Eine Billion Dollar

Erstellt am: September 17th, 2007

Was wäre, wenn einer unserer Urahnen vor 500 Jahren ein paar Florin angelegt hätte, die dank Zins und Zinseszins in der Gegenwart zu einem unvorstellbar großen Vermögen angewachsen wären? Für einen armen Schustersohn aus New York namens John Fontanelli wird dieses nette Gedankenspiel Realität: Am 23. April 1995 erfährt er, dass ihm sein Vorfahre als derzeit jüngstem Sprössling in der Fontanelli-Ära die unglaubliche Summe von einer Billion Dollar vererbt hat. Dadurch ändert sich sein Leben radikaler, als er sich jemals hätte träumen lassen: Gestern fuhr er noch Pizza aus, heute hat er mehr Geld als die reichsten 200 Menschen der Welt zusammen.

Doch ohne Haken läuft auch diese Sache nicht ab: Im Testament wird von einer Vision berichtet, die besagt, dass John Fontanelli mit all dem Geld der Menschheit ihre verlorene Zukunft zurückgeben soll. Doch kann John mit der ihm aufgebürdeten Verantwortung überhaupt umgehen? Da erscheint ein mysteriöser Fremder und behauptet zu wissen, wie die Vision zu erfüllen ist…

Drei Jahre arbeitete Andreas Eschbach an seinem 734 Seiten umfassenden Mammutwerk und recherchierte dafür ausgiebig in allen Standardwerken zum Thema VWL, Bevölkerungspolitik, Ökologie und allen artverwandten Wissenschaften. Dabei hat er es mit der Detailtreue gelegentlich übertrieben, denn ausführliche Beschreibungen des Wetters an besagten Tagen und der allgemeinen politischen und popkulturellen Umstände drängen unwillkürlich Erinnerungen an „American Psycho“ auf, obwohl die Bücher unterschiedlicher kaum sein könnten, lediglich in punkto Details nehmen sich beide nicht viel. Doch bei „Eine Billion Dollar“ wirken sie oft fehl am Platz und hemmen den Lesefluss, sind also kein besonders geeignetes Stilmittel, sondern unterstreichen in erster Linie die Eitelkeit des Autors, sich als allwissend zu präsentieren. Doch egal, wie man darüber denkt, sein Schreibstil ist eine gelungene Mischung aus Fiktion und Wirtschaft, der stets spannend und unterhaltsam rüberkommt, von kleineren Hängern mal abgesehen. Die Story entwickelt sich dabei immer weiter und wird im Laufe immer komplexer und beschäftigt sich meistens mit ökologischen Fragen und Thesen, die Eschbach meisterhaft mit einbezieht. Und gegen Ende des Buches kristallisiert sich dann heraus, dass hier eines der Bücher entstanden ist, dass man zu Recht mit der Bezeichnung Lebenswerk versehen kann. Zumindest solange, bis Eschbach seinen nächsten Roman schreibt…

Fazit: „Eine Billion Dollar“ ist ein sehr spannender und unterhaltsamer Roman geworden, dessen Detailbesessenheit jedoch manchmal kontraproduktiv ist. Doch die genial aufgebaute Handlung, die zahlreichen Ideen und wirtschaftlichen Thesen machen das Buch zu einem wirklich lesenswertem Exemplar! (Tino Hahn)

Titel: Eine Billion Dollar
Autor: Andreas Eschbach
Verlag: Lübbe Verlag
Seiten: 734
ISBN: 3785720491

Das Winterhaus

Erstellt am: September 17th, 2007

In einem verschwenderischen Gesellschaftsepos schildert Judith Lennox die Geschichte dreier Freundinnen in England, beginnend mit dem Jahr 1918 und endend im Jahr 1938. Es ist die Zeit zwischen den zwei großen Weltkriegen mit wirtschaftlichen Nöten und in deren Folge mit größeren politischen, sozialen und gesellschaftlichen Veränderungen.

