Der Sinn und die Sinne

Erstellt am: Juli 3rd, 2008

Das Buch handelt von alten und neuen Medien und lässt die wichtigsten Stationen der Mediengeschichte Revue passieren. Immerhin erfährt und versteht sich die heutige Weltgesellschaft im Übergang zum dritten Jahrtausend in erster Linie als Medien- und Informationsgesellschaft.

Jochen Hörisch, Literatur- und Medienwissenschaftler an der Universität Mannheim, sieht die frühe Medienwelt, im Bann von Stimme und Schrift, sinnzentriert, während sich die neue Medientechnik an die Sinne wendet und neue Kommunikationsverhältnisse schafft. Am Anfang, stellt der Autor fest, war der Sound, der Urknall vor etwa 12 Milliarden Jahren. In der Bibel heißt es: Zunächst war das Wort, das dann stimmlich erklingt. Ein eigenes Kapitel ist daher den Stimmen gewidmet. Da der Schöpfergott weder durch schriftliche Erlasse noch durch das Medium Geld den Kosmos erschaffen hat, kommt Hörisch zu folgendem Resultat: Sprechen rangiert als vorrangiges, Schreiben als sekundäres und Geld als pervers-artifizielles Medium.

Dass Menschen in essentieller Weise sprachbegabte Wesen sind, stellt auch Hörisch nicht zur Diskussion, aber er sieht in ihnen auch Wesen, die Bilder schaffen und Bilder benötigen. Vom Menschen als einem „Homo pictor“ zeugen beispielsweise die berühmten Höhlenbilder in Lascaux.

Selbst Medienkritik hat es in der Antike schon gegeben. Platon hat sie geübt, als er das Abbild als defizienten Modus der reinen Idee abtat. Von hier aus schlägt der Autor eine Brücke zum frühen Monotheismus und religiös begründeten Bilderverbot, das im Islam noch heute besteht, während das Christentum die Lust am Bildermachen nie verworfen hat. Die Entstehung der Schrift, des phonetischen Alphabets mit 24 Buchstaben durch die Griechen, die Gründung der ersten Bibliothek wird beleuchtet sowie das Aufkommen von Buchdruck, Presse und Post. In den letzten Kapiteln geht es um neue Übertragungsmedien, um Radio, Fernsehen, CD-Rom, Computer und Internet

Im Gegensatz zur vorfotografischen, durch Bilderarmut gekennzeichneten Zeit leben wir heute in einer Epoche der Bilderflut. Wird das Buch eines Tages veralten? Der Autor glaubt nicht daran und hat, zusammen mit Robert Gernhardt, dafür gute Gründe.

Hörisch ergeht sich in diffizilen und geistreichen Gedankengängen, die hier nur oberflächlich und skizzenhaft angedeutet werden können. Doch so viel sei verraten: der bebilderte und sorgfältig, geradezu bibliophil gestaltete Band bereitet nicht nur ein intelligentes, sondern auch ein ästhetisches Vergnügen. Er stammt aus Enzensberger „Anderer Bibliothek“, der angeblich „schönsten Buchreihe der Welt“ (so die Wochenzeitung „Die Zeit“ ) und ist ein wahres Schmuckstück.

Titel: Der Sinn und die Sinne
Autor: Jochen Hörisch
Verlag: Eichborn Verlag
Seiten: 441
ISBN: 3821841958

Lexikon elektronische Medien

Erstellt am: März 20th, 2008

Das „Lexikon elekronische Medien. Radio, Fernsehen, Internet“ von Robert Sturm und Jürgen Zirbik dient allen Medieninteressierten als praktisches Nachschlagewerk. Mit 1600 Wörtern aus Radio, Fernsehen und Internet trägt dieses Lexikon zum allgemeinen Verständnis in der Medienbranche bei.

Die Autoren entstammen der Branche. Robert Sturm ist freiberuflicher Medien- und Unternehmensberater. Als Geschäftsführer war er bereits bei Radiosendern tätig. Jürgen Zirbik ist Leiter der Marketing- und Kommunikationsabteilungen von „Arttacke AG“. Beide bringen Ihre Kenntnisse und Erfahrungen mit in dieses Buch ein.

Bevor es mit dem eigentlichen Wörterverzeichnis losgeht, informieren die Autoren über verschiedene Abkürzungen. So steht beispielsweise „ASA“ für „American Standard Association“ oder „ÖrA“ für „Öffentlich-rechtliche Anstalten“. Knapp 90 Abkürzungen aus Film, Funk und Fernsehen sind zu verzeichnen.

