High and Down
Erstellt am: Dezember 14th, 2009Erst 20 Jahre ist Tatjana Paschmann, die sich nunmehr schon seit 11 Jahren mit dem Schreiben beschäftigt. Im Laufe der Jahre hat sie sich intensiv mit den Dramen beschäftigt, die sich bei Jugendlichen abspielen können. Darunter fällt auch ihr Debütroman „High and Down“. Hierbei beschäftigt sie sich gleich mit einem ganz sensiblen Thema, nämlich den Drogen und was dabei alles im Umfeld kaputt gehen kann.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Jessy zusammen mit ihrer Schwester Jenny, die den absoluten Mittelpunkt für ihre Eltern darstellt. Wie es scheint überstrahlt sie mit ihrer Schönheit einfach alles. Überhaupt scheint sie all das zu haben, was Jessica – Jessy – gern für sich gehabt hätte. Dementsprechend ist Jessy natürlich auch von ihren Eltern etwas enttäuscht. Doch dann trifft die Familie der Schicksalsschlag und sie müssen erkennen, dass ihre „Lieblingstochter“ Drogen nimmt. Eine Überdosis Kokain bringt alles an den Tag. Obwohl die typischen Anzeichen da waren, hat sie niemand wirklich für voll genommen. Da alle Versuche ihr zu helfen nicht greifen, kommt sie in eine Therapieanstalt. Während des Aufenthaltes von Jenny in dieser Anstalt, steht nunmehr Jessy im Mittelpunkt. Leider hält dies jedoch nicht allzu lange an, schließlich steht der Tag der Entlassung an.
So blickt Jessy am Anfang der Geschichte zurück auf die Zeit, wie es dazu kam. Dabei kommen auch Jan und Jenny zu Wort. Jessy schildert dann auch, dass die Welt zunächst in Ordnung zu sein scheint. Dann kommt die Zeit, dass Jenny wieder unterwegs ist und auch Jessy diese Welt zeigt. Schließlich scheint es ja ganz was Besonderes zu sein, wenn man diesen Lifestyle mitmachen kann. Jedenfalls denkt es Jenny und nimmt Jessy mit, die auch bald eine erste Tablette bekommt.
Allerdings muss Jessy zu Hause schnell wieder feststellen, dass Jenny wieder im Mittelpunkt bei ihren Eltern. Daher entscheidet sich Jessy nun eigene Wege zu gehen und haut ab zu Jan.
Gefühlvoll schildert die junge Autorin aus der Sicht der drei Protagonisten, wie schwierig der Umgang mit Drogen sein kann. Dabei fällt es nach kurzem Einlesen auch leicht, sich in die Rolle der drei jungen Leute hinein zu versetzen. Für die einen ist ein Ausstieg aus dieser Szene möglich, für andere wiederum nicht. Diese können dann einen Neuanfang wagen. Es wird aber auch deutlich gezeigt, dass Drogen keine Lösung sein können.
Und über das Thema Drogen kann auch heute gar nicht oft genug geredet werden. Schließlich geht es wohl allen Eltern so, dass sie ihre Kinder davor beschützen möchten. Doch dieser Weg, das wird auch einfühlsam von der jungen Autorin gezeigt, ist nicht immer leicht. Für einen Debütroman ist der Autorin meines Erachtens der Einstieg sehr gut gelungen, zumal sie sich ja damit keines einfachen Themas angenommen hat. Es dürfte wohl Spannung angesagt sein, was sie als nächstes veröffentlichen wird. Ich wünsche ihr auf jeden Fall viel Erfolg. (Marina Teuscher)
Dietmar Dath – Sie schläft
Erstellt am: Dezember 2nd, 2009Der Kultur widmet sich die phantastische Geschichte „Sie schläft“, die von Dietmar Dath geschrieben wurde. Insbesondere widmet sich der Autor dabei der Kunst, indem er über diese unter anderem philosophiert.
Die Hauptdarsteller dieser ein wenig träumerischen Geschichte sind Georg Langeowski und Ramji Iwein, die beide sie kennzeichnende Eigenschaften haben. Während Georg unter anderem Weise ist, schwärmt Ramji unter anderem gern. Ihre Eigenschaften treten immer wieder hervor, während sie sich als Organisatoren eines Internetprojekts versuchen wollen. Dabei begegnen sie etwas, was eigentlich immer nur schläft – nämlich der Macht mit der nur eines regiert wird und das ist das Universum.
