Die Erbin von Ruwenda

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

“Haramis ist seit über zweihundert Jahren Erzzauberin von Ruwenda und sieht die Zeit gekommen, sich um eine Nachfolgerin umzusehen.

Die Wahl fällt auf die junge Prinzessin Mikayla. Doch diese ist mit dem Jungen Fiolon engstes befreundet, und das stört die Pläne von Haramis. Mikayla ist ohnehin nicht davon begeistert, die zukünftige Erzzauberin zu werden, und als sie von Fiolon getrennt wird, wächst ihr passiver Widerstand noch stärker.

Nur mit Haramis Berater Uzun, den diese vor langer Zeit in eine Harfe verwandelt hat, um ihm vor dem Tod zu retten, versteht sie sich gut. Als dieser seinen Wunsch nach einem beweglicheren Körper mit der Fähigkeit zu sehen äußert, beschließt Mikayla, ihm einen solchen zu beschaffen. Mit Hilfe eines Zauberspiegels entdeckt sie einen Tempel, dessen Priester dazu in der Lage sind. Als sie dort hin reist und um den neuen Körper für Uzun bittet, wird ihr als Gegenleistung das Versprechen abgenommen, jedes Jahr ein Monat im Tempel zu dienen. Was sich als relativ harmlos und einfach zu erfüllende Sache anhört, erweist sich später als verhängnisvoll.

Das Haramis von einigen Schlaganfällen heimgesucht wird und dadurch oft lange außer Gefecht gesetzt wird, erschwert die ganze Situation zunehmen für Mikayla und Fiolon.

Der fünfte Band der Ruwenda-Reihe beginnt, nach dem großen Showdown im vierten Band “Das Amulett von Ruwenda”, einen völlig neuen Handlungsfaden. In der Geschichte passiert weit nicht soviel, wie zum Beispiel im Vorgängerband, aber es ist eine nette Fantasygeschichte. Das Buch leidet überhaupt nicht darunter, dass nicht gleich um den Bestand der Welt oder der Kampf gegen einen ultimativen Bösewicht geschildert wird. Nur beim Happy-End hat es die Autorin wieder ein wenig übertrieben.

Die letzten paar Seiten hätte sie sich besser erspart, aber es ist immerhin nicht ganz so schlimm, wie im Vorgängerband. Insgesamt kein überragender Roman, aber besser als die große Masse von Fantasy-Büchern.“

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Endymion – Die Auferstehung

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

Seit vier Jahren halten sich Raul Endymion und Aenea im Exil auf der in die Magellanschen Wolke entführten Erde auf. Als Aeneas Lehrmeister, die Cybridpersönlichkeit die nach dem Architekten Frank Lloyd Wright rekonstruiert war, starb, war es Zeit für sie aufzubrechen.

Raul wird von Aenea allein auf die Reise geschickt, um ihr altes Raumschiff zu holen und sich damit mit ihr an einem vereinbarten Treffpunkt einzufinden. Doch im vom Menschen besiedelten Weltraum herrscht noch immer der Vatikan mit Hilfe des Unsterblichkeit bietenden “Kruziform” genannten Parasiten. Der Papst und das ihn unterstützende Core, von Menschen geschaffene künstliche Intelligenzen, die sich verselbstständigt haben und jetzt ihrerseits versuchen die Menschheit zu beherrschen, versuchen aber noch immer Aenea und Raul mit allen Mitteln in ihre Gewalt zu bringen.

Vom Core ausgesandte Superkampfmaschinen, die wie Menschen aussehen, wollen Beide töten. Bald nach Beginn seiner Reise kann Raul ihnen nur knapp entkommen. Nur das plötzlich auftauchende, legendäre Shrike rettet ihn vor dem sichern Tod.

Nach weiteren Mühen, bei denen er wieder nur knapp überlebt, findet er das Raumschiff und macht sich auf den Weg zu Aenea. Nicht lange nach seiner Ankunft tauchen Raumschiffe ihrer Feinde auf und zwingen sie erneut zu Flucht.

Endlich ist nach “Hyperion”, “Hyperions Fall” und “Endymion – Pforten der Zeit” der vierte und vermutlich letzte Band dieses wohl komplexesten und großartigsten Science Fiction Epos der letzten Jahre erschienen.

Simmons schafft es die Erlebnisse der Hauptprotagonisten gekonnt in einem detailreichen Universum agieren zu lassen und der Geschichte damit eine besondere Dynamik und Dramatik zu geben.

Obwohl die beiden Endymion-Bücher nicht mehr ganz die Außergewöhnlichkeit der ersten beiden Teile haben, gehören sie noch immer zur besten Science Fiction aus dem Unterhaltungsbereich, die bisher geschrieben worden ist.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Sonnentaucher

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

Die Menschen haben die Delphine und Schimpansen zu intelligenten Wesen gemacht und mittels eines Tests alle potenziell gefährlichen Personen mit einem Sender versehen und zu ständig überwachten sogenannten Probanden gemacht. Bereits seit einiger Zeit haben sie Kontakt mit verschiedenen Aliens, die in vielfältiger Form auf ihnen zugewiesenen Gegenden der Erde anzutreffen sind. Diese Außerirdischen haben untereinander und mit den Menschen ein streng geregeltes System und stellen beschränkt Wissen und Technik zur Verfügung.

Als in der Außenzone der irdischen Sonne möglicherweise intelligente Wesen entdeckt werden, wird auch Jakob Alvarez Demwa von seinem außerirdischen Freund Fagin zu dem Forscherteam hinzugezogen. Außer ihnen, den übrigen menschlichen Forschern und einem Schimpansenwissenschaftler ist noch der einer alten und angesehenen Alienart, den Pila zugehörige Bubbacub mit Culla dabei. Culla ist ein Pring, die einst von den Pila zu intelligenten Wesen gemacht wurden und damit diesen auf sehr lange Zeit zu Dienerschaft verpflichtet sind.

Noch bevor Jakob die erste Reise mit einem speziellen Raumschiff zur Sonne unternehmen kann, stirbt der Schimpanse bei einem solchen Unternehmen und es weist vieles auf einen Sabotageakt hin. Bald ist auch ein Täter gefunden. Doch einige Ereignisse während und nach seiner ersten Fahrt mit einem Sonnenschiff zum Zentralgestirn machen ihn mißtrauisch und er beginnt hinter den Kulissen nachzuforschen.

In dieser flott erzählten Science Fiction-Geschichte steckt so ziemlich von allem etwas. Sie ist eine Space-Opera und gleichzeitig ein Krimi, beinhaltet eine kräftige Form Sozialkritik und bietet eine komplexe und durchdachte Hintergrundwelt. Auch die darin handelnden Personen sind nicht allzu eindimensional dargestellt.

Ein Roman, der gleichzeitig unterhaltsam und spannend zu lesen ist, ohne nur eine phantasielose, einspurige Heldengeschichte zu erzählen.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Die Mayfair-Hexen

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

Ash ist reich und mächtig. Doch er ist auch der letzte Taltos, einer uralten, von den Menschen vernichteten Art. Als er eine Nachricht aus England bekommt, dass es dort einen weiblichen Taltos geben soll, macht er sich sofort auf den Weg.

Unterdessen erholen sich die Mayfairs gerade vom Chaos, das der von Rowan geborene Taltos Lasher bei ihnen angerichtet hat, bevor er von Michael, dem Ehemann Rowans getötet worden ist. Doch als sich herausstellt, dass die erst 13jährige Mona schwanger ist und dann auch noch ihr Freund Aaron ermordet. Aaron war ein Mitglied der alten geheimnisvollen Gesellschaft Talamasca, die sich mit übersinnlichen Phänomenen beschäftigt. Alles deutet auf eine Verschwörung innerhalb der Talamasca hin und Rowan und Michael reisen nach England um diesen Vermutungen auf den Grund zu gehen. Dort treffen sie auf Yuri, dem Freund Aarons, der nur knapp einem Anschlag auf sein Leben entgangen ist und auf Ash mit seinem dem sagenhaften kleinem Volk zugehörigen Freund Samuel.

“Die Mayfair-Hexen” ist nach “Hexenstunde” und “Tanz der Hexen” der dritte Teil dieser Reihe. Und nach dem Ende dieses Romans zu schließen, werden noch weitere folgen.

Nach den berühmten Vampir-Romanen hat Anne Rice bei dieser Reihe in ähnlich gekonnter Form eine Geschichte rund um eine Hexenfamilie und die wundersamen “Taltos” geschaffen. Nur die “Talamasca” gibt es in beiden Geschichtszyklen.

Rice schreibt in einem Stil, der irgendwie an klassische Gruselgeschichten erinnert und gleichzeitig in einem modernen Tempo. Damit schafft sie eine typische Atmosphäre ohne die oft vorhandene Langatmigkeit mancher dieser Klassiker. Dabei baut sie den Hintergrund ihrer mystischen Wesen von Buch zu Buch immer weiter aus.

“Die Mayfair-Hexen” führen die Handlung vom Ende Lashers zu dem völlig andersartigen Ash weiter. Ohne die vorhergehenden Bücher dieser Reihe hängt man darum manchmal etwas in der Luft und das Ende ist eigentlich mehr ein Anfang. Wer die vorhergehenden Bücher der Reihe nicht gelesen hat und nicht vorhat die Folgebände ebenfalls zu lesen, kann sich diesen Roman eher sparen.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Welten wie Sand

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

Nachdem Jadawin, Angehöriger einer mächtigen, uralten Rasse, seine einst von ihm selbst geschaffene Welt zurückerobert hat, entführt eines Tages sein Vater seine Gefährtin. Er hinterläßt einen Hinweis und Jadawin folgt ihm und landet auf einer großteils von einem Ozean bedeckten Welt auf einer kleinen Insel. Dort trifft er die meisten seiner Geschwister an. Wie fast alle ihrer Rasse sind sie unendlich arrogant und hassen sich gegenseitig abgrundtief. Doch die besondere Situation bewegt sie zu einem wackeligen Bündnis und sie machen sich auf die Suche nach ihrem Vater.

Als die Bewohner der Insel von einem riesigen Luftschiff angegriffen werden, helfen sie ihnen und können die Angreifer zu einem Kompromiss bewegen. Sie schließen sich ihnen an, um zu einem Tor in die Festung ihres Vaters zu gelangen. Nachdem sie mühsam die Attacke seltsamer, grausamer Wesen auf das Luftfahrzeug abwenden konnten, finden sie dieses Tor auf einer weiteren Insel. Doch sie landen wieder auf einer weiteren Welt und müssen sich erneut den Weg durch zahlreiche Gefahren zu einem Tor suchen. So geht es einige Male weiter und sie werden immer weiter geschwächt, da die Nahrungsbeschaffung und die Gefahren immer schwieriger werden.

Der zweite Teil dieser Serie bietet, ähnlich wie der Erste, eine Reise durch eine seltsame Welt, die von noch seltsameren Wesen bevölkert ist. Allerdings ist hier schon das große Geheimnis bekannt, das im ersten Teil für zusätzliche Spannung sorgt. Die Handlung in diesem typischen Hintergrund für eine Fantasy-Geschichte bietet wenig Überraschungen und auch die Protagonisten sind wenig facettenreich, aber sonst versteht es Farmer ausgezeichnet, aus der seltsamen Umgebung einen unterhaltsamen Roman zu basteln.

Gute Unterhaltung ohne große Ansprüche und zum Zwischendurchlesen durchaus geeignet. Es ist auch keineswegs notwendig, den ersten Teil zu kennen, um der Handlung des Zweiten folgen zu können.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Larry Brent: Im Kabinett des Grauens

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

Eine Garantie für Hochspannung und Klasse sind die Romane von Jürgen Grasmück, alias Dan Shocker. Dan Shocker gilt als Meister der phantastischen Literatur. Sein Romanheld Larry Brent erfreut sich noch immer großer Beliebtheit. Außergewöhnliche Vorfälle auf der ganzen Welt füllen die X-Akten der PSA. PSA steht für „Psychoanalytische Spezialabteilung“, deren bester Kämpfer ist Larry Brent, auch bekannt unter X-RAY-3.

Die Grusel-Serie Dan Shockers wurde zum 30jährigem Jubiläum neu aufgearbeitet. Doch den Neuauflagen fehlt es kein bisschen an Horror und Spannung zu den Romanen aus dem Jahre 1968. „Im Kabinett des Grauens“ lautet der Titel des ersten Bandes um Larry Brent, Iwan Kunaritschew und der PSA. Die unerschrockenen Kämpfer werden überall dort eingesetzt, wo die herkömmlichen Mittel der Polizei versagen. So auch im ersten Band der erfolgsversprechenden Remakes.

Frankreich: in der Gegend von Maurs sprechen die Menschen von Vampiren. Alles Unsinn, so der Hauptkommissar. Doch eines Tages findet man eine Leiche. Eine Leiche mit Bisswunden am Hals. Auch andere Bewohner des Ortes klagen. Sie sind erschöpft, müde, ausgelaugt. Die Vorfälle können durch die örtliche Polizei nicht mehr kontrolliert werden. Ein Geheimagent, kein anderer als Henry Parker (X-RAY-18) der PSA übernimmt den Fall.

Schon auf den ersten Seiten beginnt Spannung pur. Der Leser ist gefesselt von der faszinierenden Schreibweise und detaillierten Darstellung des Autors. Verschiedene andere Grusel- und Horror-Serien können es nicht mit Larry Brent aufnehmen. Shocker stellt die Situationen und Geschehnisse äußerst Detailgetreu dar. Sein Schreibstil ist fesselnd und zwingt zum Weiterlesen.

„Im Kabinett des Grauens“ kommt für Fans mit einem extra Bonus daher. Die nummerierte Sammlerausgabe ist mit einem Autogrammeindruck von Dan Shocker versehen.

Der Weg nach Kinvale

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

Inos, Prinzessin und einzige Thronerbin, wird von ihrem Vater Holindarn, den König des entlegenen, unwirtlichen aber unabhängigen Krasnegar, in die noble Stadt Kinvale im mächtigen Impere geschickt um die höfischen Gebräuche und vielleicht einen würdigen Ehemann kennen zulernen.

Ihr Jugendfreund Rap stammt aus einfachen Verhältnissen und entdeckt während des harten Winters außergewöhnliche Fähigkeiten an sich. Nach und nach stellt sich heraus, dass er seine Umgebung auf magische Weise erkunden kann und einen starken Einfluss auf Pferde und Hunde hat. Doch die anderen Menschen gehen auf Distanz zu ihm und selbst alte Freunde wenden sich von ihm ab.

Nur ein Fremder namens Andor sucht seine Freundschaft und überredet ihn eines Tage mit ihm in der Süden aufzubrechen, um der Prinzessin die Nachricht über eine zunehmend schlimmer werdende Krankheit ihres Vaters zu überbringen. Doch die Dinge nehmen einen ungünstigen Verlauf als Andor von Rap sein magisches “Wort” erfahren will und dieser aber nichts von einem “Wort” weiß.

Obwohl die Geschichte nur etwas zäh in Gang kommt, beginnt sie den Leser irgendwann in ihren Bann zu ziehen und ihn nicht mehr loszulassen. Und auch das Ende des Buches kann man nicht als solches bezeichnen, denn es bricht ziemlich heftig mitten in der Handlung ab. Die “Pandemia Saga” beginnt also vielversprechend und scheint eine der lesenswerten Fantasy-Epen zu sein.

Der Schauplatz Pandemia bietet zwar nichts neues oder besonders originelles als Fantasy-Welt, so bevölkern Drachen, Zauberer und der irdischen Historie entlehnte Kulturen mit für das Genre typischen Bezeichnungen, wie Kobolde, Elfen, Zwerge usw. ihre Oberfläche, aber die Geschichte, die vor diesem Hintergrund erzählt wird, ist durchaus spannend, manchmal dezent humorvoll und damit gute Unterhaltungsliteratur.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Die zweite Haut

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

Martin Stillwater ist erfolgreicher Krimi-Autor, glücklich verheiratet und hat zwei Töchter. Eines Abends ist er für sieben Minuten während er auf ein Diktierband spricht komplett weggetreten und kann sich danach nicht an diese kurze Zeit erinnern. Auf dem Band hört er, dass er ununterbrochen “Ich muss, ich muss …” gesagt hat.

In Kansas City ist zur gleichen Zeit ein ungewöhnlicher Killer dabei einen Auftrag zu erfüllen. Er hat keinen Namen, keine Erinnerungen und kein Gewissen. Doch ganz unerwartet fühlt er sich plötzlich von einem bestimmten Ort fast magisch angezogen und er macht sich, seine Spuren möglichst gründlich verwischend und immer wieder “Ich muss, ich muss …” vor sich hin murmelnd, auf die Reise. Denn er ist auf der Suche nach seinem verloren geglaubten Leben, und meint es sei das Leben und die Familie von Martin Stillwater.

Seine geheimnisvollen Auftraggeber entdecken bald, dass etwas schief gelaufen ist und heften sich an seine Fersen.

Der Killer findet das Haus Martins, dringt dort ein und es kommt zur ersten Konfrontation zwischen den Beiden. Martin übersteht sie knapp und flieht mit seiner Familie, den unbeirrbaren, unheimlichen und übermenschlichen Killer auf den Fersen, nachdem er bei der Polizei keine ausreichende Hilfe bekommt.

Der Roman ist ein typischer Koontz. Eine Durchschnittsfamilie wird in die Machenschaften einer übermächtigen und geheimen Organisation hineingezogen und muss flüchten. Wie immer lässt sich Koontz lang und breit über den Untergang der Gesellschaft durch die schier allgegenwärtige Kriminalität, die geringen Strafen und die korrupten Politiker aus. Nur der sonst in seinen Romanen allgegenwärtige Hund fehlt in “Die zweite Haut”.

Aber sonst ist es ein durchaus gelungenes Stück spannungsgeladener Unterhaltung mit den gewohnt hervorragenden Beschreibung der Persönlichkeiten, vor allem von originellen Bösewichten. Vor allem die den Großteil des Buches einnehmende Verfolgung der Familie durch den irrwitzigen Killer hält den Leser ziemlich in Atem.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Die nackte Sonne

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

Zuletzt ist “Die nackte Sonne” auf deutsch zusammen mit “Die Stahlhöhlen” unter dem Titel “Die Stahlhöhlen” (ISBN: 3-453-12767-6) erschienen.

Auf der von Menschen vor Jahrhunderte koloniealisierten Welt Solaria ist ein Mord passiert. Da Solaria eine extrem niedrige Bevölkerung hat, wo jede Person absolut abgeschieden von den anderen lebt, gab es dort fast niemals Verbrechen und außer einem Sicherheitschef auch keine Polizei.

Weil der Erdenmensch Elijah Baley sich bei den Außenweltlern einen guten Ruf erworben hat, wird er zur Aufklärung des Mordes von der Erde angefordert. Als Vertreter der Außenweltler wird ihm der ihm schon gut bekannte Roboter Daneel Olivaw zur Seite gestellt, wobei den Solariern die Tatsache verheimlicht wird, dass er ein Roboter ist.

Auf Solaria stellt sich heraus, dass es schon eine Hauptverdächtige gibt, der man aber die Tat mangels Tatwaffe noch nicht nachweisen kann. Es ist die Frau des Ermordeten, weil bei den Solariern sich nur Eheleute persönlich begegnen. Doch Baley hat so seine Zweifel, und nachdem bald nach seiner Ankunft ein weiterer Mord geschieht, beginnt er mit seinen für die Solarier extrem ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden.

Der zweite Roman Asimovs mit dem Detektiv Baley als Hauptperson. Wieder ein Science Fiction Krimi, und sogar noch besser als “Die Stahlhöhlen”. Asimov nutzt die Möglichkeit, eine fremde Gesellschaft zu beschreiben, überaus vorteilhaft aus. Viel seiner Kollegen aus dem SF-Genre schaffen es selbst mittel Aliengesellschaften nicht, den Leser einen ebenso interessanten aber auch fremdartigen Entwurf einer Zivilisation zu liefern. Vor allem kupfert er nicht, wie viele andere, historische oder exotische Gesellschaftsformen auf der Erde ab. Dazu kommen noch seine Stärken beim Beschreiben von Persönlichkeiten und die gelungene Krimihandlung.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Robot Roderick

Erstellt am: Januar 2nd, 2008

In der kleinen Universität von Minnetonka bekommt die Computerabteilung den Auftrag für den Bau eines Roboters von der NASA. Doch nach einiger Zeit wird ihnen die Unterstützung entzogen und sie müssen versuchen, das nötige Geld von der Universität selbst zu bekommen. Der wichtigste Mann bei der Entwicklung ist Dan Sonnenschein, und er befürchtet die Zerstörung des Roboters. Um das zu verhindern schafft er ihn bei einem Ehepaar in Sicherheit. Doch diese kümmern sich wenig um ihn und so wird er später von einem älteren Ehepaar adoptiert.

Nach einigen Turbulenzen, wie einer Entführung durch Zigeuner, kommt er in eine Schule. Und damit beginnen die Schwierigkeiten erst so richtig.

Sladek benutzt seine Robotergeschichte um der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten. Dabei ist er nicht nur äußerst scharfsichtig sondern auch von bissigem Witz. Der Roman gehört wohl zum humorvollsten, was je im Genre der Science Fiction geschrieben wurde. Dabei zeigt Sladek ein hohes, literarisches Niveau und eine fast schon an Bösartigkeit grenzende Menschenkenntnis. Ob er die Rivalitäten an einer Universität aufs Korn nimmt oder seinen Roboter einen katholischen Priester mit seiner Logik schier in den Wahnsinn treibt, immer bringt er seine Kritik mit Überzeichnung und skurrilen Typen auf den Punkt. Sein Humor hat eine große Spanne. Von der simplen, aber immer gut platzierten Pointe bis zum auf den ersten Blick schwer sichtbaren, hintergründigen Humor findet sich bei ihm so ziemlich das ganze Spektrum. Mit einigen Wortspielen hatte der Übersetzter seine liebe Mühe und konnte nur auf eine Erklärung in Fußnoten zurückgreifen.

Eines der Meisterwerke der Science Fiction und auch für Leser, die sonst nichts aus dieser Literaturgattung lesen uneingeschränkt zu empfehlen.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

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