Den Abkürzungen folgt das umfangreiche Glossar. Recht übersichtlich findet man zu einem Begriff die passende Erlärung. Einigen Begriffen sind Bilder hinterlegt worden, andere wiederum werden mit Zeichnungen und Illustrationen erläutert. Wer schon immer wissen wollte, wofür „Coincidental-Check“ oder „Programm-Hopping“ steht, ist mit dem Buch gut beraten. Zumal werden zentrale Begriff in Audioform auf der beiliegenden CD-ROM vorgestellt. Neben Hörbeispielen und Screenshots befinden sich auch Filmsequenzen auf der CD-ROM.

Das Buch entstammt der Reihe „Praktischer Journalismus“. Unser Motto lautet: „Aus der Praxis, für die Praxis“.

Titel: Lexikon elektronische Medien
Autor: Robert Sturm, Jürgen Zirbik
Verlag: UVK Medien
Seiten: 245
ISBN: 3896692526

Zweitberuf: Presse-Sprecher

Erstellt am: März 20th, 2008

Schnellen Erfolg für die Pressearbeit verspricht Hans-Peter Förster. In seinem Buch „Zweitberuf: Presse-Sprecher“ vermittelt er die Grundlagen der Presse-Arbeit. Der Schnellkurs im Taschenplaner-Format steigt direkt in die Praxis ein. Ohne großes Gerede und theoretischem Vorgeplänkel klärt Förster den Leser über unterschiedliche Strategien auf. Eine Checkliste und ein Presseplaner klären im Vorfeld die Tätigkeiten, die man mit der Pressearbeit erreichen will.

Der interessantere Bereich in diesem Buch beschäftigt sich mit der eigentlichen Pressearbeit, dem Schreiben von Pressemitteilungen, dem Aufbau und der Rhetorik. Förster stellt die Wichtigkeit diverser Faktoren dar. Dazu zählt der Interessen-Wecker, eine Headline. Aber auch der Schreibstil ist von entscheidender Bedeutung. Leseleicht soll eine Mitteilung sein, und gezielt Informationen überbringen. Am Ende des Kapitels kann der Leser mit 65 unterschiedlichen Fragen überprüfen, ob die Mitteilung journalistengerecht verfasst ist.

Der folgende Schritt ist die Kontaktaufnahme mit Journalisten und Redaktionen. Besonders wichtig ist, dass man sich als Presse-Sprecher vorstellt und so Fuß in den Redaktionen fasst. Der Autor plaudert aus der Trickkiste und führt besonders wichtige Punkte auf:

– Brieftexte kurzfristig optimieren
– Presse- und Messe-Arbeit
– Presse-Konferenzen
– Bausteine für Krisen-PR

Der Autor versteht sein Handwerk. Klar und strukturiert vermittelt er die Grundlagen und wichtigsten Informationen über Pressearbeit. Als Besonderheit sind die Checklisten zu sehen, die das erlernte Wissen quasi abfragen. Sie helfen dem Leser bei der Realisierung und Planung einer PR-Aktion.

Titel: Zweitberuf: Presse-Sprecher
Autor: Hans-Peter Förster
Verlag: Luchterhand Verlag
Seiten: 142
ISBN: 3472030852

Journalisten und Richter

Erstellt am: März 20th, 2008

Journalisten geraten ständig ins Kreuzfeuer der Gerichte. Sie führen seit Jahrzehnten einen Kampf um die Pressefreiheit. Reinhild Rumphorst überprüft anhand zahlreicher Presserechtsfälle aus den Jahren zwischen 1920 und 1970 die Rechtssprechung in Bezug auf den Journalismus.

Das Buch geht zurück in die Zeit der Weimarer Republik. Hier war es Journalisten unmöglich über öffentliche Missstände zu berichten. Erst das Grundgesetzt sorgte für eine Pressefreiheit. Das Buch „Journalisten und Richter“ verfolgt die Rechtssprechungen der Gerichte gegen Journalisten. Ist die Pressefreiheit wirklich ein freibleibendes Recht oder geraten Journalisten zu Unrecht in die Kritik? Die wissenschaftlich-journalistische Mitarbeiterin des Deutschen Institut für publizistische Bildungsarbeit untersucht „Dem Kampf um die Pressearbeit“ in ihrem Buch „Journalisten und Richter“.

Nach einer Einleitung über Themen und Ziele der Rechtsbildung und der Untersuchung von Rumphorst geht die Autorin auf die Beziehung von Journalisten und Richtern ein. Dabei geht sie auf die Weimarer Republik, auf die Nationalsozialistische Diktatur und die Bundesrepublik Deutschland ein. Rechtsprechungen, Vorurteile, aber auch Propaganda und Politik spielt eine Rolle bei der Untersuchung.

Anhand verschiedener Rechtssprechungen, darunter das Verfassungsrecht, Presseordnungsrecht, Strafrecht, Republikschutz und Zivilrecht wird die Wirksamkeit des Presserechts unter die Lupe genommen. Die Autoren stellt dabei jederzeit Vergleiche zur Weimarer Republik. Anhand diverser Rechtsfälle werden die Gesetzte zu Rate gezogen. Dabei schaut Rumphorst gezielt, ob eine Verletzung des Presserechts stattgefunden hat oder nicht.

Zu guter Letzt kommt Rumphorst allerdings zu dem Ergebnis, dass sich einiges geändert hat. Die Untersuchung ist durchaus interessant, wenn auch nicht immer leicht zu lesen. Um sich durch das Fachjargon der Rechtssprechung durchzuforsten ist ab und an ein Wörterbuch sehr praktisch.

Titel: Journalisten und Richter
Autor: Reinhild Rumphorst
Verlag: UVK Medien
Seiten: 269
ISBN: 3896693115

Nach vier Jahren ist der beliebte Studienführer zu den Kommunikationsberufen endlich in einer zweiten, völlig überarbeiteten Version erschienen. Angesichts der vielen neuen Studiengänge in diesem Bereich eine sehr gute Entscheidung.

Das Hauptproblem des Buches sei gleich vorab erwähnt: Die Vorstellungen der einzelnen Studiengänge erfolgen aufgrund von Selbstangaben der betreffenden Fachbereiche. Eine kritische Evaluierung darf man also nicht erwarten, als erste Orientierungshilfe ist der Studienführer allerdings gut geeignet.

Die Berufsbezeichnung „Journalist“ ist nach wie vor nicht geschützt. Entsprechend uneinheitlich und unübersichtlich präsentiert sich auch die Ausbildungslandschaft – über die Anerkennung oder den marktwert möglicher Abschlüsse sollte man sich vorab separat informieren. Das Arbeitsamt könnte da eine gute Anlaufstelle sein.

Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt: Wissenschaftliche Kommunikationsstudiengänge an deutschen Hochschulen und Angebote zur Aus- und Fortbildung. Die einzelnen Studiengänge und Ausbildungsangebote werden knapp und standardisiert dargestellt. Kein schlechter Ansatz, kann der Studienführer doch maximal als Vorauswahl nützlich sein. Alle Basisdaten zu den Studiengängen sind erfasst, das Material bei freien Trägern wie etwa den Journalistenschulen ist allerdings etwas dünn ausgefallen und beschränkt sich oft auf eine magere halbe Seite.

Besonders die hohe Zahl der möglichen Abschlüsse macht deutlich, dass das Ausbildungsangebot sehr heterogen ist. Genauere Vorstellungen über den angestrebten Abschluss oder die präferierte Struktur der Ausbildung sind also von Vorteil – nach der Vorauswahl muss man sich natürlich sowieso bei den möglichen Ausbildungsträgern genauer erkundigen. Die meisten Hochschulen, die ein MA oder ein Diplom in Journalistik anbieten, haben den internen Numerus Clausus außerdem wegen der hohen Bewerberzahl extrem hoch angesetzt – bei vielen Hochschulstudiengängen sollte eine eins die erste Ziffer der Durchschnittsnote sein. Da interne NC’s allerdings selbstverständlich von Jahr zu Jahr schwanken, muss man die aktuelle Meßlatte eh bei den betreffenden Hochschulen erfragen. Die Gefahr, dass der Studienführer durch jahresbezogene Informationen dadurch zu schnell seine Aktualität einbüßt, ist damit weitgehend gebannt. Schließlich ist nicht damit zu rechnen, dass sich im Laufe eines Jahres die Hälfte aller Studienordnungen ändern wird.

Alles in allem: Wer einen kommunikationswissenschaftlichen Beruf anstrebt, sollte dem Studienführer eine Chance geben. Als erste Orientierungshilfe erspart er eine Menge Eigenrecherche und liegt außerdem preislich im akzeptablen Rahmen. (Tim Kaiser)

Titel: Studienführer Journalismus, Medien, Kommunikation
Autor: Walter Hömberg, Renate Hackel-de Latour
Verlag: UVK Medien
Seiten: 350
ISBN: 3896692674

Journalistisches Texten

Erstellt am: März 20th, 2008

Journalisten geraten ständig ins Kreuzfeuer der Gerichte. Sie führen seit Jahrzehnten einen Kampf um die Pressefreiheit. Reinhild Rumphorst überprüft anhand zahlreicher Presserechtsfälle aus den Jahren zwischen 1920 und 1970 die Rechtssprechung in Bezug auf den Journalismus.