Ramji Iwein erzählt die Geschichte und geht zunächst auf die schlafende Schönheit ein. Im Anschluss erzählt er von seiner Geschichte, beginnend im Kindergarten, wo er schon mit seinem Namen auffiel. Als Ramji den einen oder anderen Ausflug ins Kulturleben macht, bleibt natürlich auch das Betrachten aktueller Geschehnisse nicht aus. So werden natürlich auch die vielen verschiedenen Tipps berücksichtigt, die bei einem Internetauftritt oft Berücksichtigung finden. Und dann geht Ramji auf die Akzente ein, die die Kultur und hierbei insbesondere die Kunst setzen kann.
Als Autor, Journalist und Übersetzer ist Dietmar Dath seit einigen Jahren aktiv. So zeichnet er sich für literarische und journalistische Beiträge verantwortlich, die seit dem Jahr 1990 in Zeitungen und Zeitschriften zu finden sind. Während seiner bisherigen Arbeit übersetzte er außerdem Werke aus dem Englischen ins Deutsche. Viele Jahre war er zudem als Journalist und Feuilleton-Redakteur tätig.
Die Geschichte macht aus vielerlei Hinsicht Spaß. Allerdings bekam das Lesen bei mir manchmal einen Dämpfer, da in einem Satz sich manchmal fünf oder sechs Nebensätze versteckten. Daher ist die Geschichte für mich etwas schwer zu beurteilen. Doch diese Betrachtung der Kunst ist doch mal einen Ausflug wert. Es bleibt zumal der eine oder andere amüsante Seitenhieb nicht aus, wie zum Beispiel ein Ausflug zur „Besenkammer“. (Marina Teuscher)
Die Legende von Osomyr – Band 1 von Petra Staufer
Erstellt am: Juli 27th, 2009In der mir vorliegenden Variante erinnert das Buch – sieht man es zum ersten Mal – ein wenig an das Warenlager eines Rollenspiels – möglicherweise mit Absicht, da ein ähnlich benanntes Spiel existiert. Ein Schild, ein Schwert und ein Dolch wurden – leicht durchsichtig – vor einen Raum mit großem Fenster und Tisch drappiert. Die Bedeutung der drei Gegenstände wird im Laufe des Buches und vermutlich auch seiner Nachfolger verdeutlicht.
Blättert man das Buch durch fällt einem das am Ende befindliche Glossar auf, welches beim lesen noch hilfreich sein könnte. Es erklärt Rassen, Pflanzen, Tiere und Gegenstände der Welt dieses Buches, deren Namen wie selbstverständlich im Buch genutzt werden, da sie zum Sprachgebrauch der Protagonisten des Buches gehören. Einigen Lesern mag es dienlich sein nach der Konfrontation mit einem solchen Begriff die Möglichkeit zu haben, eine etwas genauere Erläuterung nachlesen zu können. Andererseits ist die Geschichte auch ohne dieses Glossar durchaus verständlich und nachvollziehbar, so dass es schon ein wenig schade ist, das Buch dadurch noch weiter gekürzt zu sehen.
(Die Aussage bezieht sich auf die Taschenbuch-Version, welche mit 335 Seiten Inhalt glänzt, welches wohl einem Standard-Buch durchaus entspricht, bei Fantasy-Romanen aber eher als wenig erscheint.)
Bei „Die Legende von Osomyr“ handelt es sich um das erste Band einer Buchreihe von Petra Staufer, welche in der Welt „Eluyan, am Rande des Universums“ spielt, auf welcher neben Elfen, Kobolden und Menschen momentan auch eine Reihe von Dämonen existieren, seit Mógui, der schwarze Kaiser die Macht an sich gerissen hat. Die Dämonen gehorchen selbstverständlich dem Bösen, die Kobolde im groben und ganzen ebenso, wohingegen die Elfen das Gute darstellen. Menschen werden in diesem Buch eher als einfache Wesen dargestellt, die ihrem Leben so gut es geht nachgehen. Teils besitzen Menschen magische Kräfte wodurch sie mit sog. Großmagier durchsetzt sind, die wie es bei Menschen üblich ist, sich sowohl dem Guten, als auch dem Bösen zuwenden können.
Das Buch beginnt mit einem Prolog, in welchem eine dunkle Gestalt, sich durch einen Wald wagt, um einen Säugling vor die Haustür des letzten Dorf vor der Grenze zu legen. Die Neugierde wird hierbei ein wenig angefacht, da erwähnt wird, das die Wälder das Böse beherbergen und sich eigentlich niemand hinein wagt und da man nicht weiß, aus welchem Zweck dieser Säugling dort abgelegt wurde oder wer dieses ist, übernimmt die mysteriöse Gestalt eine Funktion, die eher fragwürdiger Natur ist, im Laufe des Buches jedoch noch aufgeklärt wird.
Die Frage um wen es sich bei dem Säugling handelt wird zumindest teilweise im nächsten Kapitel gelöst. Die Geschichte geht 15 Jahre später weiter, im Hause des Großmagiers Jodenas, welcher einen Lehrling – Taris – erzieht, sowie ein 15 jähriges Mädchen – Sharani – bei sich aufwachsen lässt, welches als Säugling ausgesetzt vor einer Haustür gefunden wurde und erst wegen ihres äußeren – welches dem eines Koboldes sehr ähnelt – umgebracht werden sollte. Jodenas jedoch ist einer der guten und findet, dass jeder ein Recht auf Leben hat. Er bringt Taris die Magie bei und lehrt Sharani alles nötige Wissen über Kräuter- und Heilkunde.
Als nun an diesem Tag in einer der Lehrstunden Taris, dieser in seinen Gedanken plötzlich ein Buch vor sich sieht und es materialisieren kann, steht das Böse so gut wie vor der Tür. Jodenas erkennt in dem Buch, das „Buch der Welten“, welches als alleiniges Mittel in einer Prophezeiung erwähnt wird um den schwarzen Kaiser zu besiegen. „In Zeiten der größten Not würde es sich seine Hüter“ – in diesem Fall Taris – zeigen. Jodenas weiß nun, dass die Zeit knapp wird und bringt Taris bis die Truppen Móguis auftauchen noch das wichtigste bei um ihn bestmöglichst auf das ihm Bevorstehende vorzubereiten. Als die Zeit gekommen ist, muss er sich jedoch opfern, damit Taris und Sharani entkommen und ihrer Bestimmung folgen können. Gerade noch schafft Jodenas es, Taris die Prophezeiung zu sagen, welche mit dem „Buch der Welten“ zusammenhängt. Taris soll sich ersteinmal mit Sharani zu den Elfen begeben um in Sicherheit zu gelangen und danach mit ihrer Hilfe das Buch nach Osomyr zur bringen, den „wahren Herrscher“ zu finden und den „schwarzen Kaiser“ zu entmachten und dadurch Frieden in die Welt zu bringen. Auf ihrem Weg bestreiten die beiden immer wieder Kämpfe mit den Schergen des Kaisers und erlangen weitere Freunde, die ihnen hilfreich zur Seite stehen. Ebenso zeigt sich, dass bei jedem Volk, auch bei den Kobolden etwas Gutes zu finden ist.
Wenn auch die Geschichte im groben ziemlich einfach zu durchschauen ist, so wird die Story doch in einer fesselnden Umgebung durch einen nicht unbedingt geradlinigen Weg auf das sichtbare Ziel gesteuert, der einen dazu bewegt immer weiter zu lesen. Es scheint eindeutig, dass sowohl Taris, als auch Sharani größere Rollen spielen, als ihnen zunächst zugestanden wird. Dennoch wird das Geheimnis nur nach und nach gelüftet und auch wenn ein kleines Ziel der Geschichte am Ende des Buches erreicht wurde, so ist das Endziel – der wiederhergestellte Frieden auf Eluyan durch die Vernichtung des scharzen Kaisers noch aufgeschoben, so dass nur gehofft werden kann, dass die Autorin die Fortsetzung des Romanes mindestens genauso spannend gestaltet.
Wer also ein Faible für Fantasy hat und kein Problem darin sieht, dass die grob umrissene Geschichte den vorhersehbaren Weg geht, ist dieses Buch durchaus zu empfehlen, da die exakten Ereignisse nicht vorraussehbar sind und es somit dennoch stets ein interessantes Erlebnis bleibt, die beiden Protagonisten auf ihrem Weg zu begleiten. (Kerstin Schmitz, Ingo Lüttecke)
Das große Gesundheitslexikon
Erstellt am: März 4th, 2009Bertelsmann: Das große Gesundheitslexikon – Mit Informationen zu alternativen Heilmethoden
Trotz zügigerer Information im Internet – in bestimmten dingen ist das gute alte Buch immer noch wesentlich effektiver und informativer. Umso wichtiger, als gerade solche Werke im großen maße ebenso auf eine ältere Leserschaft fokussiert sein muß. In gewohnter bertelsman –manier werden hier auf knapp 800, teilweise sehr anschaulich illustrierten Seiten kleine und größere Wehwehchen gelistet, charakterisiert und gleichsam „behandeln“; wenigstens schon vorab im mentalen Sinne.
Ein einfach zu lesender, respektabler Wegweiser durch den Begriffs-Dschungel der Medizin allgemein und ein glücklicherweise sehr verständliches Nachschlagewerk zu einer Unmenge von Begriffsdefinitionen aus den Bereichen Krankheit und Gesundheit. Dies geschieht lesefreundlich, authentisch und kompetent für den Hausgebrauch. Besonders lobenswert isind ebenso die unzähligen Schwerpunktsetzungen zu den importanten Themen wie Sport, gute, gesunde und ausgewogene Ernährung, unerlässliche Früherkennung, die immer stärker akzeptierten alternative Heilmethoden sowie zur Anatomie des menschlichen Körpers allgemein, die immer wieder faszinierend ist: auch für Schüler, Studenten und Wissbegierige. Also kein Nachschlage- Werk nur für senile, krankheitsbeschwerte Menschen der pensionierten Alterkategorie, oder Freizeit-Hypochonder, sondern ebenso ein lehrreiches Kompendium für alle, die wissen wollen, was Sache in und rund um den Menschen ist und sein könnte. Für knappe 30.00 € ein mehr als lohnenswerter Kauf. (Jean Lüdeke)
2009, 767 Seiten, mit zahlreichen farbigen Abbildungen,
Gebunden, Deutsch
Bertelsmann Lexikon Verlag
ISBN-10: 3577076984
ISBN-13: 9783577076982
29.95 Euro
Das verhängnisvolle Medaillon
Erstellt am: Januar 6th, 2009Das richtige Buch der bunten Tagträume zur dunklen Jahreszeit. Dieses allegorische Märchen von Dina Kühn ist für kleine Große und große Kleine wie geschaffen: Eines Tages findet das kleine ICH ein Silbermedaillon, dessen Inschrift seine Besitzerin verrät, und bringt es, als eine Belohnung lockt, zurück. Doch seit diesem Augenblick stimmt etwas nicht. Das ICH beginnt zu kränkeln und weiß nicht, was es plagt. Auf der Suche nach der Ursache wartet die ganze Vielfalt des Lebens auf das kleine ICH. Es lernt interessante Freunde kennen, die ihm hilfreich zur Seite stehen, wird aber auch hinterlistig in die Irre geführt. Das ist der plot des fantasy-Märchens von Dina Kühn, die unweigerlich die fantasie und kreativität des rezipeinten erzwingt.
Die Dina Kühn postuliert in ihrem ersten großen Erstlingswerk eine heile welt, dabei die Ansicht vertretend, dass packende Lektüre Unterhaltung nicht unbedingt aggressiv und grausam sein muss. In vielen ihrer Geschichten spiegelt sich das Thema Werte und Gewissen wieder. Themen, die gerade angesichts heutiger mißstände auf dem gesamten Globus wirklich vonnöten sind. Übrigens: Das kleine ICH ist ein sanfter Anarchist und ein rundum struppiges Geschöpf mit einem kohlschwarzen herrlich weichen Pelz und in etwa so groß wie ein Menschenkind. Seine Beinchen sind dünn und kurz, die schmalen Ärmchen hingegen recht lang. Besonders fallen aber die außergewöhnlich großen und bemerkenswert schönen Augen auf, die immerzu freundlich in die Welt blicken, manchmal auch ein wenig schelmisch und natürlich zu jeder Missetat bereit…. (Jean Lüdeke)
Das verhängnisvolle Medaillon
128 Seiten, Hardcover 20,5 x 14,5 cm
Preis Euro 9,80. ISBN 3-927151-08-4
erhältlich im Buchhandel und im Internet oder unter Telefon 08104-66700
Game Generations
Erstellt am: September 8th, 2008Magdans, Frank Game Generations
Spieleentwickler und Szenekenner erzählen, wie Computer- und Videospiele unsere Freunde wurden
Sie machen Spaß, sie machen an, sie machen aber auch schwer süchtig und spalten gesamte Generationen: Games: Vor rund 4 Jahrzehnten wurde das allererste Patent für eine Videospielkonsole angemeldet. Es war Ralph Baers Brown Box, der Prototyp der späteren Odyssey. Wer hätte erahnen können, welch gigantischer Industriezweig daraus einmal entstehen würde? Dem nachzuspüren, was seither Rudimentäres geschehen ist, das hat sich Autor Frank Magdans zum Ziel gesetzt. Zu diesem Zweck hat der Journalist, der wie viele seiner Generation mit dem Atari VCS und dem C64 seine Jugend verbrachte, über 40 Entwickler interviewt, z.B. den Atari-Gründer Nolan Bushnell. Daneben hat er Al Alcorn, den Erbauer des „Pong“-Automaten und langjährigen Atari-Mitarbeiter, getroffen.
Zu den weiteren aufschlussreichen Gesprächspartnern gehören David Crane, Don L. Daglow, Richard Garriott, Ron Gilbert, Keiji Inafune, Jane Jensen, Al Lowe, Brian Moriarty, Wilfried Reiter, Brian Sullivan und viele mehr. Daneben wirft der Autor einen Blick auf die Retro- und die Independent-Szene und ordnet ausgewählte Werke in den historischen Kontext ein. Ein Blick auf die Entwicklung des Edutainment-Markts gehört ebenfalls dazu. Außerdem gibt es ein Interview mit Lara Croft. Das Schöne an diesem wichtigen werk, es ist für Freaks wie auch laien sowohl textlich als auch von der Bildstruktur sehr lesbar gestaltet. Man kann es nicht mehr aus der Hand legen, es liest sich wie ein krimi, und verteidigt irgendwie auch das stark und wegen seiner ballerspiele zu recht in Verruf geratenen Genre Game,. Dabei gibt es so herrliche Animationen, man denke nur an die Fantasy und und Entdecker-Games. Sinnvoll konzipiert, sinnvoll gespielt, nicht 24 stunden am Stück, nicht gewaltanimierend sind Games an sich eine faszinierende, nicht mehr aus dem täglichen Freizeit-Leben wegzudenkende CGI-Welt, die stündlich Neues, Schönes und Schreckliches gebiert.
Das beweist die Die GCI-Games Convention, Messe für Computerspiele, interaktive Unterhaltung, Infotainment, Hardware und Entertainment, die vom 21. bis 24. August 2008 wieder ihre Wellen in Leipzig und findet traditionell in allen fünf Hallen des Messegeländes schlug und Millionen interessierte in ihren sirenengleichen Bann zog: Wer einmal aus dem bombigen Bildschirm-Blechnapf frißt… (Jean Lüdeke)
Magdans, Frank: Game Generations
256 Seiten
Schüren Verlag
über 300 Abb. Game Generations
ISBN: 978-3-89472-539-6
19.90 €
Präsentieren auf Englisch
Erstellt am: Juli 11th, 2008Woran liegt es, dass Amerikaner die besseren Präsentationen halten? Mit lässiger Haltung, Sicherheit und unterhaltsamer Lockerheit und einer klaren Konzentration auf das Wesentliche fesseln amerikanische Präsentatoren das Publikum auf eine Art und Weise, die vielen deutschsprachigen Vortragenden Neid ins Gesicht zaubert. Worin liegen ihre Geheimnisse und worin liegen die Unterschiede in der Technik?
„Präsentieren auf Englisch“ widmet sich all diesen Fragen und will beweisen, dass es keine Frage der Abstammung ist, sondern einzig und allein von drei Fakten abhängig:
Überzeugender Auftritt, treffende Formulierungen und klare Visualisierung. Bis zur perfekten Präsentation ist es allerdings ein weiter Weg, der bei Autor Mario Klarer 123 Seiten dauert. Bei diesem Umfang bietet er einen Komplettüberblick über wichtige Aspekte der Präsentationstechnik im Allgemeinen und des Vortragens in englischer Sprache und im Speziellen. Sogenannte „goldene Regeln“ für Aufbau, Redewendungen und Formulierungen sollen Sicherheit beim Erstellen einer eigenen Präsentation geben, laden allerdings eher zum Schubladen-Denken ein als zum innovativen Arbeiten. Englische Sprachmodule mit Fallbeispielen bieten Unterstützung bei der praktischen Umsetzung, aber auch hier gilt, dass man sich nicht in Versuchung führen lassen sollte, sondern eigene Gedanken und Ideen mit einfließen lassen sollte.
Leider wird in dem Buch nicht explizit darauf eingegangen, wie man all die Besonderheiten einer auf englisch gehaltenen Präsentation auch bei deutschsprachigen einsetzen kann. Der Leser ist also auf sich selbst angewiesen, wenn er „Präsentieren auf Englisch“ primär als Inspirationsquelle nutzen möchte. Zwar geht ein Extra-Kapitel auf die genannte Problemstellung ein, doch die dort genannten Informationen und Ansätze sind insgesamt zu vage, als dass sie sich konkret in die Praxis umsetzen lassen würden ohne manuellen Feinschliff.
Checklisten an den passenden Stellen erleichtern die Überprüfung des soeben Gelesenen und unterstützen den Leser bei der anschließenden Erstellung einer eigenen Präsentation. Gleichzeitig nimmt „Präsentieren auf Englisch“ auch ein wenig von der Angst, eine Präsentation in einer anderen Sprache als der Muttersprache zu halten.
Fazit: „Präsentieren auf Englisch“ entzaubert die Präsentationstechnik, die vielen Amerikanern so scheinbar mühelos von der Hand geht und macht sie für jeden verfügbar, der eine Präsentation auf englisch halten muss. (Tino Hahn)
Titel: Präsentieren auf Englisch
Autor: Mario Klarer
Verlag: Ueberreuter Wirtschaft
Seiten: 123
ISBN: 3706408120
Lila Kühe leben länger
Erstellt am: Juli 11th, 2008Ohne Public Relations kann selbst das beste Produkt nur sehr schlecht verkauft werden oder das Firmenimage aufpoliert werden. PR ist ein integraler Bestandteil der Kommunikation eines Unternehmens nach außen und gerade deshalb sollte man dort sein Bestes geben. Doch woran soll man sich ein Beispiel nehmen?
Autorin Claudia Cornelsen wüsste auf diese Frage sicherlich eine Antwort, hat sie doch das Sachbuch „Lila Kühe leben länger“ verfasst, welches sich vornehmlich mit sogenannten PR-Gags beschäftigt. Für das bunte Sammelsurium an vermeintlichen PR-Gags, welches die Autorin zusammengetragen hat, ist allerdings eine gehörige Portion Humor notwendig, teilweise auch Zynismus. Denn der Mord an John F. Kennedy oder der Unfalltod von Prinzessin Diana werden von Cornelsen recht unverblümt als die Krone der Selbstdarstellung verstanden. Spätestens an dieser Stelle hören die teilweise recht unterhaltsamen Anekdoten und kleinen Informationshäppchen dann auf, geschmackvoll zu sein. Auch vorher verdirbt man sich den Magen schon an den häufig auftretenden Rechtschreibfehlern, die darauf hindeuten, dass ein nachlässiger oder gar kein Lektor Korrektur gelesen hat. Und mit den aalglatten und auf Hochglanz polierten PR-Geschichtchen wird sich kaum jemand identifizieren können, denn zu sehr sind sie auf den reinen Erfolg bedacht. Bei genauerer Betrachtung merkt man nur zu oft, dass manche Karriere oder manches Erfolgprodukt doch nur das Ergebnis sorgfältiger Planung ist und die Anekdoten bekommen einen bigotten Beigeschmack. Und auch die häufig gezogenen Vergleiche der Autorin wirken unpassend bzw. dürften nicht auf Einverständnis bei den Verglichenen stoßen. Trotz dieser vielen erkennbaren Mängel, die ohne weiteres auszubügeln wären, lässt sich „Lila Kühe leben länger“ angenehm lesen und lädt auch ab und an zum Schmunzeln ein. Diejenigen allerdings, die ein ernsthaftes Wirtschaftsbuch mit konstruktiven Anregungen für den eigenen PR-Erfolg gesucht haben, werden mehr als enttäuscht sein.
Fazit: „Lila Kühe leben länger“ hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck: Viele Fehler und grobe Schnitzer verärgern den Leser, die Lektüre ist aber dennoch unterhaltsam. Letztendlich nutzbringend ist das Buch aber nicht, sondern nur eine Anekdotensammlung mit scheinheiligem Anstrich. (Tino Hahn)
Titel: Lila Kühe leben länger
Autor: Claudia
Verlag:
Seiten: 251
ISBN: 3706408287
Wer wagt, gewinnt
Erstellt am: Juli 9th, 2008Vielen jungen und innovativen Unternehmern fehlt es nicht an einer zündenden Idee und der nötigen Einsatzbereitschaft, sondern schlicht und einfach am fehlenden Kapital oder den nötigen Kontakten, um die fehlenden liquiden Mittel zu besorgen. Doch sollte man jetzt resignieren und den Kopf in den Sand stecken und eine gute Idee aufgeben, die dann wahrscheinlich bereits kurze Zeit später von jemand anders verwirklicht wird, der über Vitamin B oder unbegrenzte finanzielle Mittel verfügt? Das wäre definitiv der falsche Weg und „Wer wagt, gewinnt“ zeigt, wie man es richtig machen kann. Ausgehend von der These, dass man mit kreativen und ungewöhnlichen Methoden für große Aufmerksamkeit und den nötigen Publicityrummel sorgen kann, weist das Buch in 13 konkreten Schritten auf, wie man sich oder sein Produkt in das Interesse der Öffentlichkeit rücken kann. Dabei kann Autor Ray Simon mit vielen Anekdoten von berühmten Persönlichkeiten aufwarten, die konkret zeigen, dass alles möglich ist mit einer frechen Idee. Als besonders eindrucksvoll bleibt die Erwähnung einer Hiphopband im Gedächtnis, die ihr Logo auf Gehwege sprühten und es mit dem Finger auf schmutzige LKW-Planen schmierten, die daraufhin als mobile und vor allen Dingen kostenlose Werbetafeln fungierten. Innerhalb kürzester Zeit schafften sie es auf diese Weise zu einer der fünf meist verkauften CDs in den USA. Selbstverständlich nennt das Buch auch eine Vielzahl von Beispielen, die funktionierten, ohne sich die Hände schmutzig zu machen im wahrsten Sinne des Wortes. Der berufliche Werdegang von Barbra Streisand, Andy Warhol und Orson Welles dient ebenso als Anekdote wie Harrison Ford, Elton John oder Martin Luther King. Verquickt mit konkreten Hinweisen und Ratschlägen, wie man aus diesen Vorbildern eigene Ideen entwickeln kann und was man dabei beachten muss, entwickelt sich „Wer wagt, gewinnt“ zu einem erfrischend neuartigen und ausgezeichnet aufgemachten Marketingbuch der etwas anderen Art. Eine unbedingte Empfehlung für all diejenigen, deren Werbeetat nur wenig mehr als die Anschaffung dieses Buches von Ueberreuter Wirtschaft zulässt.
Fazit: „Wer wagt, gewinnt“ zaubert neuen Wind in verkrustete Marketingansichten. Teilweise erinnert das Buch zwar eher an einen Ratgeber für Guerillamarketing, doch durch entscheidende Unterschiede kann man das Buch ohne Bedenken jederzeit empfehlen. Die Lektüre macht obendrein dank des erfrischenden Schreibstils und der vielen Anekdoten jede Menge Spass. (Tino Hahn)
Titel: Wer wagt, gewinnt
Autor: Ray Simon
Verlag: Ueberreuter Wirtschaft
Seiten: 256
ISBN: 3706408171
Die Macht der Rhetorik
Erstellt am: Juli 8th, 2008Die allgemeine Kommunikationsqualität bestimmt viele Aspekte unseres Lebens und kann die Qualität entscheiden anheben. Nicht zuletzt werden dadurch Zufriedenheit, Lebensglück und der berufliche Erfolg bestimmt. Und gerade im beruflichen Bereich sollte man öfters so reden, als ob es um das eigene Leben gehen würde – denn genaugenommen geht es um nichts anderes! Dabei ist es in höchstem Maße entscheidend, wie Sie ihre Qualitäten präsentieren, Beziehungen und Partnerschaften aufbauen und Konflikte schlichten und schließlich ganz lösen. Wer sich besser verkaufen kann, bringt es wesentlich weiter!
Rhetorik-Coach, Berater und Mental-Coach Roman Braun gibt Ihnen mit „Die Macht der Rhetorik“ ein wertvolles Werkzeug in die Hand, durch dessen Lektüre sie ihre Sprachkompetenz drastisch steigern können. Auf dem Umschlag ist John F. Kennedy abgebildet, dessen Fähigkeiten zu begeisternden Reden immer wieder als positives Beispiel genannt werden. Um auch weniger Begabte Redner zu motivieren und zu schulen, bezieht der Autor das geballte Rhetorik Know-how der letzten 2500 Jahre in seine Buch ein: Von den Ausführungen Aristoteles bis hin zur Hypno-Rhetorik. Hypno-Rhetorik ist eine Rhetorik-Technik, die den Zuhörer beinahe hypnotisieren soll und dadurch eine besonders suggestive Wirkung erzielt. Dabei geht der Autor sowohl auf die theoretischen Hintergründe dieser Technik ein und widmet sich auch der praktischen Umsetzung an stets leicht nachvollziehbaren und praktischen Beispielen.
Vielen Texten stehen leicht verständliche Metaphern und Allegorien voran, die den Inhalt oder die zu vermittelnden Kenntnisse treffend darstellen und demonstrieren.
Im Anhang des Buches findet sich ein Passwort, mit dem man auf der Homepage des Autors Zutritt zu weiteren Übungen und Formblättern hat, die hervorragend zu Übungszwecken geeignet sind.
Ärgerlich sind lediglich die etwas schlampige Umsetzung des Buches, in das sich immer wieder Rechtschreibfehler und reine Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen haben, die beim sorgfältigen Korrekturlesen eigentlich ins Auge fallen sollten. Diese Fehler stören zwar nicht bei der Verständnis der durchgehend leicht und kompetent geschriebenen Texte, wirken aber nicht sehr homogen. Teilweise sorgen sie auch für unfreiwillige Komik, wenn dem angehenden Rhetorikgenie etwa geraten wird, anerkannte Autoritäten wie Sigmund Freud, Albert Einstein oder Paul Watzlawick in seine Reden einzubauen, die jedem bekannt sein sollten. Haben Sie jetzt bei dem Namen Paul Watzlawick auch die Stirn gerunzelt? Dann teilen Sie wohl ebenfalls nicht die Ansicht des Autors über Personen, die wirklich jeder kennen sollte ![]()
Doch diese kleineren Unzulänglichkeiten verderben nicht den profunden Gesamteindruck, den „Die Macht der Rhetorik“ hinterlässt!
Fazit: „Die Macht der Rhetorik“ ist ein profunder Ratgeber für all diejenigen, die die Qualität ihrer Kommunikation steigern wollen. Dazu bedient sich Autor Roman Braun all jener Rhetorik-Theorien, die in den letzten 2500 Jahren maßgeblich an der Entwicklung der heutigen Rhetorik beteiligt waren. Kleinere Fehler im Detail stören, trüben die Qualität aber nicht maßgeblich. (Tino Hahn)
Titel: Die Macht der Rhetorik
Autor: Roman Braun
Verlag: Ueberreuter Wirtschaft
Seiten: 264
ISBN: 3706408015
Weitere Buchbesprechungen im Lesertreff: