Hippokratische Gesichter – Todesgeschichten

Erstellt am: Januar 23rd, 2008

„Hippokratische Gesichter“ ist ein sechs Kurzgeschichten umfassendes Buch. Wie in der Horror-Branche üblich, geht es um Leben und Tod, wobei der Tod natürlich im Vordergrund steht. Er kommt in jeder Geschichte andersgesichtig daher.

Die Armen Toten
Ein Dichter starb offiziell an Selbstmord. Seine Obsession war das Erfinden und Erleiden exquisiter Qualen, wenn auch allem Anschein nach zunächst eher in seiner abnormen Phantasie oder Giftgetränkten Drogenräuschen. Wie weit der Dichter auch immer gegangen sein mag, es genügte ihm nicht. Ihm verlangte nach neuartigen Sensationen der Schmerzlust.

Das Sandmädchen
Erzählt die nächtlichen Erlebnisse eines sechzehnjährigen blinden Mädchens vor einer schwierigen Operation. In vier aufeinander folgenden Nächten steht ein Sandmädchen an ihrem Bett und befreit sie von ihrer Blindheit.

Kettensägen- Boogie
Der Streit um das Sorgerecht für sein Kind zerrüttet die Nerven eines Vaters und lässt ihn zur Kettensäge greifen.

H
Auf die Toilette eines Rasthofes verschlägt es einen Lehrer, der gerade die von ihm geschwängerte Schülerin ins Jenseits befördert hat. Dort muss er erfahren, dass die Hölle nicht nur eine Pforte hat. Das H steht in diesem Fall nicht für Herrentoilette, sondern für Hölle.

Der Verfolgte
Ein ehemaliger Fremdenlegionär erzählt von seiner Begegnung mit einem Soldaten und seiner Nemesis, die ihn unbeirrbar verfolgte, lange nach dem er die Grenzen zwischen Leben und Tod überquert hatte.

Hippokratische Gesichter
Der Polizeifotograf Paine endete am Galgen, nachdem ihn ein Gericht schuldig gesprochen hatte, mehr als fünfzig Morde verübt zu haben, um die im Todeskampf verzerrten Gesichter seiner Opfer fotografisch zu dokumentieren.

Kurzgeschichten leben davon, mit wenigen Sätzen eine dichte Atmosphäre zu schaffen und den Leser bis zum Ende zu fesseln, das meist einen überraschenden Höhepunkt aufweist. Malte S. Sembten gelingt dies hervorragend.

Jede Todesgeschichte geht unter die Haut, ohne das es bewusst wird, bis es zu spät ist. (Silvia Dunker)

Titel: Hippokratische Gesichter – Todesgeschichten
Autor: Malte Schulz-Sembten
Verlag: Edition Metzgerstein
Seiten: 126
ISBN: 3935822138

Windows ME – Das Handbuch

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

Windows Millennium Edition – kurz Windows ME – ist das neue Betriebssystem für den privaten Anwender, der sich ein schnelles, zuverlässiges und einfach zu bedienendes System wünscht. Vier Themen stehen bei Windows ME im Vordergrund: digitale Medien (digitale Musik, Fotos, Videos), die einfache Bedienung des PCs, die hohe Systemzuverlässigkeit und das Internet.

„Windows ME Das Handbuch“ von Microsoft Press, ist ein Fachbuch für Einsteiger und Profis gleichermaßen, welches nicht nur durch den strukturierten Aufbau, sondern auch durch die beigelegte CD, ebenfalls als Nachschlagewerk geeignet ist. Alles was zur Beherrschung des Betriebssystems benötigt wird, erscheint mehr als ausführlich, ohne langweilig zu wirken. Detaillierte Bebilderungen und komplexe Beschreibungen zeigen dem User Schritt für Schritt, wie er seine Arbeitstechniken vereinfachen und schneller erledigen kann. Parallelen zu früheren Windows Versionen und Tipps von Profis werden hervorgehoben, um dem User eine optimale Nutzung zu ermöglichen.

„Die ersten Schritte“ behandeln vorzugsweise die Arbeitstechniken der Laufwerke, Ordner, Dateien und Dokumente. Die erweiterten Funktionen von Netzwerk, Verknüpfungen, Darstellung, Desktop und Druckens zeigen schon zu Anfang, wie viel Potential in dem neuen Betriebssystem steckt.