Das Buch geht zurück in die Zeit der Weimarer Republik. Hier war es Journalisten unmöglich über öffentliche Missstände zu berichten. Erst das Grundgesetzt sorgte für eine Pressefreiheit. Das Buch „Journalisten und Richter“ verfolgt die Rechtssprechungen der Gerichte gegen Journalisten. Ist die Pressefreiheit wirklich ein freibleibendes Recht oder geraten Journalisten zu Unrecht in die Kritik? Die wissenschaftlich-journalistische Mitarbeiterin des Deutschen Institut für publizistische Bildungsarbeit untersucht „Dem Kampf um die Pressearbeit“ in ihrem Buch „Journalisten und Richter“.

Nach einer Einleitung über Themen und Ziele der Rechtsbildung und der Untersuchung von Rumphorst geht die Autorin auf die Beziehung von Journalisten und Richtern ein. Dabei geht sie auf die Weimarer Republik, auf die Nationalsozialistische Diktatur und die Bundesrepublik Deutschland ein. Rechtsprechungen, Vorurteile, aber auch Propaganda und Politik spielt eine Rolle bei der Untersuchung.

Anhand verschiedener Rechtssprechungen, darunter das Verfassungsrecht, Presseordnungsrecht, Strafrecht, Republikschutz und Zivilrecht wird die Wirksamkeit des Presserechts unter die Lupe genommen. Die Autoren stellt dabei jederzeit Vergleiche zur Weimarer Republik. Anhand diverser Rechtsfälle werden die Gesetzte zu Rate gezogen. Dabei schaut Rumphorst gezielt, ob eine Verletzung des Presserechts stattgefunden hat oder nicht.

Zu guter Letzt kommt Rumphorst allerdings zu dem Ergebnis, dass sich einiges geändert hat. Die Untersuchung ist durchaus interessant, wenn auch nicht immer leicht zu lesen. Um sich durch das Fachjargon der Rechtssprechung durchzuforsten ist ab und an ein Wörterbuch sehr praktisch. (Patrick Fiekers)

Titel: Journalisten und Richter
Autor: Reinhild Rumphorst
Verlag: UVK Medien
Seiten: 269
ISBN: 3896693115

Online-PR

Erstellt am: Januar 19th, 2008

Das Internet verfügt über vielfältige Instrumente zur Unterstützung professioneller Unternehmenskommunikation. Diese Wege führen weit über den Versand von Newslettern und Pressemitteilungen hinaus, sondern können einen integralen Bestandteil der Marketingstrategie darstellen. Durch die zahlreichen Möglichkeiten, die Reaktionen der Kunden genau zu beobachten, sind eine exakte Zielgruppenansprache, interaktive Kundenkontakte sowie innovative Kommunikationskonzepte möglich. Doch vor dem Erfolg einer Marketingkampagne steht eine detaillierte und wohlüberlegte Planung, die durch die Lektüre von „Online-PR“ wesentlich erleichtert wird.

Von den ersten Schritten der Online-PR bis hin zur komplexen Gestaltung professioneller Gestaltung von Online-Relations findet jeder Leser einen leicht verständlichen Ratgeber für die optimale Gestaltung der Online-PR. Die beiden Autoren Angelika Oplesch und Dr. Holger Iburg geben in ihrem Ratgeber all die Erfahrungen weiter, die sie während ihrer langjährigen Berufspraxis als Gründerin bzw. Geschäftsführer einer Gesellschaft für Kommunikationsberatung gewonnen haben.

Insbesondere auf die Fragen, „was klassische PR im Webzeitalter leisten kann“ und „Mit welchen Instrumenten können ausgewählte Zielgruppen punktgenau angesprochen werden“ wird detailliert eingegangen, wobei die Antworten sehr praxisnah geschrieben sind, so dass man sie mit minimalen Anpassungen sofort im eigenen Unternehmen einsetzen kann. Aber nicht nur die Licht-, sondern auch die Schattenseiten werden beleuchtet: Durch die Geschwindigkeit und Transparenz des Medium Internet bedingt, ist es für Konkurrenz und enttäuschte Kunden sehr leicht, aktiv schlechte Propaganda für das Unternehmen zu machen. Durch Chatrooms, Foren und eigene Websites können sich Botschaften über schlechte Produktqualität innerhalb weniger Stunden wie ein Lauffeuer verbreiten. Doch auch für diesen Krisenfall findet man in „Online-PR“ konkret umsetzbare Maßnahmen und Tipps, so dass man jede Gefahrenquelle beseitigen kann und von den Möglichkeiten des Internets profitieren kann.