1918 sind die Freundinnen sieben Jahre alt. Sie leben in der Nähe von Cambridge. Der Gartenpavillon der Familie Summerhayes, auch Winterhaus genannt, ist Zufluchtsort für die drei Mädchen. Sie beschließen, regelmäßig an diesem Ort zusammenzukommen, um sich hier alle wichtigen Lebensereignisse mitzuteilen. Sie sind sehr unterschiedlicher Herkunft: da ist Robin Summerhayes, deren Eltern Lehrer und sehr liberal gesinnt sind. Bei ihnen herrscht ein freundliches , herzliches Familienklima mit großer Offenheit und Freiheit. Getrübt wird dieses feine Familienklima allerdings durch den Tod des im ersten Weltkrieg gefallenen Sohnes Stevie und des auch durch diesen Krieg an Leib und Seele verletzten Sohnes Hugh. Robin , die einzige Tochter, ist eine zielstrebige Frau mit zeitweise revolutionären Ambitionen, die sich aber nach sozialen und politischen Engagements am Ende dem Medizinstudium widmet.

Maia ist schön und kommt aus gebrochenen Verhältnissen .Sie sucht den reichen Mann, der sie ihre Armut vergessen lässt

. Helen entstammt einem Pfarrhaus. Sie wird tyrannisiert von einem despotischen , heuchlerischen und verlogenen Vater, der sie nie aus den Augen lässt, so dass sie fast an der Enge ihres Lebens zerbricht. Judith Lennox versteht es, fesselnd zu schildern, wie jede einzelne der drei Figuren sich entwickelt. Ausbildung, Charakterentwicklung, erste Lieben, unterschiedlichste Ziele, menschliche Begegnungen, erste Enttäuschungen, nach und nach zu Reife gelangende Persönlichkeitsentwicklungen, aber auch die krankhafte , weil unter eingeschränkten Entwicklungsmöglichkeiten leidende Helen, gehören zu dem bilderreichen Erzählstil von Judith Lennox.

Wir bekommen ein einfühlsames und lebendiges Bild aus dem England und London der zwanziger und dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts, anschauliche Bilder von den ländlichen Begegnungen und Festen, auch teilweise von sehr morbiden Gesellschaften, wie sie wohl in ihrer Vielfalt charakteristisch für die Zeitläufe jener Jahre sind.

Zuletzt, erwachsen geworden, und nach bitteren Erfahrungen teils in der Ehe, im Pfarrhaus und als Helferin im spanischen Bürgerkrieg, findet das Buch für jede der drei Frauen ein eigenes, von der jeweils anderen sich unterscheidendes Finale.

Es ist eine facettenreiche, vielschichtige Lebens- und Kulturbeschreibung, die uns Judith Lennox bietet, ein spannendes, sehr unterhaltsames und gefühlvolles Buch. Man bleibt bis zur letzten Zeile gefesselt.

Ich empfehle diesen Schmöker für kalte, regnerische Abende, an denen man es sich in der Couchecke gemütlich machen will! (Claudine Borries)

Titel: Das Winterhaus
Autor: Judith Lennox
Verlag: Piper München Zürich
Seiten: 541
ISBN: 349222962X

Witwe für ein Jahr

Erstellt am: September 17th, 2007

Auch fünf Jahre nach dem tragischen Unfalltod ihrer beiden Söhne kann Marion Cole ihre Trauer nicht überwinden. Als sie eines Tages alle Verbindungen zum Rest ihrer Familie abbricht und spurlos verschwindet, bleiben vor allem ihre nach dem Tod der beiden Jungen geborene Tochter Ruth, und Eddie, ihr dreiundzwanzig Jahre jüngerer Geliebter ratlos zurück.

Ruth wächst bei Ted, ihrem Vater, einem notorischen Schürzenjäger, auf und wird später zu einer gefeierten Schriftstellerin. Auch Eddie versucht sich als Autor, doch ist sein Erfolg nur gering.

Nach Jahren kreuzen sich Ruths und Eddies Wege erneut. Sie stellen fest, dass beide in all den Jahren nie das Interesse an der verschwunden Marion verloren haben. Ruth und Eddie haben in ihrem bisherigen Leben wenig Glück mit ihren Partnern gehabt, denn Eddie, der immer noch auf ältere Frauen steht, vergleicht jede neue Frau mit der Entschwundenen und Ruth hat Angst vor allzu engen Bindungen und gerät stets an den falschen Mann – einer vergewaltigt sie sogar.

Als sie in Amsterdam Augenzeugin eines Mordes wird und fast zur gleichen Zeit in Amerika ihr Vater Selbstmord begeht, beschließt Ruth, das eigene Leben neu zu gestalten; sie heiratet Allan, ihren Lektor. Bald kommt Sohn Graham auf die Welt und endlich fühlt sich Ruth zufrieden und geborgen. Ihr Glück ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn nach lediglich vier Jahren Ehe wird sie zur Witwe.

Es braucht ein Jahr bis Ruth langsam wieder ins Leben zurückfindet, und Harry Hoekstra, ein Polizeibeamter aus Amsterdam hilft ihr dabei.

761 Seiten voller Leben, interessanter Personen, skurriler Geschichten, trauriger, lustiger und bewegender Ereignisse in einer knappen Inhaltsangabe unterzubringen, ist nicht ganz einfach und wird diesem Roman auch keineswegs gerecht.

In gewohnt souveräner Art und Weise vermag es Irving seine Leser zu fesseln. Dieser Roman macht süchtig – nachdem man einmal mit der Lektüre begonnen hat, kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen. Es wimmelt von liebevoll gezeichneten Figuren. Irving lässt seine Leserschaft nicht nur am Schicksal von Ruth Cole, der Hauptperson teilnehmen, sondern auch die Geschichten von Marion, Ted, Eddie, der Hure Rooie, dem Polizisten Harry und so weiter und so weiter werden mit viel Liebe fürs Detail erzählt. Selbst relativ unwichtige Figuren werden bis zur kleinsten Einzelheit genau entwickelt. So dürfte fast jeder von uns im Laufe seines Schülerlebens einem Lehrer wie Minty O‘ Hare begegnet sein.

Genial ist auch Irvings Kunstgriff mit der zweiten Erzählebene, denn so ganz nebenbei lernen wir auch noch die Romane und Figuren der zahlreichen Autoren kennen, die das Buch bevölkern. Teilweise verschmelzen Fiktion und Wirklichkeit miteinander.

Ein Schriftsteller, der über eine Schriftstellerin schreibt, die über einen Schriftsteller schreibt – irre!

Ohne jemals in kitschige oder allzu sentimentale Gefilde zu entgleiten, schildert Irving Gefühle wie die Verlassenheit Ruths nach dem Weggang der Mutter, die große Liebe Eddies zu Marion oder vor allem die entsetzliche, nie enden wollende Trauer, die diese nach dem Tode ihrer Söhne ergreift.

Die „Witwe für ein Jahr“ ist ein Buch das mich zum Schwärmen bringt. Ich werde es sicher irgendwann noch einmal lesen. Ansonsten freue ich mich schon auf den nächsten Roman von John Irving.

Kritik geschrieben von Eva Behrens, Herausgeberin von „Evas Leseland“

Titel: Witwe für ein Jahr
Autor: John Irving
Verlag: Diogenes
Seiten: 761
ISBN: 3257233000

Die fünfte Frau

Erstellt am: September 17th, 2007

Herbst 1994.
Eine schreckliche Mordserie hält das südschwedische Schonen in Atem. Drei Männer sind auf bestialische und äußerst schmerzvolle Weise ermordet worden. Kommissar Wallander und seine Kollegen und Kolleginnen von der Polizei in Ystad tappen lange Zeit im Dunkeln. So sehr sie auch versuchen, Gemeinsamkeiten zwischen den Opfern zu finden, sie können keine entdecken . Ihre Berufe waren unterschiedlich, ihre familiären Verhältnisse und ihre Hobbys weisen keinerlei Übereinstimmungen auf. Nur die Tatsache, dass es sich bei allen drei Männern um relativ unauffällige und durchaus angesehene Mitglieder der Gesellschaft handelte und dass sie jetzt tot sind scheint sie zu verbinden. Nach langen frustrierenden und erfolglosen Ermittlungen stellt sich heraus, dass sämtliche Opfer gelegentlich zur Brutalität neigten und ihre Partnerinnen misshandelten und quälten. Zwei der Toten geraten gar in Verdacht, vor Jahren selber gemordet zu haben.

Nachdem die Polizei zunächst einen männlichen Täter vermutet, kristallisiert sich im Laufe der Zeit heraus, dass die Männer vermutlich von einer Frau, einem selbsternannten Racheengel, ins Jenseits befördert wurden. Langsam wird ein Muster, nach dem die Täterin vorgeht erkennbar und so kommt man ihr schließlich auf die Spur.

Dieser Krimi wurde von den verschiedensten Kritikern und Feuilletonisten in den höchsten Tönen gelobt. Ich kann jedoch diese Preisungen nicht so ganz nachvollziehen. OK, das Buch ist durchweg spannend und die Idee, einmal altbewährte Klischees zu durchbrechen und eine Frau statt als Opfer, als Täterin zu präsentieren, hat ohne Frage einen gewissen Reiz. Meiner Meinung nach hat es Mankell jedoch mit seiner Gesellschaftskritik etwas zu gut gemeint und reichlich dick aufgetragen.

Dass beispielsweise der Mann, der von einer Bürgerwehr als Dieb abgestempelt und halbtot geprügelt wird, ein völlig unbescholtener Bürger ist, der sich nur verirrt hat, mag ja noch angehen; aber muss dieser Mensch nun auch noch Mitglied bei Amnesty-International sein???
Dass Bürger über die Untätigkeit, oder auch – je nach politischer Einstellung – über die Brutalität der Polizei meckern, ist nichts Neues, aber dass die Tochter eines Beamten auf dem Schulhof misshandelt wird, nur weil ältere Mitschüler ihrem Unmut über die Polizei Luft machen wollen, ist bei aller Brutalität, die heutzutage auf Schulhöfen herrscht, doch wohl etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen.

Inhaltlich erscheint mir der Roman gelegentlich reichlich wirr und unlogisch. An einigen Stellen kommt es mir so vor, als habe sich der Autor in seinem eigenen Netz verstrickt und finde nur noch unter Mühen wieder hinaus. Hanebüchene Zufälle werden konstruiert, Cousinen in Entbindungskliniken erschaffen, mehrere Jahre alte Fahrpläne mit kryptischen Anmerkungen in Geheimfächern entdeckt.

Auch was das Stilistische angeht, habe ich etwas zu mäkeln : Zu viele Handlungsstränge bleiben in der Luft hängen und enden im Nichts. Ich kann mir zwar sehr gut vorstellen, dass Polizeiarbeit häufig tatsächlich ähnlich aussieht – Irrwege werden eingeschlagen, falsche Spuren werden aufgegriffen und später verworfen oder einfach nicht mehr weiter verfolgt. Doch muss man jede noch so aberwitzige Nebenhandlung in aller Länge und Breite auswalzen? Und was sollen die ständig wiederkehrenden Hinweise auf intuitive Empfindungen des Kommissars? – Er hatte ein unbestimmtes Gefühl, wusste aber nicht wieso – die Situation erinnerte ihn an etwas, doch er kam nicht mehr darauf woran – etwas erschien ihm wichtig, aber er hatte keine Ahnung, was es war – usw.

Trotz aller Kritik habe ich bei der Lektüre des Romans jedoch durchaus gelegentlich Vergnügen empfunden. Er ist unterhaltsam und liest sich flott. Ein passabler Krimi. Nicht weniger, aber für meine Begriffe eben auch nicht mehr!

Kritik geschrieben von Eva Behrens, Herausgeberin von „Evas Leseland“.

Titel: Die fünfte Frau
Autor: Henning Mankell
Verlag: dtv
ISBN: 3423203668

Die Glut

Erstellt am: September 17th, 2007

Dieses ist eines der schönsten Bücher, das mir in letzter Zeit begegnet ist. Es ist 1942 zuerst erschienen und kürzlich neuentdeckt und wiederaufgelegt worden. Voller Melancholie erscheint vor unserem Auge die Zeit des untergegangenen k.u.k.-Reiches.

Zwei gute Freunde , wie sie unterschiedlicher als sie sind nicht sein könnten, begegnen sich nach 41 Jahren der Trennung wieder: der eine, Henrik, begütert, der andere, Konrad, arm. Henrik ist Soldat aus Tradition, Berufung und Herkunft, Konrad ist sensibel, den schönen Künsten und der Literatur zugetan und Soldat nur wider Willen.

Bei dem Wiedersehen ,das Konrad herbeigeführt hat ,erscheint in langen Gesprächen , vor allem einem langen Selbstgespräch von Henrik, vor dem geistigen Auge des Lesers noch einmal das gemeinsame Leben der beiden in ihrer Jugend; die zusammen verbrachten Jahre auf der Kadettenanstalt, die enge Freundschaft, Begegnungen mit dem Vater von Konrad, dem General, Gespräche über das Dasein , das Verschiedensein der Menschen, über die Welt und die Frauen. Die Sehnsucht von Henrik ,zu denen zu gehören, die musikalisch und poetisch veranlagt sind: sie begleitet sein ganzes Leben und lässt ihn tiefe Einsamkeit empfinden.

Die Ehe von Henrik und Krisztina, die sich in der Rückschau als Lug und Trug erweist, spielt eine zentrale Rolle in der gemeinsamen Lebensgeschichte der Freunde. Um sie herum kristallisiert sich ein Drama , das Henrik erst nach und nach erahnt hat. Konrad, der offensichtlich die Frau seines Freundes Henrik geliebt hat, auch in Versuchung war, seinen Freund auf einer Jagd zu erschießen, ist eines Tages Hals über Kopf verschwunden. Henrik hört und sieht ihn nie wieder bis zu diesem Augenblick des Wiedersehens nach 41 Jahren.

Aber Rache und Aufklärung , wie Henrik sie über Jahre herbeigesehnt hat, ist im Angesicht des Alters plötzlich gar nicht mehr von Bedeutung .

Es ist ein Buch voller Altersweisheit, Empfindungen der Vergänglichkeit und sogar Vergeblichkeit. Wie ein Autor den Bogen vom sprudelnden, leidenschaftlichen und lebensneugierigen Alter der Jugend zum abgeklärten, schon fern dem Leben stehenden , auch der Leidenschaften verlustig gegangenen Abschnitt des Alters beschreiben kann,– das wir Sándor Márai so schnell niemand gleichtun können.

Ein sehr empfehlenswertes Buch ! (Claudine Borries)

Titel: Die Glut
Autor: Sandor Marai
Verlag: Piper
Seiten: 223
ISBN: 3492041620

Das Vermächtnis der Eszter

Erstellt am: September 17th, 2007

Das Buch ist 1939 erstmals erschienen.
Wieder, wie in dem Roman “ Die Glut“ vom selben Autor, geht es um eine Lebensgeschichte, die aus der Rückschau eines längst gealterten Menschen erzählt wird.

Eszter, die Erzählerin, berichtet über Lajos, ihre einzige Liebe. Aber die Geschichte ist sehr lange her.

Es stehen sich Menschen gegenüber, von denen die einen naiv, lauter, ehrlich und ehrbar sind; die anderen sind von unstetem Charakter, unehrlich, gerissen, auf den eigenen Vorteil bedacht und das ohne jede Rücksicht auf die Folgen für die, die sie schädigen.

So hat Lajos entgegen allen Erwartungen die Schwester von Eszter geehelicht. Diese ist schon lange verstorben. Die aus diese Ehe hervorgegangenen Kinder haben denselben berechnenden Charakter wie ihr Vater Lajos.

Es ist eine Geschiche von Lug und Betrug, und davon, wie Menschen rücksichtslos jene, von denen sie geliebt werden, zugrunde richten können. Auch davon, wie einzelne Charaktere mit Selbstinszenierungen und Theaterspiel als Lebenselixier sich selber und andere zu täuschen vermögen.

Die Geschichte ist grausam in ihrem psychologischen Darstellungsgehalt und dennoch wahr trotz der scheinbaren und fast unglaubhaften Überzogenheit.

In einem kurzen Vorspann wird wieder einmal die Lebensweisheit und Lebensmüdigkeit des Autors, aber auch die Resignation darüber, was Menschen einander antun können, in wunderbarer Weise in Worte gefasst.

Es ist ein empfehlenswertes Buch für alle jene, die bei der Auswahl ihrer Romanlektüre einen philosophischen und psychologischen Hintergrund suchen. (Claudine Borries)

Titel: Das Vermächtnis der Eszter
Autor: Sándor Márais
Verlag: Piper
Seiten: 165
ISBN: 3492041981

SMS 4 U. Die besten Handysprüche für alle Fälle

Erstellt am: September 17th, 2007

Die Möglichkeiten von SMS sind beinahe so unbeschränkt wie das Mobilnetz selbst.
Fast jeder zweite Deutsche besitzt mittlerweile ein Handy, und die Zeiten der mobilen Cabrio-Angeber und Schau-Dauertelefonierer sind spätestens seit überschaubarer Prepaidverträgen Fernmeldegeschichte. Den positiven Trend haben wir aber nicht nur Vibrationsalarm und dem Ermüdungseffekt zu verdanken, sondern auch der SMS.

Was als „Quix“, „Telmi“ und „Scall“ begann, wird nun von allen deutschen und den meisten europäischen Anbietern mit Erfolg vermarktet. Handybenutzer haben seitdem mehr Spaß: Die Freizeit lässt sich besser koordinieren, und witzige kleine Fun- und Loveletters versüßen den Alltag. Und alles, was man hört, ist ein kleines oder gar kein Piepen. Die Kurzgrüße sind nicht nur schneller und unaufdringlicher, sondern auch wesentlich günstiger als Telefonate.

Sprüche für Warmduscher, Love Mails, Büroweisheiten und Business-SMS, sind in diesem Buch zusammengetragen. Darunter die gängigsten Kürzel mit Erläuterung für passionierte „Simser“. So kürzt man „für dich“ auf „4U“. Für allerlei Anlässe und Informationen gibt es die QSMS, die Quick-Version der SMS, die den Simser- Alltag zügiger gestaltet. Anstatt zu fragen: Was machst Du heute, simst man: Wamaduheu. Wer es eilig hat und in Sachen Sport, Wetter, Verkehr und Börse immer auf dem neuesten Stand der Dinge sein will, kann sich von den Mobilfunkanbietern News als SMS schicken lassen. Internetadressen der Anbieter findet man im Anhang.

Wem nichts mehr einfällt nach der 1000sten SMS, für den ist dieses Buch natürlich goldrichtig. Anstatt selber zu denken, kann man bequem vorgefertigte Sprüche eintippen und vermutlich werden die Antworten ebenso ausfallen. (Silvia Dunker)

Titel: SMS 4 U. Die besten Handysprüche für alle Fälle
Autor: Ralf Langhals
Verlag: Droemer Weltbild
Seiten: 93

Das Baby Lexikon

Erstellt am: September 17th, 2007

Ob geplant oder nicht, wenn sich ein Baby ankündigt, verändert sich vieles im Leben der Eltern. Unzählige Fragen tauchen schon vor der Geburt auf, angefangen von den Vorsorgeuntersuchungen bis zur richtigen Ernährung und der Einrichtung des Kinderzimmers. Wenn man auf seine lieben Anverwandten hört, dann findet man sich schnell Kamillentee schlürfend und den erhabenen Klängen von Bach lauschend auf der Couch wieder. Die einen geben esoterische Tipps, die anderen gehen es pragmatisch an. Was muss man aber wirklich beachten, wenn es die ersten Monate des neuen Erdlings geht? Drei Fachleute haben sich im „Baby Lexikon“ daran gemacht, die wichtigsten Fragen übersichtlich sortiert nach Schlagwörtern zu klären.

Leiber, Radke und Müller – alle drei praktizierende Kinderärzte – haben unter mehr als 650 Begriffen die wichtigsten Tipps für frischgebackene Eltern zusammengefasst. Dabei geht es nicht nur um rein medizinisches Wissen, sondern auch um jede Menge praktische Tipps. Wer zum Beispiel wissen möchte, wie ein Kinderbett optimal beschaffen sein sollte, findet ebenso eine Antwort wie derjenige, der nach einem leckeren Rezept für Gemüse-Brei sucht. Insgesamt hebt sich das Lexikon von anderen zum gleichen Thema besonders durch den Pragmatismus seiner Autoren ab. Neben Ernährungstipps für die Kleinen finden sich auch gleich jede Menge Rezepte, die umgesetzt werden können. Wer gerne mal mit Kind verreisen möchte, wird auch nicht enttäuscht: Neben Ratschlägen für die richtige Reisevorbereitung nebst Checkliste geben die Autoren auch praktische Hinweise, z.B. woran man besonders kinderfreundliche Autobahnraststätten erkennt oder welche Vergünstigungen für Eltern mit Kindern von Hotels angeboten werden.

Für medizinisch Interessierte wird ebenfalls jede Menge Knowhow angeboten. Angefangen von Tipps zum Thema Hautpflege bei Babys bis zu Informationen über das Stillen, Kinderkrankheiten und entsprechender Behandlung – das Baby Lexikon hilft weiter. Besonders hervorheben muss man die erstklassigen Erfahrungstipps, die viele Artikel ergänzen. Hier gibt es jede Menge Entscheidungshilfen für Situationen, in denen man leicht verunsichert sein kann, z.B. über die richtige Kleidung des Kindes, wie oft man die Windeln wechseln sollte und wie man Kinderkrankheiten schnell erkennen kann.

Fazit: Wer demnächst ein neues Familienmitglied erwartet, sollte sich „Das Baby Lexikon“ auf jeden Fall anschaffen. Es wird sicher viele Fragen vor und nach der Geburt beantworten und für einen entspannteren Start ins Eltern-Dasein sorgen. (SK)

Titel: Das Baby Lexikon
Autor: Bernfried Leiber, Michael Radke, …
Verlag: dtv
Seiten: 423
ISBN: 3423362219

Die Jagd nach dem kleinsten Baustein der Welt

Erstellt am: September 17th, 2007

Gerhard Staguhn erzählt anschaulich und fesselnd die Geschichte der Chemie und Atomphysik.

Was sind die kleinsten Bausteine der Welt, aus denen der Kosmos, unsere Erde und alles Leben besteht?
Was passiert in der Kernspaltung?
Wie funktioniert ein Laserstrahl?
Was sind Quarks?

Fast sieht es so aus, als ob für jede beantwortete Frage in der Naturwissenschaft ein paar neue auftauchen. Das gilt auch für die aufwändige Jagd nach dem kleinsten Baustein der Welt. Staguhn skizziert in seinem Buch von der Erkenntnis, dass Atome nicht die kleinsten Teilchen sind, bis zu den komplizierten Teilchenbeschleunigern, mit denen immer kleinere Teilchen entdeckt werden.

Die Naturwissenschaft ist ein uralter Traum: das alles was in der Welt ist, als solches erkennbar sei. Durchdringend muss diese Erkenntnis sein, denn alle Täuschungen sollen durchschaut werden. Die letzte Wahrheit hinter dem Schein soll erkannt werden.

Staguhn navigiert in diesem Buch zwischen kinderleicht und kompliziert. Er versteht es die Grundlagen der Physik und Chemie so zu erklären, dass zahlreich auftretende Aha-Erlebnisse dem Leser eine Welt näher bringt, die viel zu winzig ist, um sinnlich begriffen zu werden.

Naturwissenschaft, die sich spannend liest wie ein Roman. Leicht und anschaulich, mit Farbtafeln und Skizzen belegt, werden die komplizierten Zusammenhänge kindergerecht erklärt. (Silvia Dunker)

Titel: Die Jagd nach dem kleinsten Baustein der Welt
Autor: Gerhard Staguhn
Verlag: Hanser Verlag
Seiten: 232
ISBN: 3446199020

Die besten Harry Potter Internetseiten

Erstellt am: September 17th, 2007

Harry Potter hat Millionen Kinder zum Lesen gebracht. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Buchhändler J.K.Rowling zur Autorin des Jahres gewählt und ihr Harry-Potter-Werk zum Buch des Jahres ernannt haben. Eine pfiffig aufgemachte CD bietet Harry-Potter-Freunden mit sogenannten Links zu den besten Harry-Potter-Internetseiten im weltweiten Web Zusatzinformationen zu den begehrten Büchern an. Alles ist übersichtlich sortiert. Nach einem Begrüßungsbild mit zwei engelhaften Wesen geht es sogleich in die aufregende Welt des Harry Potter, und man hat die Qual der Wahl. Was klickt man zuerst an? Die englische Webseite mit einer großen Linkliste oder einen von den fünfzehn Fanclubs? Vielleicht den Club, der die Rubrik „Gerüchteküche“ eingerichtet hat mit Spekulationen über den möglichen Ablauf der nächsten Harry-Potter-Bücher? Vor- und Nachteile der einzelnen Fanclubs werden genau aufgelistet. Es werden auch Zensuren verteilt und die jeweiligen Web-Adressen genannt. In einen der Leseclubs kann man sich problemlos aufnehmen lassen, bei einem anderen muss man sich dagegen einer Aufnahmeprüfung unterziehen. Der Club „Zauberschule Hogwarts“ ist ein Verein mit vielen Aktivitäten. „Zaubertrunk“ präsentiert mit einem selbstgeschriebenen Harry-Potter-Band eine eigene Geschichte. Die Sparte Lexika macht dagegen auf Harry-Potter-Filme aufmerksam und stellt wichtige Begriffe und Namen aus den Potter-Bänden vor.

Die Fanseiten wiederum reichen von Alohomora bis WDR-Lilipuz-Seiten. Hier hat der WDR eine eigene Seite für Fans eingerichtet. Unter „Offizielles“ erscheint die gut gestaltete Homepage des Carlsen-Verlages. Wer sie noch nicht kannte, lernt jetzt neben Harry Potter auch Ron und Hermine kennen, die Familie Dursley und alle anderen Freunde und Widersacher des abenteuerlustigen kleinen Jungen und Zauberers. Eingeweihte Potter-Leser erfahren dagegen alles, was sie schon immer über ihren Lieblingszauberlehrling wissen wollten. (Ursula Homann)

Titel: Die besten Harry Potter Internetseiten
Autor: Andreas F.Golla
Verlag: Franzis‘ Verlag
Seiten: CD-ROM
ISBN: 3772391559

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