Text- und Grafikbearbeitung, Multimedia, Media Player, digitale Bilder, Movie Maker, einst eigenständige Produkte von Microsoft, wurden integriert und wie der Internet Explorer, zu mächtigen Werkzeugen mit dem kompletten System verschmolzen. Installation, Wiederherstellung und Update werden so selbstverständlich beschrieben, wie die der Systemsteuerung, Netzwerkkonfiguration, Plattenkonfiguration und Systemoptimierung.

Da auch an Spezialisten gedacht wurde, gibt es auch hier Fachwissen in den Bereichen Registrierung und dem Einsatz des Windows Script Host (WSH).

Fazit:
Wer mit dem neuen Betriebssystem arbeiten möchte, ohne dieses als „Spieleplattform“ zu missbrauchen, tut gut daran sich dieses Buch zu kaufen. Anders als die anderen Fachbücher wird hier mehr vermittelt als nur die reine Handhabung. Auch die beigelegte CD zeigt einmal mehr, wer der Herr der Betriebssysteme im Homebereich ist. (Stephan Dunker)

Der Schacht

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

Chicago ist die Hölle und da treffen sich Jonathan, Cruz und Jamaika. Aus unterschiedlichen Gründen auf der Flucht, durchleben die drei einen Alptraum in einem heruntergekommenen, unheimlichen Hotel. Das Kenilworth Arms.

Noch ahnen sie nicht welchen Trip dieses Gebäude durchlebt. Das Kenilworth Arms altert und erhält sich selbst. Seine Bewohner haben keine Ahnung, dass ihre eigene Verzweiflung ein Protein ist, das das Gebäude braucht um sich zu erhalten. Es nimmt die menschlichen Dramen nicht war, die sich innerhalb seines alternden Körpers abspielen. In den Räumen, Zimmern und Fluren ist schon immer Blut vergossen worden. Es ist in die Wände und die Teppichläufer geflossen.

Für die richtige Dosis sorgt ein Bandwurm, er hat das Haus in den Opiumrausch des Blutes eingeführt. So wie jemand mit Alzheimer eine klare Phase haben kann und sich mit Drogen zuschüttet, um der kommenden Agonie des Vergessens zu entgehen, so will auch das Kenilwoth Arms jetzt mehr von diesem Stoff, der es so wunderbar sorglos sein lässt.

Das Haus versucht, durch Drogen betäubt, das zu verwenden was es weiß oder sich noch vorstellen kann. Tief im Drogenrausch versunken hat es etwas, was man als einen Traum bezeichnen kann aus dem wohl keiner der Bewohner entkommen kann.

Dieser Roman über die Drogenszene, die in den Kellern von Chicagos Mietshäusern wuchert betäubt von der ersten bis zur letzten Seite. David J Schow prägte den Begriff „Splatterpunk“. Gemeint sind jene Geschichten von Autoren, denen es weniger auf die literarische Qualität ankommt, sondern mehr auf rohe Gewaltdarstellung. Splatterpunk ist ein Name für einen Trend, ein Begriff für Horror extrem, für das Grauen an sich, für die Abgründe der menschlichen Psyche und nicht zuletzt so sarkastisch, das es schon wieder zum lachen ist. Schow gehört wohl zweifelsohne zur ersten Garde zeitgenössischer Horrorautoren.

In Zeiten, in denen Große Verlage davor scheuen das Wörtchen „Horror“ auch nur ansatzweise in den Mund zunehmen, bietet der Blitz-Verlag diesen Roman für angemessene DM 29.80 an. (Silvia Dunker)

Der Wurm Ouroboros

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

Bei der Geburtstagsfeier von Juss, dem Herrscher von Dämonenland taucht ein Bote Hexenlands auf und fordert im Namen Königs Gorice XI. ihre Unterwerfung. Fürst Goldry Bluszco fordert darauf hin den als unbesiegbar geltenden Gorice XI. zu einem Ringkampf. Falls er gewinnt, soll Hexenland von seinem Herrschaftsanspruch absehen und bei einem Sieg von Gorice gibt es Krieg. Der König nimmt die Herausforderung an und wird bei dem Kampf tödlich verletzt.

Doch Gorice wird durch Magie immer wieder Wiedergeboren und kommt als mächtiger Magier und Gorice XII. auf seiner Festung Carce zurück. Er denkt nicht daran, sich an die Abmachung mit den Dämonen zu halten und ruft mit Hilfe des listenreichen Fürsten Gro ein schreckliches Wesen aus der Unterwelt herbei und schickt es gegen seine Gegner.

Die Dämonen werden auf der Heimreise von diesem Wesen angegriffen und Fürst Goldry Bluszco ist danach verschwunden. Darauf hin greifen die Dämonen mit den mit ihnen verbündeten Kobolden die Festung Carce an und nach einer verlustreichen Schlacht geraten König Juss und Fürst Brandoch Daha in Gefangenschaft. Als La Feurioz, der Herrscher von Gnomenland am Hofe von Gorice XII. weilt, erfährt er von ihrer Gefangenschaft und befreit sie wegen einer alten Schuld ihnen gegenüber. Zurück in Dämonenland träumt König Juss, dass Goldry Bluszco noch lebt und auf einem Berg am Rande der Welt gefangen gehalten wird. Er bricht mit einem Heer auf, um Goldry Bluszco zu retten. Während er unterwegs ist benutzen die Hexen seine Abwesenheit bald zu einem Angriff auf Dämonenland.

In fast jeder Diskussion über die Anfänge der Fantasy-Literatur taucht nach dem unvermeidlichen „Der Herr der Ringe“ auch irgendwann das noch ältere „Der Wurm Ouroboros“ auf. Es liest sich irgendwie wie die Nibelungen in der Sprache Shakespeares geschrieben. Mächtige, unfehlbare und grenzenlos von sich selbst überzeugte Helden ohne die geringsten persönlichen Eigenschaften in ebenso prächtigen und mit einer geschwollenen elisabethanischen Sprache endlos beschriebenen Rüstungen und Burgen. Zu nichts anderem als übermenschlichen Heldentaten, fast immer im blutigen Kampf, fähig und sich darüber auch noch in elendslangen Dialogen gegenseitig beweihräuchernd sind sie gänzlich anders als Tolkiens Helden. Selbst ihre Gegner sind meist kaum facettenreicher.

Auch die erzählte Geschichte bietet weder Überraschendes noch originelle Einfälle und hätte ohne Verlust in einem Bruchteil der benutzen Seiten erzählt werden können. So ist das Buch wohl nur für hartgesottene Fantasy-Leser interessant, die etwas über die Anfänge dieses Genres erfahren wollen. Die Einführung sollte man übrigens besser vorerst überblättern und zum besseren Verständnis erst nach der Geschichte lesen.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Fliegende Fetzen

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

Als aus dem Meer zwischen Ankh-Morpork und Klatsch eine Insel erhebt, beginnt ein immer schlimmer ausartender Streit zwischen den beiden Ländern darum. Mumm, Karotte und die anderen Wächter in Ankh-Morpork haben alle Hände mit fremdenfeindlichen Mobs zu tun, als auch noch ein Attentat auf einen Prinzen aus Klatsch verübt wird. Bei der Aufklärung dieses Anschlages stoßen sie auf immer mehr Rätsel und Ungereimtheiten (JFK lässt grüßen).

In Ankh-Morpork übernehmen kriegslüsterne Bürger die Macht, und als ein weibliches Mitglied der Wache auf einem kurz danach in See stechenden Schiff in Gefangenschaft gerät, befinden sich schnell alle Protagonisten auf See. In einem Fall in einem etwas seltsamen Gefährt.

Prattchett zieht in diesem Scheibenweltroman mit der altbekannten Stadtwache als Hauptdarsteller mit Ironie und klugen Witz gegen Krieg und Fremdenfeindlichkeit ins Feld. Er gibt ein wahres Feuerwerk seines typischen Humors zu Besten und zeigt sich hier in absoluter Hochform. Selten ist die Unendlichkeit menschlicher Dummheit treffender bloßgestellt worden.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Katzenhaus

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

Das Buch beinhaltet drei in der Frühzeit von Nivens Ringweltuniversum spielende Geschichten von jeweils einem der Autoren. Alle befassen sich mit der Auseinandersetzung der Menschheit mit den Kzin, einer katzenartigen, sehr kriegerischen Alienart.

Die Krieger
27 Seiten

Bei einem der ersten Vorstöße der Menschen über ihr Sonnensystem hinaus wird ihr unbewaffnetes Raumschiff von den ihnen bisher unbekannten Kzin angegriffen.

Die kurz gehaltene und nicht besonders originelle Pilotgeschichte über den Beginn des Konfliktes.

Eisen
209 Seiten

Eine Gruppe Forscher reist zu einem wissenschaftlich interessanten Sonnensystem. Dort stoßen sie überraschend auf Kzin und bemerken, dass diese den ihnen bisher nicht bekannten Hyperraumantrieb besitzen. Da ihr Raumschiff unbewaffnet ist und sie auch nicht mehr entkommen können, beschließen sie zu verhandeln. Vorher versteckt sich aber ein Teil ihrer Mannschaft mit ihren zwei Beibooten in diesem Sonnensystem. Bei den Verhandlungsversuch wird die Mannschaft ihres Mutterschiffes gefangen genommen und es stellt sich heraus, dass sie einen Kzin-Spion in ihren Reihen hatten. Damit beginnt die ungleiche Auseinandersetzung zwischen den gut gerüsteten Kzin und den hoffnungslos im System festsitzenden Menschen.

Eine ansprechende Story mit einer einfallsreichen Handlung und komplexen Hintergrund. Die Geschichte strotzt geradezu von originellen Einfällen bei Weltraumphänomenen und bietet dazu eine Menge Action.

Katzenhaus
158 Seiten

Als ein ihr Raumschiff von den Kzin angegriffen wird, überlebt der Ethnologe Locklear als Einziger und wird gefangen genommen. Doch das Kzin-Schiff verirrt sich und stößt auf einen seltsamen Planeten, der abgetrennte Lebensbereiche verschiedener Planeten enthält und anscheinend als eine Art Zoo gedient hat. Durch geschickte Manipulation gelingt es Locklear, dass er dort abgesetzt wird um später wieder abgeholt zu werden. Doch die Kzin setzen ihn in der Enklave ihres eigenen Heimatplaneten ab und nicht in der Erde. Nach einigen Erforschungen entdeckt Locklear in Stasis gehaltene Lebewesen des Kzin-Planeten, darunter auch Kzin selbst. Nach einiger Überlegung beschließt er eine weibliche Kzin ins Leben zurückzuholen, weil diese kleiner als die Männer sind. Damit beginnt ihm jedoch alles etwas aus der Kontrolle zu gleiten.

„Katzenhaus“ ist eindeutig die Beste der drei Storys. Einfallsreich, witzig und voller guter Ideen schildert sie das aufeinanderstoßen zweier sich völlig fremder Kulturen.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Dunkle Flüsse des Herzens

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

Der von seiner Vergangenheit heimgesuchte, im Untergrund lebende Spencer Grant lernt bei einem Barbesuch mit seinem ängstlichen Hund Rocky die Kellnerin Valerie kennen. Als er sie am nächsten Tag wiedersehen will, ist sie nicht an ihrem Arbeitsplatz erschienen. Er beschließt bei ihr zu Hause nachzusehen, ob mit ihr alles in Ordnung ist. Als er sie zu Hause nicht antrifft, dringt er in ihr Haus ein und gerät überraschend in eine Polizeiaktion, bei der das Haus von einer Spezialeinheit gestürmt wird. Trotz des rücksichtslosen Vorgehens der Polizisten kann er entkommen, und beginnt mittels seiner Computerkenntnisse Nachforschungen nach ihrem Verbleib anzustellen.

Doch die Behörde, die Valerie jagt ist eine inoffizielle, mit schier unbegrenzten Mitteln ausgestattete, rücksichtslose Organisation, die ohne die geringste Hemmung über Leichen geht. Während Spencer Valeries Spur aufnimmt, gerät er selbst in das Fadenkreuz und eine gnadenlose Jagd beginnt.

Der irre Mörder Roy Miro ist einer der Spitzenleute der intern „Agency“ genannten Organisation und ist auf Spencer und Valerie angesetzt. Mit allen ihm zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln, vor allem den weitreichenden Möglichkeiten von „Mama“, dem Computersystem der Agancy versucht er sie in seine Gewalt zu bekommen.

Ein High-Tech Thriller und eine bis in die höchsten Kreise reichende Verschwörung bevölkert mit den für Koontz typischen irren Mörder und sonstigen, abartigen Gestalten auf der Seite der „Bösen“. Wie in vielen anderen seiner Bücher spielt auch hier ein Hund mit, der kenntnisreicher und überzeugender beschrieben wird als bei irgend einem anderen, mir bekannten Autor. Bei den Möglichkeiten mit Computern in der vernetzten Welt übertreibt er aber meiner Meinung teilweise ziemlich heftig.

Koontz nutzt gekonnt aber etwas zu lange die klassischen Mittel um Spannung zu erzeugen. So weiß der Leser bei einer Szene, die sich von Nebenhandlungssträngen unterbrochen ewig lange hinzieht, dass den Hauptprotagonisten eine Falle gestellt wird, und diese unweigerlich hineintappen, ohne selbst etwas zu ahnen.

Trotz Mangel an Überraschungen und originellen Ideen ein guter und solider Thriller.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Der Prinz auf dem weißen Pferd

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

Ein Prinz reitet auf einem weißen Pferd durch eine Wüste in einem seltsamen Land. Er kennt weder seinen eigenen Namen, noch weiß er so recht woher er kommt. In seiner Welt gibt es allerdings nur einen runden Mond, nicht einen Herzförmigen, einen Quadratischen und einen Ovalen wie hier. Er ist auf dem Weg zum Knochenschloss, wo er den Messingdrachen besiegen soll. Warum, weiß er auch nicht recht. Sein etwas eigenartiges Pferd und ein kurz erscheinende Frau namens Gemael die Rote scheinen darauf zu bestehen.

Eine witzige Geschichte mit kuriosen Figuren in einer eigenartigen Welt. Kurzweiliger und unterhaltsamer Lesestoff. Alice im Wunderland mit einem Fantasyhintergrund.

Leseproben:
(…)
„Aber du hast gerade gesprochen.“
„Nein“, sagte das Pferd.
„Doch. Gerade ist es wieder geschehen.“
„Das bildest du dir nur ein“, behauptete das Ross.

(…)
„Versuch es du Narr“ donnerte es.
„Bleib hier“ bat der Prinz rasch. „Gib dich nicht mit Leuten ab, die dich ‚Narr‘ schimpfen!“
Dann erinnerte er sich daran, dass er Gemant kurz zuvor ‚Idiot‘ genannt hatte, und klappte rasch den Mund zu.

(…)
„Warum hast du nicht gesagt, dass er ein mächtiger Zauberer ist?“ brüllte der Ritter.
„Ich hab dir alles gesagt, was ich über ihn weiß!“ heulte Ysome. „Und außerdem hast du behauptet, es mit jedem Gegner aufnehmen zu können.“
Dann sahen sie den Prinzen. Der Ritter sank sofort auf die Knie. „Gnade, Unbesiegbarer Gebieter!“ schluchzte er.

Ysome eilte an dem Ritter vorbei, blieb dicht vor dem Prinzen stehen, machte einen Knicks und küsste ihm die Hand. Im Anschluss daran sah sie demütig zu ihm auf und hauchte ergeben:

„Mein Befreier …“
„Nun“, wandte Gemant ein, „eigentlich bin ich gekommen, um dich zu retten.“
„Schweig!“ zischte Ysome und bedachte ihn mit einem giftigen Blick.

(…)
„Blas jetzt die Trompete, die dir Themistra gab.“

Zuerst konnte der Prinz sie gar nicht finden, und anschließend fiel es ihm schwer, dem Instrument irgendeinen Ton zu entlocken. Er hatte das Gefühl, als bemühe er sich, einen Ballon aufzublasen – war ihm schon immer ziemlich schwer gefallen war. Schließlich bot ihm Vultikan seine Hilfe an – und für zehn Minuten war der Prinz auf dem linken Ohr taub.

Zuletzt ist die Geschichte in der Heyne Jubiläumsreihe mit dem Titel „Im Reich der Fantasy“ erschienen.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Ashes: Die Stunde Null

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

„Ben begrub seinen zweiten Bruder und dessen Familie in einem flachen Gemeinschaftsgrab. Nachdem er den ganzen Nachmittag gearbeitet hatte, wurde ihm schließlich klar, wie sinnlos das alles war.

Millionen, Milliarden von Leuten waren tot, überall auf der Welt, ohne Würde gestorben. (Gibt es beim Sterben überhaupt jemals Würde?) Warum sollte es seiner Familie anders ergehen? Was, zur Hölle, war der Sinn und Zweck all dessen?“

Der Autor William W. Johnstone wurde 1938 als jüngstes von vier Kindern im Süden von Missouri geboren. Nach der Beendigung seiner schulischen Karriere folgten einige Jahre als Deputy und bei der Army, bevor er fast 16 Jahre lang bei einem Radiosender arbeitete. Während dieser Zeit ergriff ihn die Schreiblust und seitdem hat er 85 Romane verfasst, die sich größtenteils in die Genres Dark Fantasy, Science Fiction und Western einordnen lassen. Der vorliegende erste Band seiner großen Ashes-Serie gehört zu den erfolgreichsten Werken, die er verfasst hat: Über 10 Millionen Exemplare wurden allein in den USA verkauft. Offensichtlich hatte William W. Johnstone mit seiner Mischung aus Action, Sozialkritik und Science Fiction einen Nerv getroffen, denn innerhalb kurzer Zeit formierten sich viele Fans, die die Ansichten des Autoren bzw. seiner Protagonisten teilten.

Dabei ist die Ashes-Serie, genauso wie die anderen Werke von Johnstone, auf keinem besonders hohen literarischen Niveau verfasst, sondern lässt sich am ehesten in die Kategorie der Groschenromane einsortieren. Der Inhalt der Serie ist in wenigen Worten zusammengefasst:

Eine Schar von Rebellen löst innerhalb des amerikanischen Militärs einen Atomkrieg aus, der Milliarden Menschenleben kostet. Doch die Menschheit lernt nichts aus ihren Fehlern, denn bald breitet sich von Chicago aus ein neues, faschistisches System aus und infiltriert das ganze verwüstete Land…

Für Fans von Dark Science Fiction und platter Sozialkritik genau das richtige, aber mit dieser Thematik gibt es wesentlich bessere Bücher, die sich wohltuend vom Niveau dieser Serie abheben.

Fazit: „Ashes – Die Stunde Null“ ist eine weitere Endzeit-Saga, die kaum innovative Ansätze bietet, sondern lediglich oft Gelesenes auf mittelmäßigen Niveau unwesentlich variiert. (Tino Hahn)

Die Kälte des Feuers

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

Jim Ironheart führt ein zurückgezogenes Leben und ist wegen eines Haupttreffers in der Lotterie auch finanziell unabhängig. Doch von Zeit zu Zeit bekommt er von einer Art höheren Macht den Auftrag, sich an einen bestimmten Ort zu begeben und dort einen oder mehrere Menschen vor einem gewaltsamen Tod zu erretten.

Bei einer solchen Gelegenheit trifft er auf die Journalistin Holly Thorne und sie ist sowohl von seiner Tat als auch von seiner Person fasziniert. Sie forscht seine Adresse aus und während eines Urlaubs reist sie in seinen Heimatort und beginnt über ihn nachzuforschen. Als er sich wieder per Flugzeug auf eine Rettungsmission begibt, haftet sie sich heimlich an seine Fersen. Er bemerkt sie und offenbart ihr, dass das Flugzeug einen Unfall haben wird und er an Bord ist um ein kleines Mädchen und seine Mutter zu retten. Nun versucht er auf ihr Drängen, den Unfall zu verhindern aber es gelingt ihm nur, die Zahl der Toten geringer als von ihm selbst vorausgesehen zu halten. Nach diesem Ereignis verschwindet er wieder, doch Holly bleibt hartnäckig und sucht ihn bei ihm zu Hause auf.

Schon seit einiger Zeit wurden beide von schlimmen Alpträumen heimgesucht, in denen ein unheimliches Wesen versucht in die Welt zu gelangen. Jetzt bekommt Jim von der mysteriösen Macht den Auftrag, den Ort seiner Kindheit aufzusuchen und sie machen sich gemeinsam auf den Weg. Doch in Jim Ironheart schlummert noch mehr, als Holly erwartet hat.

Solider, ziemlich geradliniger Mysteryroman von Koontz, in dem er auch, wie z.B. in „Drachentränen“ dem Übersinnlichen eine tragende Rolle sielen lässt.

„Die Kälte der Feuers“ gehört zwar nicht zu seinen besten Büchern, ist aber, wie eigentlich so ziemlich alles von ihm, gute und spannend geschriebene Unterhaltung. Er übertreibt es diesmal auch nicht allzu sehr mit seinen sonst typischen Klagen über Kriminalität und Politiker. Kein Buch, das man gelesen haben sollte, aber auch kein Langweiler, den man nach der Lektüre nur verärgert aus der Hand legt.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

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