Fazit: „Online-PR“ eignet sich für Berater sowie EDV- und Marketing-Verantwortliche, die nähere Informationen zum Thema „Public Relations in den elektronischen Medien“ benötigen oder sich auf diesem Gebiet fortbilden wollen. Leicht und verständlich geschrieben können auch all diejenigen von dem Buch profitieren, die sich bisher wenig mit den Eigenheiten des Internet beschäftigt haben. Allerdings dürften manche der Informationen ruhig tiefergehend sein, da vieles nur an der Oberfläche angekratzt wird. (Tino Hahn)

Titel: Online-PR
Autor: Holger Iburg, Angelika Oplesch
Verlag: MI-Verlag
Seiten: 283
ISBN: 3478249309

Politik Macht Geld

Erstellt am: Dezember 13th, 2007

Die politische Klasse hat große Sorgfalt darauf verwendet, ihre tatsächlichen Einkünfte zu verschleiern. Hans Herbert von Arnim schlägt eine Schneise ins Dickicht der Politikereinkommen. Was von Arnim hier klar und deutlich aufdeckt, ist der bisher größtangelegte Versuch zur Irreführung der Öffentlichkeit.

In seinem Buch rechnet er die Nebeneinnahmen für Ministerpräsidenten, Minister und parlamentarische Staatssekretäre vor. Demnach erhält der bayerische Regierungschef Edmund Stoiber (CSU) jährlich neben seinem Amtsgehalt von etwa 323 000 DM noch einmal rund 208 000 DM oder 64 Prozent zusätzlich. Dieses „Schatteneinkommen“ bestehe aus der steuerfreien Kostenpauschale für Abgeordnete (55 200 DM jährlich), den gekürzten Abgeordnetendiäten (89 856 DM) sowie einer steuerfreien Aufwandsentschädigung (62 784 DM). Somit komme der Münchner Kabinettschef auf rund 531 000 DM. Die Einkünfte des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement (SPD) – des zweiten Auftraggebers der Studie – bewegen sich in ähnlicher Höhe.

Da aber mehr als die Hälfte der insgesamt 183 Regierungsmitglieder in Bund und Ländern kein Abgeordnetenmandat und deshalb auch keinen Anspruch auf ein „Schatteneinkommen“ habe, führe dies zu „völlig willkürlichen, durch nichts zu rechtfertigenden Einkommensunterschieden“. Von Arnim geht davon aus, dass den steuerfreien Pauschalen kein wirklicher Aufwand entspreche.

Auch ohne intellektuelles Überfliegerdasein begreift man alles, was er schreibt, spätestens bei der zweiten Wiederholung. Obwohl durch die vielen „und nochmal Draufhinweise“ seine kaum kaschierte Wut über soviel Bodenlosigkeit gut herauskommt. (Silvia Dunker)

Titel: Politik Macht Geld
Autor: Hans Herbert von Arnim
Verlag: Knaur
Seiten: 278
ISBN: 3426775573

Amerikanische Traumkarrieren

Erstellt am: September 16th, 2007

Die Erfolgstorys von Ronald Haan, Arnold Schwarzenegger, Jay A. Pritzker, Donald J. Trump, Frederick W. Smith, Lido A. Iacocca, Elke Andrzejewski, Jack Nicklaus, William B. Johnson, Giorgio Moroder, Heinz Prechter, Mark McCormack und Karl Ehmer werden hier in jeweils einem Kapitel kurz vorgestellt.

Eine kurze Beschreibung wird jeweils mit Interviews zu einem Kapitel in der Art eines Magazinartikels. Kritik kommt praktisch nicht vor und wer Hintergrundinformationen sucht wird auch kaum fündig werden.

Meiner Meinung kaum ein kaum lesenswertes Buch.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber www.buchkritik.at

Titel: Amerikanische Traumkarrieren
Autor: Heinz Horrmann
Verlag: Ullstein
Seiten: 220
ISBN: 3548353576

Weitere Buchbesprechungen im Lesertreff: