Anwalt, wird wie eine Karikatur des Britischen beschrieben. Die Mutter hat wohl eher mitgemacht, was sich nicht ändern ließ.

Die Brüder Damien und Vivian sind sich nicht besonders zugeneigt, nachdem sie nach dem frühen Tod der Mutter mehr in Internaten und bei Freunden zu Hause waren.

Damien tritt das Erbe des Onkels an, indem er seinen Job als Redakteur bei BBC in London aufgibt und nach Amerika in das Haus des Onkels auf der Insel Ionia vor der Küste von Cape Code zieht. An die Erbschaft sind einige Bedingungen geknüpft. So darf an und in dem Haus nichts verändert werden.

Damien bezieht das Haus, das sehr brüchig zu sein scheint und voller alter Erinnerungen, Möbel und sonstigem Plunder steckt. Er lernt seine Nachbarn kennen, und gelangt schon bald zu der Einsicht, daß ihm das vorgezogene Rentnerdasein gar nicht gefällt. Er möchte so bald wie möglich zurück zu seinem Job nach London.

In einer verwirrenden Vielfalt von Einzelheiten kommt Damien aber zufällig seiner Herkunft auf die Schliche. Er findet vom Onkel, einem Schriftsteller, ein Manuskript, in dem der ältere Bruder von Sherlock Holmes , Mycroft Holmes,eine kriminalistische Rolle spielt. Der Handlungsablauf wird schlußendlich sehr kompliziert. Für den LeserIn ist es nicht ganz leicht, sich aus dem aufgefundenen Manuskript , das sich mit der eigenen Familiengeschichte zusammenfügt , einen Reim zu machen. Aber alles klärt sich am Ende auf. Was macht das Buch so reizvoll?

Für mich war es der Humor, mit dem Einzelheiten des Zusammenlebens in Familien dargestellt wird verknüpft mit allgemeinen Betrachtungen über Leben und Sein in Familie, Beruf und Lebensalltag. Die Komik, Selbstironie und der Witz , mit dem auch dem ernstesten Schicksal qua Distanzierung die humorigen Seiten abgewonnen werden können, machen das Buch zu einem köstlichen Leseerlebnis , das zum Schmunzeln anregt. Ich kann das Buch sehr empfehlen. (Claudine Borries)

Titel: Wer war Patrick March?
Autor: Marcel Theroux
Verlag: C.H. Beck
Seiten: 269
ISBN: 3 406 48700 9

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